{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1986-03-11", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-51-13--_1986-03-11.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000359.pdf?ID=150000359", "Checksum": "5488d95ca12784843eae9a55187f2db0"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 51.13 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 11.03.1986 JAAC 51.13 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 11.03.1986 JAAC 51.13 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 11.03.1986 JAAC 51.13 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:35:08", "Checksum": "68706275db0f7221a664225c57b28cf2", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 11.03.1986 JAAC 51.13 \r\n\n JAAC 51.13\n\nEntscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für\nRadio und Fernsehen vom 11. März 1986\n\nRadio et télévision. Plainte contre une émission d’information de\nla télévision sur les dessous et les circonstances personnelles d’une\nenquête pénale en cours contre un conseiller d’Etat. En principe, de\ntelles émissions sont compatibles avec la concession SSR. Prise en\nconsidération de la présomption d’innocence de l’art. 6 CEDH dans le\ncadre de l’obligation de diligence journalistique. En ce qui touche les\npersonnalités de la vie publique, les limites du compte-rendu admissible\nsont plus larges.\n\nRadio und Fernsehen. Beanstandung einer Informationssendung des\nFernsehens über die Hintergründe und personellen Begleitumstände\nder gegen einen Regierungsrat laufender Strafuntersuchung.\nGrundsätzliche Vereinbarkeit solcher Sendungen mit der\nSRG-Konzession. Berücksichtigung der Unschuldsvermutung gemäss\nArt. 6 EMRK im Rahmen der journalistischen Sorgfaltspflicht. In bezug\nauf Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sind die Grenzen der\nzulässigen Berichterstattung weiter.\n\nRadio e televisione. Ricorso contro un’emissione d’informazione della\ntelevisione su retroscena e circostanze personali di un’inchiesta penale\nin corso contro un consigliere di Stato. In principio, tali emissioni\nsono compatibili con la concessione SSR. Presa in considerazione della\npresunzione d’innocenza dell’articolo 6 CEDU nel quadro dell’obbligo di\ndiligenza giornalistica. Per quanto attiene alle personalità della vita\npubblica, i limiti dell’informazione ammissibile sono più ampi.\n\n1\nI\n\nA. Am 17. Dezember 1985 berichtete die Rundschau des Deutschschweizer\nFernsehens (DRS) in einem ungefähr zehnminütigen Beitrag unter dem Titel:\n«Bernardo Lardi nach dem Fall» über mögliche Verstrickungen des Bündner\nRegierungsrates mit der «Lex Furgler» sowie dessen Verzicht auf eine erneute\nKandidatur für die nächsten Wahlen in die Exekutive (April 1986).\nDas Fernsehen berichtete in fünf Kapiteln wie folgt: (1) «Vom kleinen\nLandanwalt zum Regierungsrat»: Gemeindepräsident in Poschiavo; Anwalt\nin Samedan, Beteiligung am Immobiliengeschäft, Verwandtschaft mit dem\nfrüheren Gemeindepräsidenten und Bauunternehmer Lazzarini, der als\nÜberbauer des Oberengadins und als Königsmacher der SVP gelte, was\nzweifellos geholfen habe, den politischen Weg seines CVP-Schwiegersohnes zu\nebnen; im September 1979 deutliche Wahl von Dr. Lardi in den Regierungsrat;\nihr ging voraus: (2) «Ein regierungsrätliches Intermezzo»: Rücktritt von Reto\nSciuchetti, der zu Unrecht einen akademischen Titel geführt hatte, nach fünf\nMonaten im Amt. (3) «Über die Vergangenheit gestolpert»: Verdacht, dass\nBernardo Lardi in illegale Immobiliengeschäfte im Oberengadin verstrickt sei;\nbis zu seiner Wahl in die Regierung sei er alleiniger Verwaltungsrat zweier\nverdächtiger Firmen (Giatresca SA und Esteno SA in Celerina) gewesen,\nder ausserordentliche Staatsanwalt habe ein Verfahren gegen Dr. Lardi\neröffnet; ein dritter Fall werde wegen Verjährung nicht weiter verfolgt,\nhabe aber politisch das grösste Gewicht, weil man mit Hilfe von Lardis\nSchwester italienisch beherrschte Besitze in schweizerisches Eigentum\nzurückgeführt habe, worauf das Verfahren eingestellt worden sei; nach\nanfänglichen Drohungen gegen die Schweizer Illustrierte und DRS-aktuell,\ndie den Fall aufdeckten, habe nun Regierungsrat Lardi seinen Rücktritt\nerklärt. (4) «Die Mächtigen & die Möchtegern-Mächtigen»: Interview mit\ndem CVP-Kantonalpräsidenten, der erklärt, seine Partei stehe nach wie\nvor hinter Lardi, sowie Interview mit dem Sozialdemokraten und Sekretär\ndes Bündner Gewerkschaftsbundes, der ausführt, dass die SP hier keine\nrichtige Oppositionspartei sei und zur Erhaltung ihrer Chancen in den\nRegierungsratswahlen nicht gegen Dr. Lardi auftrete. (5) «Etwas über Diäten\nund Pensionen»: Nach dem Hinweis, dass die SP auf einen Anteil an der Macht\nmit der Wahl von Nationalratspräsident Martin Bundi hofft, endet der Beitrag\nmit Angaben über das lebenslängliche Ruhegehalt, das Dr. Lardi nach seiner\nachtjährigen Tätigkeit in der Regierung zustehe.\nB. Gegen diesen Beitrag beschwerten sich am 15. Januar 1986 A. D. und W. G.\nDie Beschwerdeführer werden von 27 weiteren Personen unterstützt.\nDie Eingabe macht geltend, die Sendung sei im Kern eine illegale\nVorverurteilung gewesen. Aufmachung und Tenor des Beitrages hätten\nzwingend den Eindruck erwecken müssen, Dr. B. Lardi sei überführt.\nNach dem aktuellen Stand der Ermittlungen sei er aber nicht Angeklagter,\ngeschweige denn Verurteilter. Die Art und Weise zudem, wie das Fernsehen\ndie Zuschauer über den Pensionsbeitrag an Lardi unterrichtete, sei ebenfalls\nals verwerfliche Stimmungsmache zu werten. Das verstosse aber gegen die in\nArt. 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950\n\n"}