{"Signatur": "CH_VB_009", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1993-07-08", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_009_JAAC-61-89A--_1993-07-08.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003647.pdf?ID=150003647", "Checksum": "05d7da4c5254e33e5f22155998fc8e17"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 61.89A \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidg. 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Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport 08.07.1993 JAAC 61.89A \r\n\n 2\ngewesen und damit zur Vertretung der Interessen der RS-Kompanie auch im\nRekurs berechtigt, so ist der Rekurs abzuweisen, und zwar aus den folgenden\nGründen:\n6. Fraglich ist primär einmal das Interesse der RS-Kompanie an einer\nRückvergütung basierend auf der vorliegend vom Rekurrenten geltend\ngemachten Grundlage. Aus der Tatsache, dass ein Teil der Verluste aus\ndem Erlös des Batterieabends bezahlt worden ist, lässt sich nichts ableiten.\nDer Rekurrent wäre dazu nicht verpflichtet gewesen. Allenfalls hätte ein\nSoldabzug vom Kommandanten der Schule angeordnet werden können\n(Art. 26bis Abs. 1 MO in Verbindung mit Art. 172 Abs. 4 VVA).\nDie Abgeltung der Verluste aus dem Erlös des Batterieabends ist freiwillig\nund irrtumsfrei erfolgt; gemäss Art. 26bis MO wäre die Kompanie dazu nicht\nverpflichtet gewesen. Es ist deshalb schwer erkennbar, wo heute das Interesse\nder heutigen Einheit an einer Feststellung der tatsächlichen Schadenshöhe\nund einer Rückerstattung einer Differenz überhaupt liegen könnte (Alfred Kölz,\nVerwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, Zürich 1993,\nS. 144).\nAnders hätte sich die Sache verhalten, wenn der Rekurrent und das einzelne\nBatteriemitglied mittels Soldabzug tatsächlich belangt worden wären.\n7. Selbst dann, wenn man ein solches Interesse an einer Rückvergütung\nüberhaupt annehmen sollte, wäre der Rekurs abzuweisen. Art. 27 Abs. 1 MO\nverweist bei der Festsetzung der Entschädigung auf die Art. 42, 43 Abs. 1,\n44 Abs. 1, 45, 46, 47 OR. Daraus ergibt sich dem Grundsatz nach auch die\nAnwendbarkeit der zivilrechtlichen Haftpflichtregeln. Schadensberechnung\nund Schadensbemessung bestimmen den Umfang der Haftpflicht. Die\nSchadensberechnung bildet dabei die Grundlage für die Schadensbemessung,\nwelche dann festlegt, welcher Teil des Schadens der Haftpflichtige zu ersetzen\nhat. Mit der Schadensberechnung wird die zahlenmässige Höhe des Schadens\nermittelt (Max Keller / Sonja Gabi-Bolliger Haftpflichtrecht, 2. Aufl., Basel und\nFrankfurt am Main 1988, S. 72/101).\nDem Gesetz selber sind keine Bestimmungen über die Berechnung von\nSachschaden zu entnehmen. Literatur und Judikatur unterscheiden zwischen\nder objektiven und der subjektiven Berechnungsart (Keller/Gabi, a. a. O., S. 98;\nOftinger Karl, Schweizerisches Haftpflichtrecht, I Bd., Allg. Teil, 4. Aufl., Zürich\n1975, S. 250/251).\nDie konkrete oder subjektive Berechnungsart stellt auf die konkrete\nVermögenseinbusse infolge des schädigenden Ereignisses ab (Keller/Gabi,\na. a. O., S. 98). Nach dem schweizerischen Recht ist grundsätzlich ein konkreter\nSchadensnachweis erforderlich und Ausnahmen hievon müssen in einem\nSpezialgesetz ausdrücklich vorgesehen werden (BGE 89 II 219; Keller/Gabi,\na. a. O., S. 101).\nBei der konkreten Berechnungsweise wird nicht vom Verkehrswert der Sache\nausgegangen, sondern es ist festzustellen, welchen Schaden der Verlust der\nSache dem Geschädigten tatsächlich verursacht hat. Zur Berechnung wurden\ndabei Regeln aufgestellt, welche bei Verlust und Zerstörung einer Sache\nzwischen wertbeständigen und nicht wertbeständigen Sachen unterscheiden\n(Oftinger, a. a. O., S. 252 ff.; Keller/Gabi, a. a. O., S. 99 ff.).\n\n"}