{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1990-07-06", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-55-37--_1990-07-06.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001382.pdf?ID=150001382", "Checksum": "5d50c719f1d3d1fdb10af5b1f76870c1"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 55.37 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 06.07.1990 JAAC 55.37 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 06.07.1990 JAAC 55.37 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 06.07.1990 JAAC 55.37 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:32:47", "Checksum": "b67b30e85b03fde75ee3d64a963aa281", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 06.07.1990 JAAC 55.37 \r\n\n 6\nVerfassungsergebnis. Ob es einen unaufgebbaren Kern der Verfassung eines\ndemokratischen Staates, zum Beispiel im Bereich der Grundrechte, gebe, ist\nhier nicht zu prüfen.\n7.3. Die UBI hat in ihrer konstanten Praxis weiter festgestellt, dass sich die\nProgrammgrundsätze von Art. 4 Abs. 1 Konzession SRG nur zum Teil auf\neinzelne, in sich abgeschlossene Aussagen (oder mehrere Aussagen innerhalb\neines Beitrages oder auf einzelne oder mehrere Sendungen) allein beziehen\nund sich in der Regel an das Programmangebot als Ganzes richten. Eine\nKonzessionsverletzung darf nicht schon dann bejaht werden, wenn eine\nSendung keinen positiven Beitrag im Sinne dieses Programmauftrages leistet.\nUnzulässig ist indessen eine Ausstrahlung, die in direktem Gegensatz zu dieser\nVerpflichtung steht, ihr geradezu entgegenwirkt (vgl. dazu Entscheide der UBI\nunter anderem vom 8. Oktober 1985 «Graffiti kursiv», VPB 50.52, S. 347; vom\n3. November 1988 «Kaktus», VPB 53.48, S. 341 ff.; vom 1. März 1989 «Mon oeil\ns’amuse», VPB 54.14, S. 74 f.).\n7.4. Es ist nicht zu bestreiten, dass in der Diskrepanz zwischen dem\ntatsächlichen, von einer ansehnlichen Anzahl Bürger persönlich erfahrenen\nWandel vom Bürger zum Soldaten und der filmisch fiktiven Darstellung in\nder beanstandeten Sendung eine kritische Aussage und Einstellung zum\nSpannungsverhältnis Bürger und Soldat, aber auch zur Institution Armee\nAusdruck findet. Gerade der Titel des Films - «Patt» - und die visualisierte\nUnterlegung der Aussage mit dem Motiv des Schachbretts und einem einzigen\nSpieler macht deutlich, dass man sich zwar in einer festgefahrenen Situation\nbefindet, die vermeintlich ausweglos, aber weder gewonnen noch verloren,\nsondern unentschieden ist und damit eine Chance zum Überdenken, allenfalls\nzur Veränderung bietet. Insofern wird zwar im Film dezidiert Position\nbezogen, eine Meinung geäussert, ohne dass jedoch gewissermassen in\npropagandistischer Manier eine Institution des Staates, die Armee, zum\nGegenstand destruktiver Kritik wird. Durch die karikierend satirische\nVerfremdung des Themas ermöglicht der Film letztlich auch unterschiedliche\nund differenzierende subjektive Interpretationen und vermittelt damit\nauch nicht zwingend den Eindruck einer objektiven, apodiktischen Aussage;\nEinsichten und Ansichten zum Thema bleiben dem Rezipienten überlassen.\nDer ausgestrahlte Film «Patt» kann deshalb weder als destruktiv noch den\nInteressen des Landes widersprechend bezeichnet werden. Es handelt sich\nmithin auch nicht um einen Beitrag, der geradezu im Gegensatz zu den im\nLeistungsauftrag formulierten Anforderungen an das Gesamtprogramm steht.\nKonzessionsrechtlich nicht zu prüfen ist die Frage, ob der Film einen positiven\nBeitrag zur geistigen, sittlichen und staatsbürgerlichen Bildung zu leisten\nvermag.\n…\nSomit kommt die UBI zum Ergebnis, dass die Ausstrahlung des Trickfilms\n«Patt» in der Sendung «Zeitgeist» die Konzession SRG nicht verletzt hat.\n\n7\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 55.37 - Entscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen\nvom 6. Juli 1990\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1991\nAnnée\nAnno\n\nBand 55\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 001 382\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}