{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1988-09-14", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-53-51--_1988-09-14.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001052.pdf?ID=150001052", "Checksum": "f5c675ebc7d64d73342f4b505d158014"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 53.51 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 14.09.1988 JAAC 53.51 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 14.09.1988 JAAC 53.51 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 14.09.1988 JAAC 53.51 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:33:43", "Checksum": "fc89914a31dd9f48914021ae6a84a162", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 14.09.1988 JAAC 53.51 \r\n\n JAAC 53.51\n\nEntscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für\nRadio und Fernsehen vom 14. September 1988\n\nRadio. Entretien en studio avec un magistrat cantonal qui fait l’objet\nd’un procès pénal pendant.\nArt. 15 Concession SSR de 1987. L’interdiction ne s’applique qu’à la\npublicité commerciale.\nArt. 4 al. 2 Concession SSR de 1987.\n- Pondération. Est admissible une présentation personnelle du\nmagistrat sans participation des autorités d’accusation, à titre de\ncomplément des informations diffusées par ailleurs.\n- L’influence exercée sur les tribunaux appelle un devoir de diligence\njournalistique renforcé, rempli en l’espèce.\nArt. 24 AF AIEP. Aucun frais de procédure lorsqu’une plainte rejetée a\nsoulevé des questions pertinentes.\n\nRadio. Studiogespräch mit kantonalem Magistrat, gegen welchen ein\nStrafgerichtsverfahren hängig ist.\nArt. 15 Konzession SRG von 1987. Das Verbot bezieht sich ausschliesslich\nauf wirtschaftliche Werbung.\nArt. 4 Abs. 2 Konzession SRG von 1987.\n- Ausgewogenheit. Zulässigkeit einer persönlichen Darstellung des\nMagistrats ohne Mitwirkung der Anklagebehörden, im Sinne einer\nErgänzung der übrigen Berichterstattung.\n- Unter dem Aspekt der Beeinflussung der Gerichte gilt eine erhöhte\nSorgfaltspflicht, welche vorliegend erfüllt ist.\nArt. 24 BB UBI. Keine Verfahrenskosten, wenn eine abgewiesene\nBeanstandung pertinente Fragen aufgeworfen hat.\n\n1\nRadio. Colloquio in studio con un magistrato cantonale, contro il quale\nè pendente un processo penale.\nArt. 15 Concessione SSR del 1987. Il divieto si applica unicamente alla\npubblicità commerciale.\nArt. 4 cpv. 2 Concessione SSR del 1987.\n- Ponderazione. E’ ammissibile una presentazione personale del\nmagistrato senza partecipazione delle autorità d’accusa, a titolo di\ncomplementi delle altre informazioni già diffuse.\n- L’influsso esercitato sui tribunali richiede un dovere di diligenza\ngiornalistica, nel caso presente rispettato.\nArt. 24 DF AIER. Nessuna spesa di procedura allorquando un ricorso\nrespinto ha sollevato questioni pertinenti.\n\nI\n\nA. Montags bis freitags strahlt Radio DRS 1 zwischen 12 Uhr 15 und 14 Uhr die\nSendung «Rendez-vous am Mittag» aus. Diese Sendung enthält verschiedene\nRubriken, so unter anderem ein tägliches Studiogespräch von rund 10 Minuten\nmit einer wöchentlich wechselnden prominenten Persönlichkeit.\nAm 6. Juni 1988 erging im sogenannten «Berner Parteispenden-Prozess» das\nerstinstanzliche Urteil des Strafamtsgerichts Bern gegen alt Regierungsrat\nWerner Martignoni und zwei weiteren Angeklagten. Das Gericht sprach den\nehemaligen Magistraten von verschiedenen Anklagen frei, auferlegte ihm\njedoch einen Teil der Gerichtskosten.\nIn den folgenden Tagen (7.-10. Juni 1988) wurde Werner Martignoni\nals Wochengast des «Rendez-vous am Mittag» zu vier Studiointerviews\neingeladen. Dabei kreisten die vom Radiojournalisten geführten Gespräche\nschwerpunktmässig um folgende Themen: persönliche Reaktion Martignonis\nauf das Urteil, politische Entwicklung und Verhältnis zwischen den\nStaatsgewalten im Kanton Bern, Werdegang des Politikers, Stellung der\nMassenmedien im politischen Prozess, persönliche Bewältigung der\n«Affäre» durch den Betroffenen, seine innere Einstellung zur Religion und\neigene Philosophie, Umgang mit der Macht, Zukunft der Parteien und ihre\nFinanzierung.\nAm 16. Juni 1988 legte die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern Berufung\ngegen das erstinstanzliche Urteil ein.\nB. Unterstützt von 26 Mitunterzeichnern, erhob X am 11. Juli 1988 Beschwerde\nbei der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI)\nund stellte das Rechtsbegehren, es sei festzustellen, dass durch die Einladung\nvon alt Regierungsrat Martignoni als Studiogast die Sendungen «Rendez-vous\n\n2\nam Mittag» vom 6.-10. Juni 1988 die Konzession vom 5. Oktober 1987 für die\nSchweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (Konzession SRG, BBl 1987 III\n813 f.) verletzt hätten.\nZur Begründung führte der Beschwerdeführer an, die beanstandeten\nSendungen hätten in doppelter Hinsicht gegen die Konzession SRG verstossen:\nIndem Herrn Martignoni faktisch die Gelegenheit gegeben worden sei, für\nseine eigene Person Werbung zu machen, sei das in Art. 15 Konzession SRG\nstatuierte Werbeverbot missachtet worden. Da gegen den Studiogast noch ein\nStrafverfahren pendent war, habe die Selbstdarstellung Martignonis zudem\nzur «Beeinflussung möglicher Richter» führen können. Anderseits sei der\nGrundsatz der Ausgewogenheit (Art. 4 Abs. 2 Konzession SRG) dadurch verletzt\nworden, dass in den vier Interviews nur der ehemalige Regierungsrat, nicht\nhingegen die Anklagebehörde und die Geschädigten zu Wort gekommen seien.\nC. In ihrer Stellungnahme vom 29. August 1988 beantragte die Schweizerische\nRadio- und Fernsehgesellschaft (SRG) die materielle Abweisung der\nBeschwerde. Auf die Argumente der Veranstalterin wird, soweit nötig, in\nden Erwägungen eingegangen. Die erwähnte Stellungnahme wurde dem\nBeschwerdeführer am 2. September 1988 zur Kenntnisnahme zugestellt.\n…\n\nII\n\n"}