{"Signatur": "CH_VB_009", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1987-02-09", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_009_JAAC-52-39--_1987-02-09.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000728.pdf?ID=150000728", "Checksum": "689252dbea7d74f3385c483517c83af3"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 52.39 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidg. 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Der Bund haftet nach Art. 23 des BG vom 12. April 1907 über die\nMilitärorganisation (MO, SR 510.10) für Schaden, der einer Zivilperson infolge\nmilitärischer Übungen entstanden ist. Voraussetzung für die Haftung ist ein\nadäquater Kausalzusammenhang zwischen der militärischen Übung und dem\nentstandenen Schaden. Ein solcher Zusammenhang wird angenommen, wenn\nnach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach allgemeiner Erfahrung,\nder von Militärpersonen geschaffene Zustand geeignet ist, den eingetretenen\nErfolg zu bewirken, so dass der Eintritt dieses Erfolges durch die fragliche\nUrsache begünstigt erscheint. Wer vom Bund eine Entschädigung verlangt, hat\nSchaden und adäquaten Zusammenhang zu beweisen. Nach Art. 23 Abs. 2\nMO kann nur ein Ersatz für den effektiv entstandenen Schaden geleistet\nwerden, eine Verbesserung des Zustandes gegenüber der Situation vor dem\nschädigenden Ereignis kann jedoch nicht finanziell unterstützt werden.\n2. Auch wenn praxisgemäss eine nicht allzu hohe Anforderung an den Beweis\ndes adäquaten Kausalzusammenhangs gestellt werden darf, ergibt sich aus\ndem bisher Ausgeführten, dass der Rekurrentin der Beweis dieser Kausalität\nin keiner Weise gelungen ist. Die Behauptung, die nachweisbar vorhandenen\nSchäden seien auf das Schiessen mit Panzerabwehrkanonen zurückzuführen,\nlässt sich mit nichts, als mit unbelegten Behauptungen stützen. Verschiedene\nErschütterungsmessungen in anderen Verfahren haben bisher nie zum\nErreichen der kritischen Grenzwerte geführt und auch im vorliegenden Fall\nwären solche Messungen kaum zu einem andern Ergebnis gekommen. Dass\nder Geschützlärm von anwesenden Personen als heftig empfunden worden\nist, vermag daran nichts zu ändern. Die Detonation von Geschossen in einer\ngebirgigen Gegend wird nicht zuletzt wegen des Widerhalls als äusserst heftig\nempfunden, obwohl objektiv betrachtet, nur geringe Erschütterungen da sind.\nNeben diesen subjektiv empfundenen Darstellungen einer anwesenden Person\nfehlt es aber an objektiven Hinweisen, die die These der Rekurrentin stützen\nwürden. So wurden insbesondere keine eingedrückten Scheiben festgestellt.\nDer Vermutung, die Gebäudeschäden könnten auf die Erschütterung,\nhervorgerufen durch Detonationen, zurückzuführen sein, wird durch die\nFeststellung des Baufachmannes, die vorgefundenen Schäden könnten durch\n\n3\ndie Bauweise bedingt sein, entkräftet. Die Rekurrentin hat den Beweis, den\nsie zu erbringen hätte, nicht erbracht. Es fehlt am Nachweis der adäquaten\nKausalität, weshalb der Rekurs abzuweisen ist.\n\n4\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 52.39 - Entscheid der Rekurskommission der Eidg. Militärverwaltung vom 9.\nFebruar 1987\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1988\nAnnée\nAnno\n\nBand 52\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 000 728\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}