{"Signatur": "CH_VB_009", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1997-09-29", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_009_JAAC-63-68--_1997-09-29.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004349.pdf?ID=150004349", "Checksum": "f052c9e259028594448c9c931e8daee1"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 63.68 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidg. 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Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport 29.09.1997 JAAC 63.68 \r\n\n JAAC 63.68\n\nAuszug aus einem Entscheid des Präsidenten\nder Rekurskommission des Eidgenössischen\nDepartements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz\nund Sport als Einzelrichter vom 29. September 1997\n\nArt. 139 LAAM. Action récursoire de la Confédération contre un\nmilitaire. Camion avec remorque insuffisamment assuré dans un\nterrain en pente.\nNégligence grave admise lors du simple engagement d’un petit rapport\nde boîte à vitesse avec serrage du frein à main, sans utilisation\ncomplémentaire d’une cale.\n\nArt. 139 MG. Regressforderung des Bundes gegen einen Angehörigen\nder Armee. Ungenügende Sicherung eines Lastwagens mit Anhänger in\nabfallendem Gelände.\nGrobfahrlässigkeit bejaht beim blossen Einlegen eines kleinen Ganges\nund Anziehen der Handbremse, ohne zusätzliche Verwendung eines\nUnterlegkeiles.\n\nArt. 139 LM. Credito di regresso della Confederazione nei confronti di un\nmilitare. Autocarro con rimorchio assicurato in modo insufficiente su\nun terreno in pendenza.\nAmmessa la negligenza grave nel caso del semplice inserimento di una\nmarcia inferiore e del freno a mano, senza utilizzazione di un cuneo.\n\n1\nZusammenfassung des Sachverhalts:\n\nDer Beschwerdeführer parkierte den ihm als Fahrer anvertrauten Lastwagen\nSteyr 4×4 mit Anhänger in rückwärts abfallendem Gelände. Er sicherte das\nFahrzeug durch Einlegen des 1. Ganges und Anziehen der Handbremse.\nDie führerlose Fahrzeugkombination begann rückwärts zu rollen. Der\nBeschwerdeführer versuchte, einen Keil unter das Rad des Anhängers\nzu werfen, doch liess sich das Gefährt nicht mehr stoppen. Schliesslich\ndrehte der Anhänger seitlich weg, was eine erhebliche Beschädigung an\nder Deichsel zur Folge hatte. Es entstand ein Schaden von rund Fr. 7000.-.\nDie Regressforderung wurde von der ersten Instanz auf 10% des Schadens\nfestgelegt. Eine dagegen erhobene Beschwerde wies die Rekurskommission\ndes Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und\nSport (Rekurskommission VBS) ab.\n\nAus den Erwägungen:\n\n(...)\n4.2. Der Beschwerdeführer will lediglich den gegen ihn erhobenen Vorwurf\ngrobfahrlässigen Handelns nicht gelten lassen.\n5. Grobfahrlässig im Sinne von Art. 138 und 139 Abs. 1 des Militärgesetzes vom\n3. Februar 1995 (MG, SR 510.10) handelt, wer elementarste Vorsichtsgebote\nverletzt, die jeder verständige Mensch in der gleichen Lage und unter den\ngleichen Umständen beachten würde (BGE 111 Ib 197, BGE 119 II 448 E. 2a, 115\nII 287 E. 2a, 111 Ib 197 E 3, 108 II 424 E. 2 mit weiteren Hinweisen). Dabei sind\nauch die besonderen Umstände des militärischen Einsatzes - ungewöhnliche\nRisiken, Entscheidungs- und Zeitdruck usw. - zu berücksichtigen. Ein\nAbweichen vom zivilrechtlichen Begriff der Grobfahrlässigkeit ist nach\nkonstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch von der Sache her nicht\nerforderlich (BGE 111 Ib 197).\nDie Rekurskommission ist sodann gemäss ständiger Rechtsprechung auch\nnicht an ein strafrechtliches oder disziplinarisches Erkenntnis gebunden,\nebenso nicht an einen Entscheid, womit ein solches Verfahren eingestellt oder\ngar nicht an die Hand genommen wird. Demnach ist nicht von Belang, dass\nder Kompanie-Kommandant (Kp Kdt) auf ein Strafverfahren verzichtet hat.\n6.1. Grobfahrlässig wäre das Verhalten des Beschwerdeführers sicher dann,\nwenn er die Fahrzeugkombination in steil abfallendem Gelände parkiert\nhätte, ohne einen Unterlegkeil zu verwenden, denn Abs. 3 von Art. 22 der\nVerkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV, SR 741.11) statuiert\ndie Pflicht zur Verwendung eines Unterlegkeils in starken Gefällen ohne\nRücksicht auf das Gewicht des Wagens. Der Fahrzeuglenker, der sein schweres\nFahrzeug in starken Gefällen nur durch Einlegen eines kleinen Ganges und\nAnziehen der Handbremse sichert, nicht aber zusätzlich einen Unterlegkeil\nverwendet, verletzt ein elementares Vorsichtsgebot, das jedem verständigen\nMenschen in dieser Lage und unter diesen Umständen einleuchtet.\n\n"}