{"Signatur": "CH_VB_009", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1999-12-02", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_009_JAAC-65-18--_1999-12-02.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005102.pdf?ID=150005102", "Checksum": "1b49af975a88d7dc778b5ff9c2b37187"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 65.18 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidg. 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Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport 02.12.1999 JAAC 65.18 \r\n\n JAAC 65.18\n\nEntscheid der Rekurskommission des Eidgenössischen\nDepartements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz\nund Sport vom 2. Dezember 1999\n\nArt. 135 al. 1 et art. 141 al. 1 LAAM. Responsabilité de la Confédération\npour les dommages résultant d’une activité de service. Tort moral.\nDommages-intérêts et réparation du tort moral demandés par\nun civil après une collision avec un militaire sur une piste de ski.\nReconnaissance de la créance en dommages-intérêts et rejet de la\nréparation du tort moral.\n\nArt. 135 Abs. 1 und Art. 141 Abs. 1 MG. Haftung des Bundes für Schäden\ninfolge dienstlicher Tätigkeit. Genugtuung.\nSchadenersatz- und Genugtuungsforderung eines Zivilisten nach\neiner Kollision mit einem Angehörigen der Armee auf einer Skipiste.\nAnerkennung der Schadenersatzforderung und Ablehnung der\nGenugtuungszahlung.\n\nArt. 135 cpv. 1 e art. 141 cpv. 1 LM. Responsabilità della Confederazione\nper danni derivanti da un’attività di servizio. Torto morale.\nRisarcimento danni e indennità per torto morale richiesti da un civile\ndopo una collisione con un militare su una pista di sci. Riconoscimento\ndella richiesta di risarcimento danni e rifiuto dell’indennità per torto\nmorale.\n\n1\nDer Beschwerdeführer kollidierte am 17. Januar 1997 beim Skifahren\nim Bereich einer Pisteneinmündung mit einem ebenfalls skifahrenden\nAngehörigen der Armee (AdA), der dienstlich unterwegs war (Vorbereitung\neines Skirennens). Der Beschwerdeführer erlitt dabei eine Verletzung\nam Wadenbein und am Fussgelenk rechts, der AdA blieb unverletzt. Die\nHeilungskosten im Betrage von Fr. 3464.35 wurden vom Bund übernommen.\nEine am 8. Dezember 1998 erstmals erhobene Genugtuungsforderung wurde\nabgelehnt. Die Rekurskommission bestätigt die Ablehnung.\nAus den Erwägungen:\nDie grundsätzliche Haftbarkeit der Beschwerdegegnerin nach Art. 135\nAbs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 3. Februar 1995 über die Armee und\ndie Militärverwaltung (MG, SR 510.10) ist nicht umstritten. Zur Diskussion\nsteht einzig, ob der Beschwerdeführer nicht nur auf den bereits geleisteten\nSchadenersatz Anspruch hat, sondern auch auf eine Genugtuung in der\nHöhe von Fr. 1800.-. Dass die Beschwerdegegnerin ihre Schadenersatzpflicht\nanerkannt hat, ist für die Zusprechung einer Genugtuungssumme nicht\npräjudiziell, da die Voraussetzungen für eine solche nicht so schnell gegeben\nsind wie für Schadenersatz (Alfred Keller, Haftpflicht im Privatrecht, 4. Aufl.,\nBern 1979, S. 39). Für die Voraussetzungen der Genugtuung verweist\nArt. 141 Abs. 1 MG auf Art. 47 des Bundesgesetzes vom 30. März 1911\nbetreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter\nTeil: Obligationenrecht [OR], SR 220).\nNach Art. 47 OR kann der Richter bei Körperverletzung unter Würdigung der\nbesonderen Umstände eine angemessene Genugtuung zusprechen. Dass der\nBeschwerdeführer eine Körperverletzung erlitten hat, ist unbestritten.\nGenugtuung ist aber nicht bei jeder Körperverletzung schlechthin geschuldet,\nsondern nur dann, wenn der erlittene körperliche bzw. seelische Schmerz\nvon einer gewissen Schwere ist. Nur dann sind die vom Gesetz verlangten\n«besonderen Umstände» gegeben (BGE 110 II 166; Anton K. Schnyder, Basler\nKommentar zu Art. 47 OR, N. 6 und 9). Bei Bagatellverletzungen ist keine\nGenugtuung geschuldet (Klaus Hütte / Petra Ducksch, Genugtuung, 3. Aufl.,\nZürich 1996, I/64 vor N. 192). Es ist von der Regel auszugehen, dass kleinere\nBeeinträchtigungen, wie sie in jedem Lebenslauf vorkommen, nicht zu einer\nGenugtuungszahlung führen sollen. Als Beispiele werden in der Literatur\nBeeinträchtigungen wie zeitweise Kopfschmerzen, Spitalaufenthalte von\nweniger als einem Monat, Kuraufenthalte, kleinere Operationen ohne\nbesondere Schmerzen und Risiken oder unbedeutende Entstellungen\ngenannt (Karl Oftinger / Emil W. Stark, Schweizerisches Haftpflichtrecht,\nAllgemeiner Teil, Band I, Zürich 1995, § 8 N. 32, N. 60 und Fn. 69; vgl. auch\nRey, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 2. Aufl., Zürich 1998, N. 456). Eine\ngewisse Schwere hat dagegen eine Beeinträchtigung, durch welche das Opfer\nein Organ verliert oder die zur Folge hat, dass ein Organ nicht mehr richtig\ngebraucht werden kann (BGE 110 II 166).\nDer Beschwerdeführer begründet seinen Anspruch mit einer schweren\nErkältung, sechs Wochen Bein im Gips, Schmerzen beim Gehen und\nlängeren Autofahrten, Einschränkungen im Privatleben, bei Besuchen, im\nFreundeskreis, beim Turnen usw. In der Beschwerdebegründung präzisiert\ner die Beeinträchtigung dahingehend, dass er beim Gehen ohne Einlagen\ngrosse Schmerzen empfinde, relativiert aber diese Aussage sogleich damit,\n\n"}