{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1988-11-03", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-53-48--_1988-11-03.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001037.pdf?ID=150001037", "Checksum": "c4190cb4608f58ed27dfb94490bb268e"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 53.48 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 03.11.1988 JAAC 53.48 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 03.11.1988 JAAC 53.48 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 03.11.1988 JAAC 53.48 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:33:39", "Checksum": "d488ffeb0f672e16590eec8d7d79c9d1", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 03.11.1988 JAAC 53.48 \r\n\n JAAC 53.48\n\nEntscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für\nRadio und Fernsehen vom 3. November 1988\n\nRadio. Violation de la concession dans une émission satirique où\napparaissent une litanie et un viol.\nArt. 14 let. b AF AIEP. Qualité d’un prêtre pour porter plainte.\nArt. 4 al. 1 Concession SSR de 1987.\n- Notion de valeurs culturelles du pays.\n- Limites de l’autonomie des programmes en matière de critique et de\nreprésentation de la violence.\n- Violation des sentiments religieux intimes causée par l’usage abusif\nd’un élément cardinal de la messe et des dernières paroles de Jésus pour\nfaire une critique satirique de la morale sexuelle de l’Eglise catholique.\n- Violation de la dignité humaine par la présentation d’un viol sous le\njour d’une bagatelle amusante.\nArt. 22 AF AIEP. Aucun pouvoir de l’AIEP pour prononcer un blâme.\n\nRadio. Konzessionsverletzung in satirischer Sendung mit einer Litanei\nund einer Vergewaltigung.\nArt. 14 Bst. b BB UBI. Beschwerdelegitimation eines Pfarrers.\nArt. 4 Abs. 1 Konzession SRG von 1982\n- Begriff der kulturellen Werte des Landes.\n- Grenzen der Programmautonomie in bezug auf Kritik und\nGewaltdarstellung.\n\n1\n- Verletzung intimer religiöser Gefühle durch Missbrauch eines\nzentralen Bestandteils des katholischen Kultus und des letzten Wortes\nJesu zur satirischen Kritik der Sexuallehre der katholischen Kirche.\n- Verletzung der Würde des Menschen durch amüsierende\nBagatellisierung einer Vergewaltigung.\nArt. 22 BB UBI. Keine Befugnis der UBI, Rügen zu erteilen.\n\nRadio. Violazione della concessione in un’emissione satirica con una\nlitania e uno stupro.\nArt. 14 lett. b DF AIER. Legittimazione ricorsuale di un ecclesiastico.\nArt. 4 cpv. 1 Concessione SSR del 1987.\n- Nozione di valori culturali del Paese.\n- Limiti dell’autonomia dei programmi in materia di critica e di\nrappresentazione della violenza.\n- Violazione dei sentimenti religiosi intimi dovuta all’abuso di un\nelemento cardinale del culto cattolico e delle ultime parole di Gesù per\nfare una critica satirica della morale sessuale della Chiesa cattolica.\n- Violazione della dignità umana con la presentazione di uno stupro\nfatto apparire come una bagattella giocosa.\nArt. 22 DF AIER. Nessun potere dell’AIER di pronunciare una censura.\n\nI\n\nA. «Kaktus» ist ein monatlich ausgestrahltes, 20-30minütiges Satire-Magazin,\ndas im Rahmen der humoristisch-kabarettistischen Abendsendung\n«Spasspartout» (Mittwoch, 20.00-22.00 Uhr, DRS 1) ausgestrahlt wird. Der\n«Kaktus» wird jeweils vom Moderator als Satire-Magazin angekündigt und\nträgt zudem den Sendetitel «Kaktus, die Sendung mit dem Rüssel im Gesicht».\nDie Sendung vom 4. Mai 1988 war in drei Teilen aufgebaut: auf eine\nhumoristische «Nachrichtensendung» (Schnurznachrichten) folgten\nGratulationen (100. Geburtstag der SPS, 125. Geburtstag des Schweizerischen\nRoten Kreuzes). Im dritten Teil folgten zwölf Sketches, die unter dem\nArbeitstitel «Frühling, Verliebtheit, Liebe, Sex und Porno» standen. Mit\nverschiedenen humoristischen und satirischen Mitteln sollte aufgezeigt\nwerden, dass verschiedene Lebensbedürfnisse wie Liebe und Sexualität\ndurch Clichés oder verbreitete gesellschaftliche oder religiöse Vorurteile,\nWertvorstellungen und Doktrinen überdeckt, verfremdet oder auch zerstört\n\n2\nwerden können. Auf den achten («der Zwang des Vergewaltigers») und\nzwölften («Litanei») Sketch wird in den Erwägungen dieses Entscheides näher\neingegangen.\nB. Gegen diese Sendung erhob F., Pfarrer, am 4. Mai 1988, und ergänzend am\n13. Mai, Beschwerde bei der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und\nFernsehen (hiernach: UBI).\n…\nC. Gemäss Art. 19 des BB vom 7. Oktober 1983 über die unabhängige\nBeschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (BB UBI, SR 784.45) wurde\ndie Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (hiernach: SRG) zur\nStellungnahme eingeladen.\nIn ihren Stellungnahmen vom 31. Mai beziehungsweise 25. Juli 1988\nbeantragte die SRG zunächst, es sei auf die Beschwerde mangels Legitimation\ndes Beschwerdeführers nicht einzutreten, eventuell sei die Beschwerde\nmateriell abzuweisen.\nZur Sendung selbst führte die SRG aus, dass mit satirischen Mitteln versucht\nwurde, aufzuzeigen, wie Liebe und Sexualität - durch gesellschaftliche oder\nreligiöse Wertvorstellungen - überdeckt, verfremdet oder auch zerstört\nwerden können. Bezüglich der «Litanei» stellt die SRG fest, dass dieser Beitrag,\nder den äusserst sensiblen Bereich des Religiösen berührte, sehr weit ging\nund als solcher nicht unproblematisch war. Es sei jedoch eine Tatsache, dass\ndie im «Litanei»-Beitrag kritisierte Sexualmoral bei vielen Gläubigen und\npraktizierenden Katholiken selbst umstritten sei. Dass dies in einer Form\ndargestellt wurde, die der Institution Kirche wesenseigen sei, erscheine unter\nkommunikativen Gesichtspunkten betrachtet als eine naheliegende Lösung.\nSoweit nötig, wird auf die Argumentation der SRG in den Erwägungen näher\neingegangen.\n…\n\nII\n\n"}