{"Signatur": "CH_VB_009", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1996-05-24", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_009_JAAC-61-85--_1996-05-24.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003626.pdf?ID=150003626", "Checksum": "62944caa67626cbce7142fb548c0a638"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 61.85 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidg. 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Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport 24.05.1996 JAAC 61.85 \r\n\n 2\nDie Rekurskommission EMD ist für die Behandlung sämtlicher Ansprüche der\nvorliegenden Beschwerde zuständig (Änderung von Art. 28 MO durch Ziff. 20\nsowie von Art. 106 BVA durch Ziff. 21 der Änderung des Bundesgesetzes über\ndie Organisation der Bundesrechtspflege vom 4. Oktober 1991, in Kraft seit\n1. Januar 1994, AS 1992 288, und Einfügung von Satz 2 von Art. 106 BVA durch\nAnhang 3 Ziff. 12 der Verordnung vom 3. Februar 1993 über Organisation und\nVerfahren eidgenössischer Rekurs- und Schiedskommissionen, in Kraft seit\n1. Januar 1994, SR 173.31).\n3. Mit Verfügung vom 2. September 1995 wurde das Verfahren auf die Frage\nder grundsätzlichen Haftbarkeit der Beschwerdegegnerin für den vom\nBeschwerdeführer geltend gemachten Schaden beschränkt. Es geht darum zu\nbeurteilen, ob X als Streckenposten am Militärwettmarsch «...» den Schaden\n«als Wehrmann in Ausübung seiner dienstlichen Verpflichtung» zugefügt habe.\nBei der Auslegung von Art. 22 MO ist zu berücksichtigen, dass es sich bei der\nHaftung des Bundes nach Art. 22 ff. MO um eine besondere Staatshaftung\nhandelt, für die aufgrund des Legalitätsprinzipes gilt, dass der Staat\nnur haftet, wenn dies in einem Gesetz ausdrücklich erklärt wird (Emil\nW. Stark, Einige Gedanken zur Haftpflicht für staatliche Verrichtungen,\nSchweizerische Juristenzeitung [SJZ] 1990, S. 2 f.). Über den strikten Wortlaut\nder MO hinaus fallen Haftpflichtleistungen somit nicht in Betracht, da der\nStaat ohne ausdrückliche Norm nicht haftet (Karl Oftinger / Emil W. Stark,\nSchweizerisches Haftpflichtrecht, Bd. II/3, 4. Aufl., Zürich 1991, N. 84 f.).\n4. Die Beschwerdegegnerin ist nach Art. 22 MO haftbar, wenn ein Schaden\neiner Zivilperson von Angehörigen der Armee durch die Ausübung einer\ndienstlichen Verrichtung verursacht worden ist (Oftinger/Stark, a. a. O., N. 190).\n4.1. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer eine Zivilperson ist und\neinen Schaden erlitten hat. Hingegen wird das Vorliegen der weiteren\nVoraussetzungen von der Beschwerdegegnerin verneint, wobei weder\nder Beschwerdeführer noch die Beschwerdegegnerin ihre Ausführungen\naufgliedern und separat dazu Stellung nehmen, ob X ein «Angehöriger der\nArmee» sei bzw. «in Ausübung einer dienstlichen Verrichtung» gehandelt\nhabe; vielmehr werden die beiden Begriffe miteinander vermischt.\nDie beiden Voraussetzungen müssen jedoch klar auseinandergehalten werden:\nFür Personen, die nicht «Angehörige der Armee» sind, haftet der Bund nach\nden Art. 22 f. MO von vornherein nicht. Selbst wenn aber ein «Angehöriger\nder Armee» einen Schaden verursacht, haftet der Bund nicht in jedem Fall,\nsondern nur, wenn der Schadensverursacher eine «dienstliche Verrichtung»\nerledigte.\nDiese Unterscheidung ist gerade im vorliegenden Fall wesentlich: Strittig\nist nämlich nur, ob X als «Angehöriger der Armee» gilt. Dass der Schaden\nentstand, als X seine Aufgabe am Militärwettmarsch «...» ausübte, d. h.\n«in Ausübung seiner dienstlichen Tätigkeit», ist bei näherem Hinsehen\nunbestritten.\n4.2. Dies ergibt sich deutlich aus jenen Ausführungen der Vorinstanz, in denen\nsie zur Umschreibung des Begriffs der «dienstlichen Tätigkeit» (Art. 22 Abs. 1\nMO) bzw. «dienstlichen Verrichtung» (Art. 23 Abs. 1 MO) auf den Entscheid\nVPB 43.71 verweist, der folgende Definition verwendet: «In Anlehnung\nan die in BGE 78 II 429 enthaltene Definition ist dienstliche Verrichtung\n\n"}