{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1988-06-08", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-53-44--_1988-06-08.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001025.pdf?ID=150001025", "Checksum": "8eff4bc710bb4a0b48a4358d09762463"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 53.44 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 08.06.1988 JAAC 53.44 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 08.06.1988 JAAC 53.44 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 08.06.1988 JAAC 53.44 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:34:08", "Checksum": "e00b4b18cb551f4d94a8847a06274a89", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 08.06.1988 JAAC 53.44 \r\n\n JAAC 53.44\n\nEntscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für\nRadio und Fernsehen vom 8. Juni 1988\n\nRadio locale. Violation du droit fédéral dans la retransmission d’un\narticle de presse satirique contenant un reproche grave à l’adresse d’un\ndéputé de la Confédération.\nArt. 23 al. 1 OER. Exigence d’une information conforme à la réalité et\npondérée.\n- Application par analogie des principes régissant la SSR.\n- Portée pour un diffuseur dont le programme est principalement\nl’oeuvre des auditeurs.\n- Violation du devoir de diligence journalistique due à l’adjonction, sur\nles ondes, d’un reproche grave et non vérifié, qui dépasse objectivement\nles termes utilisés par la presse écrite à l’endroit du député.\n\nLokalradio. Bundesrechtsverletzende Übertragung eines satirischen\nPresseerzeugnisses mit schwerem Vorwurf an einen eidgenössichen\nParlamentarier.\nArt. 23 Abs. RVO. Erfordernisse der wahrheitsgetreuen Darstellung und\nder Ausgewogenheit.\n- Analoge Anwendung der für die SRG geltenden Grundsätze.\n- Bedeutung für einen Veranstalter, dessen Programm hauptsächlich\ndurch die Hörer gestaltet wird.\n- Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht durch die\nradiophonische Einfügung eines unüberprüften, gegenüber dem\nPressetext objektiv erweiterten schwerwiegenden Vorwurfs an den\nParlamentarier.\n\n1\nRadio locale. Violazione del diritto federale nella ritrasmissione di un\narticolo di stampa satirico concernente un biasimo grave all’indirizzo\ndi un deputato federale.\nArt. 23 cpv. 1 OPR. Esigenze di un’informazione conforme alla realtà e\nponderata.\n- Applicazione per analogia dei principi che reggono la SSR.\n- Portata per un diffusore il cui programma è essenzialmente l’opera\ndegli uditori.\n- Violazione dell’obbligo di diligenza giornalistica dovuta\nall’aggiunta, sulle onde, di un biasimo grave non verificato che supera\nobiettivamente i termini usati dalla stampa scritta nei confronti del\ndeputato.\n\nI\n\nA. Ein Lokalradio strahlte am 24. August 1986 im Rahmen einer wöchentlichen\nSendung unter anderem folgende Passage aus (in Mundart):\n«… Und ich möchte in diesem Zusammenhang auch auf die Drittwelt-Zeitung\nhinweisen, die vielleicht nicht alle Hörer und Hörerinnen kennen, das ist\n«Mosquito»; die haben diese Zeitung dieses Monats - sie erscheint monatlich\n- es lohnt sich nur schon allein zu kaufen wegen dem Rückblatt, das sie gemacht\nhaben, in dem sie dort ein «Gesucht»-, ein «Wanted»-Plakat darstellen, wo sie\nsuchen den Herrn …, Nationalrat und seines Zeichens finanziert vom CIA und\nseines Zeichens aktiver Unterstützer der Contra-Büros in der Schweiz, die ja\nimmer noch nicht geschlossen sind. Ich habe damit gesagt, was ich noch zu\nNicaragua sagen wollte….»\nB. Über diese Ausstrahlung beschwerte sich der gemeinte Nationalrat beim\nEidg. Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement (EVED). Durch die\nVerbreitung dieser falschen, disqualifizierenden und ehrverletzenden\nAussagen, mit denen sich der Radio-Sprecher überdies identifiziert habe,\nsei gegen Art. 23 Abs. l der V vom 7. Juni 1982 über lokale Rundfunk-Versuche\n(RVO, SR 784.401) verstossen worden, der eine wahrheitsgetreue\nBerichterstattung verlangt.\n\n2\nAufgrund von Art. 16 des BB vom 7. Oktober 1983 über die unabhängige\nBeschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (BB UBI, SR 784.45) und\nvon Art. 33 RVO hat das EVED die Eingabe zuständigkeitshalber an das\nBeschwerdeorgan vom Lokalradio, an den Radiorat, weitergeleitet.\nC. Im Anschluss an die gescheiterten Bemühungen des Radiorats, die Sache\ngütlich beizulegen, fällte er am 10. August 1987 einen Entscheid und wies die\nBeschwerde ab… .\nD. Am 7. Dezember 1987 gelangte der Beschwerdeführer an die Unabhängige\nBeschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI). …\nE. …\nIn seiner Vernehmlassung vom 11. Januar 1988 zuhanden der UBI weist\ndas Lokalradio unter anderem auf seine spezielle, nach dem Prinzip\ndes Hörerradios aufgebaute Organisation hin. Die beiden Betreuer der\nbeanstandeten Sendung seien weder Berufsjournalisten noch bezahlte\nMitarbeiter. Die Stammhörer wüssten, dass die betreffende regelmässige\nSendung keine nach sonst gängigen Kriterien «objektive» Nachrichten\nverbreite. Das Radio sei im Sommer 1986 mehrmals auf die Beteiligung von\nSchweizern an der von dem amerikanischen Geheimdienst CIA orchestrierten\nImagekampagne für die Contras zu sprechen gekommen und habe dabei\nauch erwähnt, dass der betreffende Nationalrat sich von den Vorwürfen\neines Zusammengehens mit der CIA distanziere. Weil er in allen seinen\nPublikationen die Unterstützung der Contras durch die CIA verteidige,\nkönne es für ihn nicht ehrverletzend sein, als faktischer Agent dieser Kräfte\nangesehen zu werden.\nF. …\nG. Am 14. April 1988 hat die Instanz das EVED um Auskünfte im\nZusammenhang mit dem Redaktionsstatut gebeten, welches sich das\nLokalradio gegeben hat. Aus der Antwort vom 18. April 1988 geht hervor,\ndass die Verantwortlichen des Senders davon ausgehen konnten, dass das\nRedaktionsstatut - das unter anderem von Selbstverwaltung und Hörerradio\nspricht - vom EVED für in Ordnung befunden wurde.\n…\n\nII\n\n"}