{"Signatur": "CH_VB_009", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1997-11-22", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_009_JAAC-63-72--_1997-11-22.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004364.pdf?ID=150004364", "Checksum": "4f4976f9af6cdcf0f9f180cefa94947c"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 63.72 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidg. 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Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport 22.11.1997 JAAC 63.72 \r\n\n 2\nDiese verweist für die Unterbrechung und die Geltendmachung der\nVerjährung insbesondere auf Art. 135 des Obligationenrechts vom 30. März\n1911 (OR, SR 220), der die Unterbrechungsgründe für den Schuldner und\nden Gläubiger aufzählt; in Ergänzung dazu hält Art. 143 Abs. 4 MG jedoch\nfest, dass als Klage im Sinne dieser Bestimmung auch die schriftliche\nGeltendmachung des Schadenersatzanspruches beim Eidgenössischen\nMilitärdepartement[7] gelte. Wenn der Beschwerdeführer sinngemäss\nausführen lässt, die Aufzählung der Handlungen, mit denen der Gläubiger\ndie Verjährung unterbrechen kann, sei abschliessend und dem Schreiben\nder Beschwerdegegnerin vom 1. Oktober 1996 käme keine dieser Qualitäten\nzu, verkennt er die Situation. Das Gesetz verweist ausdrücklich lediglich\nsinngemäss auf Art. 135 OR. Da weder der Schadenersatzanspruch nach\nArt. 139 MG noch der Rückgriffsanspruch nach Art. 138 OR je gegenüber\nden Angehörigen der Armee durch Klage geltend gemacht werden, sondern\nimmer mittels einer Verfügung, kann sich der Bund wie bei anderen\nöffentlich-rechtlichen Forderungen auf weitere Unterbrechungshandlungen\nberufen.\n4.2. Die Verjährung öffentlich-rechtlicher Forderungen wird nämlich mit jeder\nHandlung unterbrochen, die gemäss Gesetz ein verjährbares Recht vollstreckt\n(Blaise Knapp, Grundlagen des Verwaltungsrechtes, Bd. I, Basel 1992, N. 743;\nderselbe, Lehrgang zum Verwaltungsrecht, Basel 1994, N. 773; ferner auch\nRené Rhinow / Beat Krähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung,\nErgänzungsband, Basel 1990, Nr. 34, IV c), die das Verfahren vorantreibt und\nin der erforderlichen Form erfolgt (Pierre Moor, Droit administratif, Volume\nII, Bern 1991, S. 54). Die Unterbrechungsgründe sind somit im öffentlichen\nRecht viel zahlreicher als im Privatrecht (Moor, a.a.O. S. 54). Im Verfahren auf\nGeltendmachung von Schadenersatzansprüchen nach Art. 139 MG und von\nRegressansprüchen nach Art. 138 MG wird die Verjährung somit ein erstes Mal\ndurch das Schreiben unterbrochen, mit dem die Beschwerdegegnerin jeweils\ndie Angehörigen der Armee unterrichtet, sie gedenke sie haftbar zu machen\nbzw. auf sie Rückgriff zu nehmen, ein zweites Mal mit dem Erlass der bei der\nRekurskommission anfechtbaren Verfügung.\nDie definitive Abrechnung des Armeemotorfahrzeugparks (AMP)\nträgt das Datum des 3. Juli 1997 (recte 1996). Da das Dokument keinen\nEingangsstempel trägt, kann das genaue Datum der Kenntnisnahme durch die\nBeschwerdegegnerin nicht auf Grund der Akten festgestellt werden, doch darf\naufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden,\ndass die Beschwerdegegnerin am 4. Juli 1996 davon Kenntnis nahm. An\ndiesem Datum stand somit für die Beschwerdegegnerin der Schaden und\ndie ersatzpflichtige Person fest. Was die Regressforderung anbelangt, erfolgte\neine erste Zahlung an B. L. von Fr. 120.95 am 15. Mai 1996, eine zweite im\nBetrag von Fr. 4942.60 an die Garage, die das Auto von B. L. repariert hatte,\nam 13. Juni 1996. Demnach muss davon ausgegangen werden, dass der\nBeschwerdegegnerin am 4. Juli 1996 der gesamte Schaden bekannt war. Indem\ndie Beschwerdegegnerin am 1. Oktober 1996 dem Beschwerdeführer mit\neingeschriebenem Brief bekannt gab, sie gedenke eine Schadenbeteiligung von\nFr. 611.50 zu verfügen, hat sie die Verjährung innert Jahresfrist ab Kenntnis\nvon Schaden und Ersatzpflichtigem unterbrochen. Die neue Verjährungsfrist\nwurde ebenfalls innert Jahresfrist durch die Verfügung vom 25. April 1997 bzw.\n2. Juni 1997 wieder unterbrochen.\n\n3\nDaraus ergibt sich, dass die von der Beschwerdegegnerin geltend gemachten\nForderungen nicht verjährt sind.\n[6] BS 5 3; AS 1948 425, 1949 1491 (Art. 1-3, 5 Bst. a-d), 1952 331 338 (Art. 2),\n1961 231, 1968 73 (Ziff. I, III), 1970 43, 1975 11, 1979 114 (Art. 72 Bst. e), 1984\n1324, 1990 1882, 1991 1412, 1992 288 (Anhang Ziff. 20) 2392 (Ziff. I 2), 1994\n1662 (Art. 22 Abs. 2); SR 173.51 Anhang Ziff. 5, 415.0 Art. 15 Ziff. 3, 616.1\nAnhang Ziff. 10, 661 Art. 48 Abs. 2 Bst. d, 833.1 Anhang Ziff. 2, 921.0 Art. 55 Ziff.\n3.\n[7] Heute: Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz\nund Sport.\n\n4\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 63.72 - Auszug aus einem Entscheid der Rekurskommission des Eidgenössischen\nDepartements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport vom 22. November 1997\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1999\nAnnée\nAnno\n\nBand 63\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 004 364\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}