{"Signatur": "CH_VB_009", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2003-08-26", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_009_JAAC-70-48--_2003-08-26.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150007334.pdf?ID=150007334", "Checksum": "527463ad1b410194629e9e00bfd7584b"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 70.48 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidg. 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Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport 26.08.2003 JAAC 70.48 \r\n\n 5\nnoch erstellt ist, dass dem Beschwerdeführer im Rahmen seiner Bewerbung\neine entsprechende Frage gestellt worden ist; insbesondere ergibt sich eine\nentsprechende Frage nicht aus dem Fragebogen für Stellenbewerber. Eine\nOffenbarungspflicht besteht nur für Tatsachen, welche die Untauglichkeit\nzur Arbeitsleistung zur Folge haben (Manfred Rehbinder, Basler Kommentar,\nN. 6 zu Art. 320 OR). Dies ist bei der dem Beschwerdeführer vorgeworfenen\nVerurteilung offensichtlich nicht der Fall. Wer wegen sexueller Handlungen\nmit einem Kind verurteilt ist, kann trotzdem ein sehr guter und verlässlicher\nInformatiker sein.\nbb. Dass im öffentlichrechtlichen Arbeitsverhältnis eine weiter reichende\nOffenbarungspflicht besteht als im privatrechtlichen, ergibt sich nicht aus\nder gängigen Literatur, weder aus Peter Hänni, «Das öffentliche Dienstrecht\nder Schweiz» (Zürich 2002), noch aus Tobias Jaag, «Das öffentlichrechtliche\nDienstverhältnis im Bund und im Kanton Zürich» (ZBl 95/1994 433 ff).\nDenise Buser, «Datenschutz im öffentlichen Dienstverhältnis», in: Helbling/\nPoledna, «Personalrecht des öffentlichen Dienstes» (Bern 1999, S. 387 f.)\ngeht davon aus, dass alle Auskünfte verweigert werden können, welche\nin keinem relevanten Bezug zum Abschluss des Arbeitsverhältnisses oder\nzur Durchführung desselben stehen, äussert sich aber nicht ausdrücklich\nzur Frage nach früheren Verurteilungen. Vielmehr betonen mehrere\nAutoren, dass auch bezüglich der dienstlichen Pflichten und der Treuepflicht\neine Annäherung zwischen öffentlichrechtlichem und privatrechtlichem\nArbeitsverhältnis stattfinde (so u.a. Tobias Jaag, «Besonderheiten des\nPersonalrechts im halbstaatlichen Bereich», in: Helbling/Poledna, a.a.O., S.\n599f.). Weder das Bundespersonalgesetz noch die Bundespersonalverordnung\nerwähnen denn auch eine besondere Offenbarungspflicht. Damit besteht\nim öffentlichrechtlichen Arbeitsverhältnis hinsichtlich des hier relevanten\nSachverhalts keine erhöhte Offenbarungspflicht.\ncc. Es ist dem Beschwerdeführer beizupflichten, dass eine entsprechende\nInformationspflicht auch nicht dem BWIS und der Verordnung vom 19.\nDezember 2001 über die Personensicherheitsprüfungen (PSPV, SR 120.4)\nentnommen werden kann, wie dies die Beschwerdegegnerin behauptet.\nVielmehr obliegt die Sammlung der für die Beurteilung des Sicherheitsrisikos\nerforderlichen Daten einzig der Beschwerdegegnerin, welcher dafür nur die in\nArt. 20 Abs. 2 BWIS genannten Datenquellen zur Verfügung stehen. Nachdem\ndie Personensicherheitsprüfung nur mit Zustimmung der betroffenen\nPerson durchgeführt werden kann (Art. 19 Abs. 3 BWIS; André Moser, Der\nRechtsschutz im Bund, in: Helbling/Poledna, a.a.O., S. 539), hat diese auch das\nRecht, die Antwort auf einzelne Fragen zu verweigern und ist schon gar nicht\nverpflichtet, von sich aus Informationen der hier zur Diskussion stehenden Art\nzu liefern.\n(...)\n\n6\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 70.48 - Auszug aus dem rechtskräftig gewordenen Entscheid 470.03.03 der\nRekurskommission VBS, II. Abteilung, vom 26. August 2003\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 2006\nAnnée\nAnno\n\nBand 70\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 007 334\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}