{"Signatur": "CH_VB_009", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1987-08-27", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_009_JAAC-52-40--_1987-08-27.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000734.pdf?ID=150000734", "Checksum": "1d18c0602a1c349ffce8ba0b9b2fe060"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 52.40 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidg. 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Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport 27.08.1987 JAAC 52.40 \r\n\n 3\neine Kürzung des Schadenersatzes rechtfertigt.» Richtigerweise müsste es\nallerdings nicht «rechtfertigt», sondern «rechtfertigen kann» heissen. Denn\nArt. 44 OR stellt die Kürzung ausdrücklich in das Ermessen des Richters.\nDie Rekurskommission schliesst sich der neueren Meinung an, was um so\nleichter fällt, als eben die Berücksichtigung der Betriebsgefahr als Umstand\nim Sinne von Art. 44 nicht obligatorisch in jedem Fall zu einer Reduktion des\nSchadenersatzes führen muss.\n5. Die Direktion der Eidg. Militärverwaltung verweist in ihrer Rekursantwort\nauf das Bundesgerichtsurteil in BGE 108 II 57 f., das tatsächlich auf einen\nähnlichen Tatbestand zurückgeht, wie er hier zur Diskussion steht. Wegen\ndes vorschriftswidrigen Fehlens des Signals «Höchsthöhe» kollidierte\nein Lastenzug mit einem Torbogen. Der Kanton haftet kausal für den\nWerkmangel; zudem muss ihm noch im Gegensatz zum Lastwagenchauffeur\nein Verschulden zur Last gelegt werden. Das Bundesgericht kürzte den\nSchadenersatz des Lastwagenhalters wegen der Betriebsgefahr seines\nLastwagens um einen Drittel.\nDieses Urteil hat Dr. Peter Stein (in der Zeitschrift für schweizerisches\nRecht [ZSR] 102 [1983] I 67 ff.) zu bemerkenswerten Ausführungen über\ndie Haftungskompensation veranlasst. Er legt überzeugend dar, dass beim\nZusammentreffen von verschiedenen Kausalhaftungen mit Verschulden auf\nder einen oder auf beiden Seiten eigentlich eine Wertung und Gewichtung\nder einzelnen Faktoren vorgenommen werden sollte, obschon sie nicht\nvergleichbar sind.\nIm Gegensatz zum erwähnten Bundesgerichtsurteil muss im vorliegenden Fall\ndie Hauptverantwortung für den Unfall auf das Hindernis in der Zufahrt und\nauf die durch den Sand rutschig gewordene Fahrbahn verlegt werden. Die\nBetriebsgefahr des Wagens hingegen ist bei der Geschwindigkeit von 10 km/h\nwesentlich kleiner zu gewichten. Das Verschulden der Truppe ist auch nicht\nleichtzunehmen, grenzt es doch an grobe Fahrlässigkeit.\n…\n6. Aber auch mit einfacheren Überlegungen kommt die Rekurskommission\nzum Schluss, dass eine Reduktion des Schadenersatzes nicht gerechtfertigt\nist: Mit Rücksicht auf die Tatsache, dass der Rekurrent trotz angemessener\nFahrweise mit relativ kleiner Geschwindigkeit wegen Fehlern der Truppe\nin den überhaupt nicht voraussehbaren Sandhaufen rutschte, lässt eine nur\nteilweise Deckung seines Schadens als unbillig erscheinen. Obschon auch die\ndurch seinen Wagen gesetzte Betriebsgefahr zum Unfall beigetragen hat, wird\nauf die Reduktion seines Schadenersatzanspruches gemäss Art. 44 Abs. 1 OR\nverzichtet.\n7. Der Rekurs ist deshalb gutzuheissen. Die Verfahrenskosten trägt der Bund.\n\n4\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 52.40 - Entscheid der Rekurskommission der Eidg. Militärverwaltung vom 27.\nAugust 1987\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1988\nAnnée\nAnno\n\nBand 52\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 000 734\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}