{"Signatur": "CH_VB_009", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1993-12-15", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_009_JAAC-61-90--_1993-12-15.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003659.pdf?ID=150003659", "Checksum": "09f65ab6b05b9e44cad56ce57c1368f0"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 61.90 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidg. 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Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport 15.12.1993 JAAC 61.90 \r\n\n 2\nverschiedensten Rechtsgründen nicht eingetreten. So stützt sie ihr Vorbringen\nauf den Umstand, dass es nicht möglich sei, dass ein Regressanspruch vor dem\nihm zugrundeliegenden Direktanspruch verjähren könne.\nDies mag für Fälle echter Solidarität mit Subrogation in die Gläubigerrechte\ngemäss Art. 149 Abs. 1 OR zutreffen. Bei den im vorliegenden Fall Haftenden\nkann aber keineswegs von schuldhaftem Zusammenwirken bei der\nVerursachung des Schadens und damit von echter Solidarität gesprochen\nwerden. Vielmehr haben sie aus verschiedenen Rechtsgründen - vertragliche\nHaftung bzw. verschuldensunabhängige Kausalhaftung im Sinne von\nArt. 22 ff. des Bundesgesetzes vom 12. April 1907 über die Militärorganisation\n(MO[48]) - für den Schaden einzustehen. Ein Übergang der Gläubigerrechte\ngemäss Art. 149 Abs. 1 OR ist deshalb ausgeschlossen (BGE 115 II 45 ff.). Eine\nSubrogation in die Rechtsstellung des Geschädigten lässt sich anderseits\nauch nicht aus Art. 72 des Bundesgesetzes vom 2. April 1908 über den\nVersicherungsvertrag (VVG, SR 221.229.1) ableiten. Die Anwendung\ndieser Bestimmung beschränkt sich auf den Bereich der unerlaubten\nHandlung. Vorausgesetzt ist nämlich das Vorliegen eines ausservertraglichen\nErsatzanspruches einerseits und ein persönliches Verschulden des\nHaftpflichtigen anderseits (Karl Oftinger, Schweizerisches Haftpflichtrecht,\nBd. I, Allgemeiner Teil, Zürich 1975, S. 383 ff.; Alfred Maurer, Schweizerisches\nPrivatversicherungsrecht, 2. Aufl., Bern 1986, S. 398). Den Bund bzw. die für\nihn handelnden Organe trifft aber im vorliegenden Fall kein persönliches\nVerschulden, können doch die für den Brandfall Verantwortlichen nicht\nals Organe des Bundes bezeichnet werden (Bernhard Müller, die Haftung\nder Eidgenossenschaft nach dem Verantwortlichkeitsgesetz, Zeitschrift\ndes Bernischen Juristenvereins (ZBJV) 105, S. 361 f.). Eine Subrogation im\nSinne von Art. 72 WG und damit auch ein darauf gestützter Regress entfällt\ndeshalb. Der Bund hat im Brandfall einzig aus verschuldensunabhängiger\nKausalhaftung gemäss Art. 22 ff. MO für den verursachten Schaden\neinzustehen. Der Rekurrentin steht somit höchstens ein Ausgleichsanspruch\ngestützt auf Art. 51 Abs. 2 OR zu. Dementsprechend erübrigt sich auch\ndas von der Rekurrentin begehrte Einholen von Unterlagen bezüglich des\nDirektanspruches vom Geschädigten.\nSelbst wenn zwischen der X-Versicherung und dem Geschädigten\neine Forderungszession erfolgt wäre, bedeutete dies den Untergang\ndes Schadenersatzanspruches der X-Versicherung mit Zahlung der\nVersicherungsleistung, da Abänderungen der Regressordnung nach Art. 51\nAbs. 2 OR ungültig sind (Oftinger, a. a. O., S. 390).\nb. Der Ausgleichsanspruch entsteht mit der Zahlung des Regressberechtigten\nan den Geschädigten. In einzelnen Sonderbestimmungen ist zwar vorgesehen,\ndass die Verjährung des Rückgriffsanspruchs erst an dem Tag, an dem der\nRegressberechtigte seinen Gläubiger befriedigt, zu laufen beginnt, doch\ndarf daraus laut Rechtsprechung des Bundesgerichtes keine allgemeine\nVerjährungsbestimmung für Regressforderungen abgeleitet werden.\nInsbesondere soll der Berechtigte aus Gründen der Rechtssicherheit\nbei Kenntnis der Rückgriffsmöglichkeit, des Haftungsumfangs und des\nRegressschuldners nicht mit der Geltendmachung seiner Ansprüche zuwarten\ndürfen (BGE 115 II 50). Die Rekurrentin hat denn auch bereits am 21. Juli 1988\nihre Regressforderung bei der Rekursgegnerin angemeldet und beziffert.\nSpätestens aber mit Auszahlung der Versicherungssumme am 30. Mai\n\n"}