{"Signatur": "CH_VB_009", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1988-01-14", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_009_JAAC-52-45--_1988-01-14.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000752.pdf?ID=150000752", "Checksum": "539bb20d0c353533ca4fe261c2f1d07d"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 52.45 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidg. 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Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport 14.01.1988 JAAC 52.45 \r\n\n JAAC 52.45\n\nAuszug aus einem Entscheid des Eidg.\nMilitärdepartements vom 14. Januar 1988\n\nMatériel de guerre. Refus d’une autorisation d’exportation. Notion de\nmatériel de guerre. Propriété admise dans le cas d’un produit chimique\nqui peut être utilisé comme moyen de combat, peu importe que ce soit\npar l’armée ou la police.\n\nKriegsmaterial. Verweigerung einer Ausfuhrbewilligung. Begriff des\nKriegsmaterials. Eigenschaft bejaht bei einem chemischen Erzeugnis,\ndas als Kampfmittel verwendet werden kann; unerheblich ist, ob Armee\noder Polizei es einsetzt.\n\nMateriale bellico. Rifiuto di un’autorizzazione d’esportazione.\nDefinizione di materiale bellico. Qualità di materiale bellico\nriconosciuta a un prodotto chimico che può essere impiegato come\nmezzo da combattimento, poco importa se usato dall’esercito o dalla\npolizia.\n\n1. Im vorliegenden Beschwerdefall geht es im wesentlichen um die Frage,\nob der fragliche Wirkstoff CS (o-Chlorbenzylidenmalononitril), für den\neine Ausfuhrbewilligung gefordert wird, Kriegsmaterial im Sinne der\nentsprechenden Gesetzgebung darstellt.\nNach Art. 1 des BG vom 30. Juni 1972 über das Kriegsmaterial (KMG, SR 514.51)\ngelten nebst Waffen, Munition und Sprengmitteln auch andere Erzeugnisse\nund deren Bestandteile, die als Kampfmittel verwendet werden können, als\n\n1\nKriegsmaterial. Die Bestimmung des Materials im einzelnen obliegt gemäss\nAbs. 2 des erwähnten Artikels dem Bundesrat. Dieser führt in Art. 1 Abs. 1\nBst. b Ziff. 4 der V vom 10. Januar 1973 über das Kriegsmaterial (VKM, SR\n514.511) die «B- und C-Kampfstoffe» auf, die gewöhnlich als biologische und\nchemische Waffen bezeichnet werden.\nIn konstanter Praxis hat die Direktion der Eidg. Militärverwaltung (DMV)\ndenn auch den Wirkstoff CS wie auch das von der Beschwerdeführerin\nebenfalls angesprochene CN (Chloracetophenon) stets als C-Kampfstoffe\nbetrachtet. Es handelt sich dabei um Reizstofflösungen. Sie sind indessen\nnicht als völlig harmlos zu betrachten, wenn sie auch keinen tödlichen\nEffekt aufweisen, sondern lediglich Aktionsunfähigkeit bewirken. Diese\nStoffe müssen daher durchaus als Erzeugnisse betrachtet werden, die\nals Kampfmittel verwendet werden können. Dabei bilden insbesondere\nBürgerkriege denkbare Einsatzmöglichkeiten, wo Strassenkämpfe eine häufige\nErscheinung darstellen.\nOb ein Einsatz durch Militär oder Polizei vorgesehen ist, kann dabei nicht\nentscheidend sein. Gerade bei der erwähnten Einsatzmöglichkeit ist eine\nBeteiligung beider Kräfte denkbar. Müsste im Bewilligungsverfahren\nnach diesen Kriterien unterschieden werden, so würde der Zweck der\nKriegsmaterialgesetzgebung faktisch beeinträchtigt und entsprechende\nUmgehungen des KMG könnten kaum verhindert werden. Bei Einsatzmitteln,\ndie von beiden Kräften verwendet werden, würde zudem eine\nunterschiedliche Behandlung nicht stichhaltig begründet werden können.\nSchliesslich kann die Form oder Konzentration, in der diese Wirkstoffe\ngeliefert werden, keine Rolle spielen. Auch in schwächerer Konzentration\nbestehen, wie erwähnt, Einsatzmöglichkeiten als Kampfmittel. Zudem ist es\nmöglich, die Konzentration einer Stammlösung im Labor zu ändern.\nDass die CS- und CN-Stammlösungen ganz grundsätzlich als Kampfmittel im\nSinne des KMG zu betrachten sind, wird von der Beschwerdeführerin im\nübrigen nicht verkannt, hat sie doch eine Grundbewilligung nach Art. 4 KMG\nfür die Herstellung der fraglichen Produkte beantragt und am 7. Dezember\n1984 auch erhalten.\n2. Nach Art. 11 Abs. 2 KMG werden keine Ausfuhrbewilligungen erteilt:\na. nach Gebieten, in denen ein bewaffneter Konflikt herrscht, ein solcher\nauszubrechen droht oder sonstwie gefährliche Spannungen bestehen, oder\nb. wenn Grund zur Annahme besteht, dass Kriegsmateriallieferungen in ein\nbestimmtes Land die von der Schweiz im internationalen Zusammenleben\nverfolgten Bestrebungen, insbesondere zur Achtung der Menschenwürde,\nsowie im Bereich der humanitären Hilfe oder der Entwicklungshilfe,\nbeeinträchtigen.\nIm vorliegenden Fall wurde die Anwendbarkeit dieser Bestimmung\ndurch das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten bejaht. Da\ndiese Beurteilung von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt\nwurde, erübrigt sich dazu eine weitere Stellungnahme im Rahmen des\nBeschwerdeverfahrens.\n\n2\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 52.45 - Auszug aus einem Entscheid des Eidg. Militärdepartements vom 14. Januar\n1988\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1988\nAnnée\nAnno\n\nBand 52\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 000 752\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}