{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1991-06-07", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-56-42--_1991-06-07.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001589.pdf?ID=150001589", "Checksum": "bf3d8243f1733c25814535e9d7249711"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 56.42 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 07.06.1991 JAAC 56.42 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 07.06.1991 JAAC 56.42 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 07.06.1991 JAAC 56.42 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:32:25", "Checksum": "38641d520d817534b48c6935946d82af", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 07.06.1991 JAAC 56.42 \r\n\n 4\ndie Visionierung der Sendung, dass in keiner Sequenz die Kritik zu einer\nunwürdigen Polemik verkam, die allenfalls eine korrigierende Intervention\ndes Journalisten nötig gemacht hätte. Die abgegebenen Voten blieben sachlich\nund wirkten kaum emotionalisierend; die Kritik blieb jederzeit auf dem\nNiveau einer rationalen Argumentation und sachlichen Auseinandersetzung\nund nahm nie einen exzessiven Charakter an, der geeignet gewesen\nwäre, innere Überzeugungen zu verletzen. Der unverkennbar kritische\nGrundtenor der Sendung für sich allein indessen, vermag jedenfalls keine\nkonzessionsrechtlich relevante Verletzung religiöser Gefühle zu bewirken.\n5. Der Beschwerdeführer wirft der Sendung vor, die Kabaretteinlage,\ninsbesondere der Auftritt der Putzfrau Lisa im Priestergewande, verstosse\ngegen Art. 4 Abs. 1 Konzession SRG und verletze religiöse Gefühle.\nGemäss Praxis der UBI sind auch der satirischen Behandlung eines Themas\nbestimmte konzessionsrechtliche Grenzen gesetzt (vgl. VPB 52.30, S. 179 ff.;\nVPB 53.48, S. 338 ff.); dies gilt namentlich in Bezug auf die Art und Weise\nder Behandlung beziehungsweise des Umganges mit religiösen Fragen und\nInhalten. Bei einer entsprechenden konzessionsrechtlichen Beurteilung ist\nandererseits auch stets in Rechnung zu stellen, dass grundsätzlich auch heikle\nund sensible Themen einer satirischen Bearbeitung offen stehen. Die Satire als\nliterarisch-aleatorische Art der Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen\nWirklichkeit gehört als kulturelle Ausdrucksform zum Bestand einer offenen\nGesellschaft und lebendigen Demokratie.\nVorliegendenfalls ist konzessionsrechtlich am Konzept und dessen Umsetzung\nin der beanstandeten Sequenz, ein ernstes Thema durch eine Kabaretteinlage\nzu visualisieren, nichts auszusetzen. Entscheidend ist unter anderem auch\nhier zunächst die Frage, ob der Zuschauer die Satire auch als solche erkennen\nkonnte. Daran ist bezüglich der beanstandeten Sequenz nicht zu zweifeln. Bei\nder Gestaltung dieser insgesamt humorvollen, wohl aber auch provokativen\nSequenz ging es um eine mediengerechte, unterhaltsame Ergänzung des\nthematisierten Beitrages «Wollen Frauen Priesterinnen sein?». Soweit\ngegenüber der gerügten satirischen Sequenz auch berechtigte Vorbehalte\nanzubringen sind, handelt es sich um Geschmacksfragen, die sich einer\nkonzessionsrechtlichen Beurteilung entziehen. Die UBI kommt namentlich\nauch unter Berücksichtigung der gesamten Sendung zum Ergebnis, dass die\nbeanstandete Sequenz nicht geeignet war, religiöse Gefühle der Zuschauer und\nZuschauerinnen in einem Masse zu verletzen, das konzessionsrechtlich als\nMissachtung des Leistungsauftrages der SRG zu qualifizieren wäre.\n\n5\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 56.42 - Entscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen\nvom 7. Juni 1991\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1992\nAnnée\nAnno\n\nBand 56\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 001 589\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}