{"Signatur": "CH_VB_009", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1988-03-29", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_009_JAAC-54-35--_1988-03-29.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001202.pdf?ID=150001202", "Checksum": "b0929d3322463cd043f63de2329a1ecc"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 54.35 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport 29.03.1988 JAAC 54.35 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours du Département fédéral de la défense, de la protection de la population et des sports 29.03.1988 JAAC 54.35 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso del Dipartimento federale della difesa, della protezione della popolazione e dello sport   29.03.1988 JAAC 54.35 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours du Département fédéral de la défense, de la protection de la population et des sports"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso del Dipartimento federale della difesa, della protezione della popolazione e dello sport  "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Département fédéral de la défense, de la protection de la population et des sports; auparavant Dé..."}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:33:59", "Checksum": "ab46afa240b249f2549f9b623dcefdfe", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport 29.03.1988 JAAC 54.35 \r\n\n…\n2. Im vorliegenden Beschwerdefall geht es im wesentlichen um die Frage, ob\ndas durch die KMV eingeführte Vertriebssystem den Zwecken des Pulverregals\nentspricht und vor den Bestimmungen von Art. 4, 31 und 41 BV standhält.\nDas Pulverregal ist in Art. 41 BV festgelegt und in Art. 8 des BG vom 25. März\n1977 über explosionsgefährliche Stoffe (Sprengstoffgesetz [SprstG], SR 941.41)\nsowie in den Art. 12 ff. SprstV ausgeführt.\nBei Regalien hat das innehabende Gemeinwesen ganz generell eine\nweitgehende Verfügungsfreiheit über die darin enthaltenen Nutzungsrechte.\nEs kann diese selbst ausüben, sie nach dem Pachtsystem an mehrere\nKonzessionäre übertragen oder sie nach dem Patentsystem einer\nunbestimmten Vielzahl von Bewilligungsträgern überlassen (Imboden\nMax / Rhinow René A., Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Nr. 121,\nBasel / Stuttgart 1976, Bd. I). Mit dem Vorhandensein eines Regals ist die\nentsprechende Tätigkeit der Handels- und Gewerbefreiheit entzogen. Denn\nArt. 31 BV gewährleistet dieses Grundrecht nicht absolut, sondern behält\nEinschränkungen durch die Bundesverfassung und die auf ihr beruhende\nGesetzgebung vor. Ein solcher Vorbehalt ist aber gerade durch das in Art. 41\nBV verankerte Monopol des Bundes zur Herstellung und zum Handel\nmit Schiesspulver gegeben (VPB 42.61; vgl. auch Aubert Jean-Francois,\nTraité de droit constitutionnel suisse, Paris / Neuenburg 1967, N 1949;\nFleiner Fritz / Giacometti Zaccaria, Schweizerisches Bundesstaatsrecht,\nTübingen 1923, Nachdruck Zürich 1949, 1969, S. 276). Daher kann sich die\nBeschwerdeführerin zur Durchsetzung ihrer Rechtsbegehren nicht auf die\nHandels- und Gewerbefreiheit berufen.\n3. Die Beschwerdeführerin sieht den Zweck des Pulverregals auf die Belange\nder Landesverteidigung sowie der öffentlichen Sicherheit beschränkt\nund verneint namentlich die Zulässigkeit wirtschaftspolitischer Zwecke.\nDie Entstehungsgeschichte des heutigen Art. 41 BV zeigt indessen, dass\nnebst militärischen Zwecken auch Einnahmen für den Bund beabsichtigt\nwurden (Malinverni Giorgio, in: Kommentar zur Bundesverfassung der\nSchweizerischen Eidgenossenschaft vom 29. Mai 1874, Basel/Bern/Zürich\n1987, Art. 41, N 2). Der fiskalische Zweck der Bestimmung erhellt auch\naus den Strafbestimmungen des früheren Pulverregalgesetzes (BS 5 86)\nsowie des heutigen Sprengstoffgesetzes (Art. 37 Abs. 2), wonach die Busse\nnach dem Warenwert bemessen werden kann, wie dies bei Fiskalgesetzen\nüblich ist. Somit sind fiskalische Zwecke durchaus zulässig. Die heutige\nAusgestaltung des Vertriebs hat denn auch keine wirtschaftspolitischen\n\n"}