{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1990-03-02", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-55-38--_1990-03-02.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001385.pdf?ID=150001385", "Checksum": "94f9448bc70a49db2ad6453293bd52e8"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 55.38 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 02.03.1990 JAAC 55.38 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 02.03.1990 JAAC 55.38 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 02.03.1990 JAAC 55.38 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:33:07", "Checksum": "91b3c1cb32b84f71ef9efd55e088e130", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 02.03.1990 JAAC 55.38 \r\n\n JAAC 55.38\n\nEntscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für\nRadio und Fernsehen vom 2. März 1990\n\nArt. 4 al. 2 Concession SSR. Diversité et transparence des opinions.\n- Le devoir accru de diligence qui doit être observé pour l’information\nqui précède des votations ou des élections vaut pour toutes les\némissions qui font allusion au scrutin, et ceci d’autant plus\nrigoureusement que le caractère électoral ou référendaire est plus\nmarqué (précision de la jurisprudence).\n- Une émission à vocation culturelle sur le thème du courage dans\nlaquelle un publiciste exprima, à titre de bref exemple, son respect\npour le groupe minoritaire qui remettait en question l’armée en Suisse\nn’a pas constitué, sur le fond de la campagne référendaire relative à\nl’initiative sur la suppression de l’armée, une intervention violant la\nconcession.\n\nArt. 4 Abs. 2 Konzession SRG. Vielfalt und Erkennbarkeit der Ansichten.\n- Die erhöhte Sorgfaltspflicht im Vorfeld von Wahlen und Abstimmungen\ngilt bei jeder Ausstrahlung, die auf Wahlen und Abstimmungen Bezug\nnimmt, je ausgeprägter der Wahl- oder Abstimmungscharakter, desto\nschärfer (Präzisierung der Rechtsprechung).\n- Eine Sendung mit einem kulturellen Beitrag über das Thema «Mut»,\nin welcher ein Publizist kurz beispielhaft seinen Respekt gegenüber der\nMinderheit aussprach, welche die Armee in der Schweiz in Frage stellt,\nbildete keinen konzessionswidrigen Eingriff in die Kampagne betreffend\ndie Armeeabschaffungs-Initiative.\n\n1\nArt. 4 cpv. 2 Concessione SSR. Diversità e trasparenza delle opinioni.\n- Il dovere accresciuto di diligenza da osservare nell’informazione\nprecedente le elezioni e le votazioni vigente per tutte le emissioni che si\nriferiscono alle elezioni e alle votazioni deve essere tanto più rigoroso\nquanto più pronunciato è il carattere di queste (precisazione della\ngiurisprudenza).\n- Un’emissione con un contributo culturale sul tema «Coraggio», nella\nquale un pubblicista ha espresso, a titolo di breve esempio, il proprio\nrispetto per la minoranza che pone in discussione l’esercito in Svizzera,\nnon ha costituito, durante la campagna concernente l’iniziativa per la\nsoppressione dell’esercito, un intervento contrario alla concessione.\n\nI\n\nA. «Grell-Pastell» ist eine sogenannte Struktursendung, die an einem\nWochentag zur Hauptsendezeit ausgestrahlt wird. Die unterschiedlichsten\nThemen waren bereits Gegenstand der Sendung: Geld, Angst, Tiere,\nAggression, Kinder, Heimat, Sex, Schönheit, usw.\nDie am 16. November 1989 ausgestrahlte Ausgabe von «Grell-Pastell» befasste\nsich mit dem Thema «Mut». Ziel dieser Ausstrahlung war, verschiedene\nErscheinungsformen, wie zum Beispiel den physischen, moralischen und\ngesellschaftlichen Mut, darzustellen und mit besonders betroffenen Gästen\ndarüber zu sprechen. In diesem Rahmen trat, als zweiter von insgesamt\nfünf Gesprächspartnern, Professor Robert Jungk, Publizist, Schriftsteller und\nFriedensforscher, auf.\nIn einer 8 Minuten langen Sequenz legte Professor R. Jungk sein\nEigenverständnis des individuellen Mutes dar und wies insbesondere auf\nverschiedene entsprechende historische sowie zeitgenössische Vorbilder\n(Mohandas Gandhi, Lech Walesa, Paolo Freire) hin. Gegen Ende seines\nGesprächs kam er während 44 Sekunden auf die damals aktuelle Frage\nder Armeeabschaffung zu sprechen: als Antwort und Illustration zur Frage\n«Glauben Sie an eine bessere Zukunft?» erwähnte er unter anderem die Leute,\ndie die Armee in der Schweiz in Frage stellen, brachte zum Ausdruck, dass\ner diesen gegenüber grossen Respekt habe, gerade weil sie eine Minderheit\nund noch nicht erfolgreich seien, und erinnerte weiter daran, dass heutzutage\nanerkannte Ideen oder Bewegungen (Frauenstimmrecht, Sklavenbefreiung)\nauch Zeit brauchten, um sich durchzusetzen. Anschliessend an die von\nProfessor R. Jungk vorgeschlagene Definition des Mutes fügte der Journalist\nnoch zum Schluss des Interviews hinzu: «... das ist das, was ich eigentlich allen\nauf den Weg geben möchte».\nB. Gegen diese Sendung erhob am 13. Dezember 1989 X zusammen mit 25\nMitunterzeichnern (hiernach: die Beschwerdeführer) Beschwerde bei der\nUnabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI).\nDie Beschwerdeführer rügen generell, die Aussagen von Professor R. Jungk\nstellten eine unzulässige Beeinflussung (Anti-Armee-Propaganda) der\nZuschauer im Blick auf die 10 Tage später stattfindende Volksabstimmung\n\n2\nüber die Abschaffung der Schweizer Armee dar; ausserdem habe sich der\nGast als Ausländer in fremde Angelegenheiten eingemischt; diese Sendung\nsei ferner absichtlich raffiniert geplant gewesen, um sie für politische Zwecke\nmissbrauchen zu können und in einer Unterhaltungssendung das zu sagen,\nwozu man sich selber nicht getraue; der Journalist habe schliesslich den\nZuschauern am Schluss der Sendung empfohlen, das Gehörte mit auf den\nWeg zu nehmen. Demzufolge sei zu erkennen, dass die Konzession verletzt\nwurde.\nMit Nachtragsbrief vom 18. Dezember 1989 präzisierte der Erstunterzeichner\nder Beschwerde noch einige Überlegungen der verschiedenen\nMitunterzeichner und fügte insbesondere hinzu, dass «etliche\nMitunterzeichner die Beschwerde schärfer formuliert wünschten. Sie\nwaren nämlich vom Schlussteil der Showsendung schockiert und fanden\nhaarsträubend bis gemein, was sich DRS hier erlaubte».\n…\n\nII\n\n"}