{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1991-02-01", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-56-29--_1991-02-01.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001544.pdf?ID=150001544", "Checksum": "60a0d98564382d6241f187081ce07793"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 56.29 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 01.02.1991 JAAC 56.29 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 01.02.1991 JAAC 56.29 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 01.02.1991 JAAC 56.29 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:32:33", "Checksum": "36f974b14527c6434d357ff320bd8278", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 01.02.1991 JAAC 56.29 \r\n\n JAAC 56.29\n\nEntscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für\nRadio und Fernsehen vom 1. Februar 1991\n\nArt. 4 al. 2 Concession SSR. Devoir de diligence journalistique. Caractère\nadéquat des moyens utilisés (en l’occurrence image et son).\n- Le journaliste a la liberté d’associer au verbe le son et l’image, au\nbesoin pour en renforcer la substance informative; la combinaison\nde ces moyens ne doit cependant pas soulever une émotion sans\nproportion avec le sujet, au point d’empêcher une discussion rationnelle\net finalement la libre formation de l’opinion des spectateurs.\n- La présentation d’une étude scientifique sur la centrale nucléaire\nde Mühleberg comprenant deux scénarios d’accident, avec images\net bruitages inquiétants de circonstance, n’a pas dépassé la limite\nacceptable.\n\nArt. 4 Abs. 2 Konzession SRG. Journalistische Sorgfaltspflicht.\nAngemessenheit von eingesetzten Mitteln (vorliegend Ton und Bild).\n- Der Journalist hat die Freiheit, mit Ton und Bild den\nInformationsgehalt des gesprochenen Wortes allenfalls zu verstärken;\ndie Kombination dieser Mittel soll aber nicht zu einer dem Thema\nunangemessenen Emotionalisierung führen, die eine rationale\nAuseinandersetzung und letztlich die freie Meinungsbildung der\nZuschauer beeinträchtigt.\n- Die Darstellung einer wissenschaftlichen Studie über das\nKernkraftwerk Mühleberg mit zwei Unfallszenarien und\ndementsprechend beängstigenden Bildern und Geräuschen überschritt\nnicht die zulässige Grenze.\n\n1\nArt. 4 cpv. 2 Concessione SSR. Obbligo di diligenza giornalistica.\nAdeguatezza dei mezzi impiegati (m casu suono e immagine).\n- Il giornalista ha la libertà di rafforzare eventualmente con suono e\nimmagine il contenuto informativo verbale; la combinazione di questi\nmezzi non deve però suscitare un’emotività, non commisurata al tema,\nche pregiudichi una discussione razionale e in fine la libera formazione\ndell’opinione degli spettatori.\n- La presentazione di uno studio scientifico sulla centrale nucleare\ndi Mühleberg con due scenari d’incidenti nonché relative immagini e\nrumori inquietanti non ha superato il limite ammesso.\n\nI\n\nA. Am 12. Juni 1990 stellte die Rundschau-Ausgabe des Fernsehens der\ndeutschen und der rätoromanischen Schweiz (DRS) die an diesem Tag\nveröffentlichte Studie des Öko-Institutes Darmstadt über die Sicherheit\ndes Kernkraftwerkes Mühleberg (hiernach: KKW Mühleberg) vor. Zwei in\nder Studie beschriebene Unfallszenarien wurden dabei in einem filmisch\neffektvoll gestalteten Beitrag umgesetzt. Darin waren Ausschnitte eines\nInterviews mit dem Direktor des KKW Mühleberg enthalten. Auch der\nHauptverfasser der Studie kam mehrmals zu Wort. In einem anschliessenden\nStudiogespräch standen sich sodann ein Vertreter des Vereins «Mühleberg\nunter der Lupe», Auftraggeber der Studie, und der Chef der eidgenössischen\nHauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen gegenüber; dieser sprach\nsich positiv über die Sicherheit vom KKW Mühleberg aus.\n…\nB. (Popularbeschwerde)\nBeanstandet wird generell die einseitige Beeinflussung der\nFernsehabonnenten bei Abstimmungsvorlagen und im speziellen auf dem\nGebiet der Kernenergie. Am Beispiel der Rundschau-Ausgabe vom 12. Juni\n1990 wird gerügt, Bilder von Kernkraftwerken und Anlageteilen würden\n«vernebelt» oder in nahezu grotesker Darstellung gezeigt und ausserdem\nerfolge eine akustische Unterlegung des Beitrages, welche man ansonsten\nnur bei der Darstellung von heiklen Situationen in Krimis höre. Damit wolle\nman bei den Zuschauern Angst und Schrecken verbreiten. Eine systematische\nDurchsicht weiterer Aufzeichnungen könnte diese Feststellungen bestätigen.\nC. (Verzicht der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft [SRG] auf\neine Stellungnahme)\nD. Gegen die erwähnte Sendung erhob die Bernische Kraftwerke AG (BKW)\nals Eigentümerin und Betreiberin des KKW Mühleberg ebenfalls Beschwerde.\nDiese Beanstandung wurde im Rahmen eines Schlichtungsverfahrens nach\nArt. 18 des BB vom 7. Oktober 1983 über die unabhängige Beschwerdeinstanz\nfür Radio und Fernsehen (BB UBI, SR 784.45) erledigt. Im Vergleichsabkommen\nvom 21. Dezember 1990, der zum Rückzug der Beschwerde der BKW führte,\n\n2\nwird insbesondere ausgeführt: «Zum umfassenden Informationsauftrag der\nSRG gehört die Berichterstattung auch über kontroverse und emotionale\nsachpolitische Themen, so auch über die Kernenergie. Dieser Auftrag stellt an\nMitarbeiter und Verantwortliche der SRG hohe ethische und professionelle\nAnsprüche, namentlich bezüglich der Berücksichtigung der emotionalen\nWirkungen des Fernsehens.»\n…\n\nII\n\n"}