{"Signatur": "CH_VB_009", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1987-09-29", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_009_JAAC-52-42--_1987-09-29.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000740.pdf?ID=150000740", "Checksum": "5717defe6b5359e0329cab50e0935f29"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 52.42 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidg. 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Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport 29.09.1987 JAAC 52.42 \r\n\n JAAC 52.42\n\nEntscheid der Rekurskommission der Eidg.\nMilitärverwaltung vom 29. September 1987\n\nOrganisation militaire. Responsabilité civile. Dommage subi par les\nmachines de scierie du destinataire final d’une livraison de bois qui\nprovenait des forêts d’une commune et contenait des projectiles à\nchemise d’acier. Prétention récursoire de la commune, qui a réparé\nle dommage, à l’encontre de la Confédération. Responsabilité de la\nConfédération limitée en principe aux dommages directs. Réduction\nde l’indemnité en raison d’une négligence de la commune, qui avait\nméconnu le risque de tels dommages, lequel avait pourtant fait l’objet\nde diverses mises en garde.\n\nMilitärorganisation. Haftpflicht. Schaden an den Sägereimaschinen des\nEndabnehmers einer Stahlmantelgeschosse enthaltenden Holzlieferung\naus dem Forstbestand einer Gemeinde. Regressforderung der Gemeinde,\nwelche diesen Schaden ersetzt hat, an den Bund. Haftung des Bundes\ngrundsätzlich beschränkt auf direkte Schäden. Herabsetzung des\nSchadenersatzes wegen Fahrlässigkeit der Gemeinde, welche die Gefahr\nsolcher Schäden, vor welcher jedoch verschiedentlich gewarnt worden\nwar, verkannt hatte.\n\nOrganizzazione militare. Responsabilità civile. Danno subito dalle\nsegatrici del destinatario finale di una partita di legno proveniente\ndalle foreste di un Comune e contenente proiettili corazzati.\nRegresso del Comune, che ha risarcito il danno, nei confronti della\nConfederazione. Responsabilità della Confederazione limitata\nfondamentalmente ai danni diretti. Riduzione del risarcimento a causa\ndi una negligenza del Comune che aveva sottovalutato il rischio di\nsimili danni nonostante i ripetuti avvertimenti.\n\n1\nI\n\nA. Mit Schreiben vom 4. April 1987 macht S., Holzhandel, bei der Gemeinde\nF. (Rekurrentin) einen Schadenersatz in der Höhe von Fr. 6960.35 geltend,\nerlitten durch den Export einer aus dem Forstbestand der Rekurrentin\nstammenden Partie Föhren, welche Stahlmantelgeschosse enthielt und\ndadurch die Sägereimaschinen des Endabnehmers in Italien beschädigte.\nMit Schadenanzeige vom 27. Mai 1987 gelangt die Rekurrentin an den\nFeldkommissär und macht den genannten, von ihr zwischenzeitlich\nersetzten Betrag von Fr. 6960.35 und zusätzlich Fr. 400.- für die Auslagen\ndes Revierförsters anlässlich der Schadensbesichtigung in Italien geltend, so\ndass der Gesamtschaden auf Fr. 7360.35 beziffert wurde.\nMit Entscheid vom 3. Juli 1987 verfügte die Rekursgegnerin, der Betrag des der\nRekurrentin zu ersetzenden Schadens sei um einen Drittel oder Fr. 2453.45 zu\nkürzen, dies mit der Begründung, bei Anwendung der üblichen Sorgfalt auf\nseiten der Rekurrentin hätte der Schaden entsprechend tiefer gehalten werden\nkönnen.\nB. Gegen diese Verfügung hat die Rekurrentin fristgerecht Beschwerde\nerhoben. Sie erklärt, dass für sie kein Grund zum Verdacht bestanden\nhabe, das fragliche Holz könnte mit Geschossen durchsetzt sein, da es sich\nausserhalb der Sicherheitszone auf dem Waffenplatzareal befunden hätte.\nWeder ihr noch dem Käufer könne deshalb mangelnde Sorgfalt vorgeworfen\nwerden. Eine Reduktion des geforderten Schadenersatzes um einen Drittel sei\ndeshalb willkürlich.\n\nII\n\n1. Nach Art. 23 des BG vom 12. April 1907 über die Militärorganisation (MO,\nSR 510.10) haftet der Bund für Sachbeschädigungen, die infolge militärischer\nÜbungen entstehen, sofern er nicht beweist, dass der Schaden durch höhere\nGewalt oder durch Verschulden des Geschädigten verursacht worden\nist. Das Mass der Sorgfalt, die gefordert wird und deren Missachtung ein\nVerschulden des Geschädigten begründen kann, bemisst sich nach den\ngesamten Umständen im Einzelfall. Hierbei finden die Regeln des Privatrechts,\ninsbesondere die Art. 41 ff. OR sinngemässe Anwendung.\n2. Der von der Rekurrentin geltend gemachte Schaden ist nicht bei ihr direkt\neingetreten, sondern beim Sägereiwerk in Italien respektive beim Erstkäufer\ndes Holzes. Es handelt sich somit um einen sogenannten «Reflexschaden» oder\n«Mangelfolgeschaden». Solche «indirekten» Schäden sind nach herrschender\nLehre und Praxis grundsätzlich nicht zu ersetzen. Direkter Schaden\nder Rekurrentin wäre bloss der Minderwert des geschossdurchsetzten\nHolzes gegenüber dem von der Rekurrentin gelösten Verkaufspreis für\nunbeschädigtes Holz. Wenn die Rekurrentin, auf dem Regressweg belangt,\ngegenüber ihrem Käufer und dem Endabnehmer einen wesentlich höheren\nBetrag anerkennt, so macht sie das ohne Rechtspflicht, es sei denn, sie\n\n"}