{"Signatur": "CH_VB_009", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2002-04-25", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_009_JAAC-67-115--_2002-04-25.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005810.pdf?ID=150005810", "Checksum": "252944acc305fa530dea785de94c95c6"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 67.115 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidg. 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Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport 25.04.2002 JAAC 67.115 \r\n\n 3\nBerufung auf den Vertrauensschutz aus einem anderen Grund ausgeschlossen:\nWie die Beschwerdegegnerin richtig ausführt, muss der Adressat der\nfalschen Auskunft im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft eine für ihn\nnachteilige Disposition getroffen haben, die unwiderruflich ist oder jedenfalls\nnicht ohne Schaden wieder rückgängig gemacht werden kann (Häfelin/Müller,\na.a.O., N. 575 und BGE 115 Ia 18, BGE 114 Ia, 107, 213 f). Eine solche wird\nweder behauptet noch nachgewiesen.\nMit der Bezahlung der Fr. (…) sind somit die Regressansprüche des Bundes\naufgrund der Entschädigungen für Personenschäden nicht erledigt.\n4.1. Der Beschwerdeführer will den gegen ihn erhobenen Vorwurf\ngrobfahrlässigen Handelns nicht gegen sich gelten lassen. Grobfahrlässig\nim Sinne von Art. 138 und Art. 139 Abs. 1 MG handelt, wer elementarste\nVorsichtsgebote verletzt, die jeder verständige Mensch in der gleichen\nLage und unter den gleichen Umständen beachten würde (Brem,\nZürcher Kommentar, N. 197 zu Art. 41 des Obligationenrechts [OR], SR\n220; Oftinger/Stark, Schweizerisches Haftpflichtrecht I § 5 N. 107; Rey,\nAusservertragliches Haftpflichtrecht, Zürich 1995, N. 857; BGE 119 II 448 E. 2a,\nBGE 115 II 287 E. 2a, BGE 111 Ib 197 E 3, BGE 108 II 424 E. 2 mit weiteren\nHinweisen). Dabei sind auch die besonderen Umstände des militärischen\nEinsatzes - ungewöhnliche Risiken, Entscheidungs- und Zeitdruck usw.\n- zu berücksichtigen. Ein Abweichen vom zivilrechtlichen Begriff der\nGrobfahrlässigkeit ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung\nauch von der Sache her nicht erforderlich (BGE 111 Ib 197).\nDie Rekurskommission des Eidgenössischen Departements für Verteidigung,\nBevölkerungsschutz und Sport (REKO/VBS) ist sodann gemäss ständiger\nRechtsprechung auch nicht an eine strafrechtliche oder disziplinarische\nErkenntnis gebunden (VPB 52.43 S. 256 unten), ebenso nicht an einen\nEntscheid, womit ein solches Verfahren eingestellt oder gar nicht an\ndie Hand genommen wird. Demnach ist nicht von Belang, dass der\nUntersuchungsrichter auf ein Militärstrafverfahren verzichtete und die\nErledigung als leichter Fall im Rahmen eines Disziplinarstrafverfahrens\nerfolgte.\n4.2. Gemäss Aussage von Oberleutnant T.Z. bestand am fraglichen Abend\nein Kaderfahrverbot. Der Beschwerdeführer wusste, dass ein solches\nVerbot bestand. Wenn er sich dennoch ans Steuer setzte, übertrat er dieses\nKaderfahrverbot vorsätzlich. Der Auffassung der Beschwerdegegnerin, dass\nder Beschwerdeführer den Schaden bewusst fahrlässig verursacht hat, ist\nzwar beizupflichten (Oftinger/Stark, a.a.O, § 5 N. 48 Anm. 44 und N. 110), doch\nist damit noch nichts darüber ausgesagt, ob diese bewusste Fahrlässigkeit eine\nleichte oder eine grobe sei (Brem, a.a.O., N. 197; Oftinger/Stark, a.a.O., N. 111).\nDa die Gerichte grobe Fahrlässigkeit nicht leichthin annehmen, sondern\nschwerwiegende Verstösse gegen Sorgfaltspflichten voraussetzen, ist aus der\nVerletzung des Kaderfahrverbotes allein noch nicht auf grobe Fahrlässigkeit zu\nerkennen.\n4.3. Bevor der Führer sich vom Fahrzeug entfernt, muss er es gegen\ndas Wegrollen sichern (Art. 37 Abs. 3 des Strassenverkehrsgesetzes\nvom 19. Dezember 1958 [SVG], SR 741.01, Art. 22 Abs. 1 der\nVerkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 [VRV], SR 741.11). Im\nGefälle ist die Bremse anzuziehen und eine weitere wirksame Sicherung\n\n"}