{"Signatur": "CH_VB_009", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2002-08-30", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_009_JAAC-67-101--_2002-08-30.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005765.pdf?ID=150005765", "Checksum": "ba03fc622c010ee20e2458a64717d4ee"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 67.101 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidg. 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Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport 30.08.2002 JAAC 67.101 \r\n\n 6\nreichten die in direkten Auswahlverfahren erhobenen Daten aus; zudem\nentstehe bei Vertrauensmissbrauch in den meisten Fällen kein erheblicher und\nnicht wiedergutzumachender Schaden (BBl 1994 II 1147).\nb. Auch wenn die Rekurskommission die Ansicht der Beschwerdegegnerin,\ndass sich extremes Gedankengut - unabhängig davon, ob es linker oder\nrechter Prägung sei - negativ auf die demokratischen und rechtsstaatlichen\nGrundlagen der Schweiz auswirken kann, ergibt sich aus Sinn und Zweck\ndes Gesetzes und aus der zitierten Botschaft des Bundesrates klar, dass\nnur nachgewiesene naheliegende Risiken von einigem Gewicht eine\neinschneidende Massnahme, wie die im vorliegenden Fall getroffene, zu\nrechtfertigen vermag. Die Beschwerdegegnerin ist mit anderen Worten\n- wie jede Verwaltungsbehörde - bei ihrer Tätigkeit an den Grundsatz der\nVerhältnismässigkeit gebunden, d. h. die Verwaltungsmassnahme muss im\nHinblick auf das im öffentlichen Interesse angestrebte Ziel erforderlich sein;\nsie hat zu unterbleiben, wenn eine gleich geeignete, aber mildere Massnahme\nfür den angestrebten Erfolg ausreichen würde (vgl. Häfelin/Müller, Grundriss\ndes Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. Aufl., Zürich 1998).\nc. Die Beschwerdegegnerin ist nach Abwägung sämtlicher Fakten und\nmöglicher Folgen im Ereignisfall zum Schluss gekommen, dass durch die\nAktivitäten des Beschwerdeführers im Rechtsextremismusbereich eine\nmittelbar erhöhte Gefährdung in Bezug auf die innere - und/oder äussere -\nSicherheit der Schweiz nicht ausgeschlossen werden könne.\nd. Dieser Auffassung könnte die Rekurskommission zustimmen, falls\nin rechtsgenüglicher Weise nachgewiesen worden wäre, dass der\nBeschwerdeführer in der rechtsextremen Szene während längerer Zeit eine\naktive Rolle innegehabt oder sich gar als Ideologe und Vordenker hervorgetan\nhätte, und wenn er nach wie vor an rechtsextremen Veranstaltungen - wie\nKonzerten oder Vorträgen - teilnehmen würde. Wie bereits erwähnt, ist dieser\nNachweis nicht gelungen. Vielmehr hat die Vorinstanz ihrem Entscheid in\nunzulässiger Weise Vermutungen und Annahmen zu Grunde gelegt. Allein\nauf Grund der nachgewiesenen Besuche von einigen wenigen Konzerten\nund Vorträgen in der rechtsextremen Szene während einigen Monaten - und\nnachdem sich der Beschwerdeführer unwiderlegbar nach wenigen Monaten\ndefinitiv von der rechtsextremen Szene lossagte - sowie in Berücksichtigung\nseiner Vorstrafenlosigkeit und seines unbescholtenen Leumunds, kann\nnach Auffassung der Rekurskommission nicht auf eine, die Erklärung zum\nSicherheitsrisiko im Sinne des BWIS rechtfertigende, Gefährdung der inneren\nund/oder äusseren Sicherheit der Eidgenossenschaft geschlossen werden. Aus\ndiesen Gründen verletzt die angefochtene Risikoverfügung den Grundsatz der\nVerhältnismässigkeit. Sie ist aufzuheben.\n\n7\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 67.101 - Auszug aus einem unangefochten gebliebenen Urteil der Rekurskommission\nVBS, II. Abteilung, vom 30. August 2002\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 2003\nAnnée\nAnno\n\nBand 67\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 005 765\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}