{"Signatur": "CH_VB_009", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1997-11-22", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_009_JAAC-63-72--_1997-11-22.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004364.pdf?ID=150004364", "Checksum": "4f4976f9af6cdcf0f9f180cefa94947c"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 63.72 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidg. 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Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport 22.11.1997 JAAC 63.72 \r\n\n JAAC 63.72\n\nAuszug aus einem Entscheid der Rekurskommission\ndes Eidgenössischen Departements für Verteidigung,\nBevölkerungsschutz und Sport vom 22. November\n1997\n\nArt. 143 al. 2 LAAM. Prescription de l’action récursoire de la\nConfédération à l’égard de militaires et de formations.\n- La prescription de l’action en responsabilité civile et de l’action\nrécursoire sont régies par la même disposition.\n- Actes interruptifs valables.\n\nArt. 143 Abs. 2 MG. Verjährung des Regressanspruches des Bundes\ngegenüber Angehörigen der Armee und Formationen.\n- Für die Verjährung des Haftpflicht- und des Regressanspruches gilt die\nselbe Bestimmung.\n- Gültige Unterbrechungshandlungen.\n\nArt. 143 cpv. 2 LM. Prescrizione del diritto di regresso della\nConfederazione nei confronti di militari e formazioni.\n- La prescrizione delle pretese in materia di responsabilità civile e la\nprescrizione del diritto di regresso sono disciplinate dalla medesima\ndisposizione.\n- Atti interruttivi validi.\n\n1\nZusammenfassung des Sachverhalts:\n\nAm 30. April 1996 fuhr der Beschwerdeführer anlässlich einer Dienstleistung\nmit dem Militär-Personenwagen Puch 230 in H. durch die B.strasse Richtung\nU.strasse. Dabei übersah er an der Kreuzung mit der U.strasse das Stoppsignal.\nEr bremste auch nicht, als von rechts ein Personenwagen (PW) nahte, so dass\nes zu einer Kollision zwischen den beiden Fahrzeugen kam. Es entstand an\nbeiden Fahrzeugen Sachschaden; Personen wurden nur unerheblich verletzt.\nDer Schweizerischen Eidgenossenschaft entstand am Militärfahrzeug ein\nSchaden von Fr. 1051.65; darüber hinaus hatte sie dem geschädigten Halter\nFr. 5063.- zu bezahlen. Der Beschwerdeführer wurde verpflichtet, 10% des\nGesamtschadens zu bezahlen. Er macht geltend, die Forderung sei verjährt.\nDie Rekurskommission des Eidgenössischen Departements für Verteigung,\nBevölkerungsschutz und Sport (Rekurskommission VBS) weist die Einrede der\nVerjährung ab.\n\nAus den Erwägungen:\n\n(...)\n4. Der Beschwerdeführer lässt ausführen, die geltend gemachten Ansprüche\nseien spätestens seit Mitte Mai 1997 verjährt; er bezieht sich dabei auf\nArt. 143 Abs. 2 des Militärgesetzes vom 3. Februar 1995 (MG, SR 510.10), der\nbestimmt, dass der Anspruch des Bundes gegenüber Angehörigen der Armee\nsowie Formationen ein Jahr, nachdem der Bund vom Schaden und von der\nersatzpflichtigen Person Kenntnis hat, auf alle Fälle fünf Jahre nach dem\nschädigenden Ereignis verjährt.\n4.1. Die Bestimmung regelt nach ihrem Wortlaut nur die Verjährung\nvon Ansprüchen des Bundes nach Art. 139 und 140 MG. Hingegen ergibt\nsich daraus nicht, ob sie sich auch mit der Frage der Verjährung einer\nRegressforderung nach Art. 138 MG befasst.\nUnter der Herrschaft des Bundesgesetzes vom 12. April 1907 über die\nMilitärorganisation (MO)[6] war die Verjährung von Regressansprüchen\nin dessen Art. 29 Abs. 2 ausdrücklich geregelt, in dem dort bestimmt war, dass\nRückgriffsansprüche des Bundes gegenüber einem Angehörigen der Armee\ninnert eines Jahres seit der Anerkennung oder gerichtlichen Feststellung der\nSchadenersatzpflicht des Bundes verjähren, auf alle Fälle nach fünf Jahren\nseit dem schädigenden Ereignis (vgl. auch Oftinger/Stark, Haftpflichtrecht,\nBd. II/3, Zürich 1991, § 32 N. 380). Aus der Botschaft zum MG ergibt sich\njedoch, dass Art. 143 Abs. 2 MG (im Entwurf noch Art. 145 Abs. 2) auch für\ndie Regressansprüche des Bundes nach Art. 138 MG Geltung hat; es wird\ndort nämlich ausgeführt: «In Absatz 2 wird der Beginn der Verjährung für\nden Rückgriffs- oder Schadensbeteiligungsanspruch des Bundes gegenüber\nAngehörigen der Armee sowie gegenüber Einheiten und Stäben neu geregelt».\nNeu ist lediglich, dass die relative Verjährungsfrist ab Kenntnis des Schadens\nund der Person des Ersatzpflichtigen zu laufen beginnt, und nicht mehr\nseit Anerkennung oder gerichtlicher Feststellung der Schadenersatzpflicht.\nDemzufolge gilt für die Verjährung des Haftpflicht- und des Regressanspruches\ndie selbe Bestimmung.\n\n"}