{"Signatur": "CH_VB_009", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1996-05-24", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_009_JAAC-61-85--_1996-05-24.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003626.pdf?ID=150003626", "Checksum": "62944caa67626cbce7142fb548c0a638"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 61.85 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidg. 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Abschliessend sei noch darauf hingewiesen, dass auf den 1. Januar 1996\ndie Haftungsbestimmungen des neuen Militärgesetzes vom 3. Februar 1995\n(MG, SR 510.10) in Kraft getreten sind. Diese finden auf den vorliegenden Fall\nnach den Grundsätzen des intertemporalen Rechts zwar keine Anwendung,\ndoch zeigen sie klar, dass die Beschwerdegegnerin nach den bisherigen\nBestimmungen nicht haftet. Nach dem neuen Art. 136 MG haftet der Bund bei\nSchäden infolge ausserdienstlicher Tätigkeit nur für nicht vermeidbare Landund Sachschäden, die in direktem Zusammenhang mit der ausserdienstlichen\nTätigkeit der Truppe oder militärischer Verbände und Vereine stehen, soweit\nsie nicht versicherbar sind.\nDie Botschaft (BBl 1993 IV 112) führt dazu aus:\n«Diese Bestimmung ist neu. Es entspricht einem langjährigen Wunsch der\nausserdienstlich tätigen Verbände und Vereine, dass der Bund die Schäden\nübernimmt, welche durch solche Aktivitäten in Kauf genommen werden müssen,\nalso unvermeidbar und deshalb nicht versicherbar sind. In erster Linie handelt\nes sich um voraussehbare Landschäden, verursacht beispielsweise durch den\nausserdienstlichen Einsatz von Militärmotorfahrzeugen. Diese Schäden können\nin der Regel nicht in die Vereins- oder Veranstalterhaftung eingeschlossen\nwerden. Heute besteht keine gesetzliche Grundlage für die Übernahme durch\nden Bund. Die Haftung des Bundes ist subsidiär. Die Versicherungspflicht der\nmilitärischen Vereine und Verbände und die persönliche Haftung der Teilnehmer\naus vorsätzlicher oder grobfahrlässiger Herbeiführung vermeidbaren Schadens\ngehen vor. Ein Landschaden, den beispielsweise ein Teilnehmer an einem\nausserdienstlichen Wettkampf mit einem Motorfahrzeug aus Übermut anrichtet,\nwürde keine Haftung des Bundes auslösen, denn ein solches Verhalten hat\neinen durchwegs vermeidbaren Schaden zur Folge. Ebenso erfasst wird die\nausserdienstliche Tätigkeit der Truppe (z. B. Divisionsmeisterschaften).»\nBeim geltend gemachten Schaden handelt es sich weder um einen Land- noch\num einen Sachschaden, sondern um einen Personenschaden, der zweifelsohne\nvermeidbar gewesen wäre. Somit hätte selbst nach den neuen Bestimmungen\nder Veranstalter und nicht die Beschwerdegegnerin dafür aufzukommen; nach\nden bisherigen Bestimmungen besteht auch nach Auffassung der Botschaft für\nden Bund keine Haftungsgrundlage.\n13. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin für\nden vom Beschwerdeführer geltend gemachten Schaden nicht haftbar ist. Die\nBeschwerde ist demzufolge abzuweisen.\n[38] AS 1968 73. Diese Bestimmung wurde durch Art. 135 f. des Bundesgesetzes\nvom 3. Februar 1995 über die Armee und die Militärverwaltung (Militärgesetz\n[MG], SR 510.10) ersetzt. Die in den folgenden Entscheiden publizierten\nGrundsätze werden auch für die Rechtsprechung zum Militärgesetz von\nBedeutung sein.\n\n10\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 61.85 - Entscheid der II. Abteilung der Rekurskommission EMD vom 24. Mai 1996;\neine gegen diesen Entscheid gerichtete Verwaltungsgerichtsbeschwerde wurde vom\nBundesgericht am 16. Januar 1997 abgewiesen\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1997\nAnnée\nAnno\n\nBand 61\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 003 626\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}