{"Signatur": "CH_VB_008", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1989-09-13", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_008_JAAC-54-25--_1989-09-13.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001169.pdf?ID=150001169", "Checksum": "633c710d245637864941847fef914f3f"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 54.25 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat 13.09.1989 JAAC 54.25 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Conseil fédéral 13.09.1989 JAAC 54.25 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Consiglio federale 13.09.1989 JAAC 54.25 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Conseil fédéral"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Consiglio federale"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:33:32", "Checksum": "cdeeb1d59a924ef9ca0bf44fde08ff97", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat 13.09.1989 JAAC 54.25 \r\n\n JAAC 54.25\n\nEntscheid des Bundesrates vom 13. September 1989\n\nArt. 63 al. 4 PA. Respect du délai pour s’acquitter d’une avance de frais\nen cas d’usage du service des ordres groupés des PTT.\nLe comportement d’auxiliaires - en l’occurrence une banque - est\nimputable à la personne astreinte à verser une avance. Le refus\nd’entrer en matière sur un recours en raison de l’acquittement tardif\nde l’avance des frais ne viole pas l’interdiction du formalisme excessif\n(art. 4 Cst.).\n\nArt. 63 Abs. 4 VwVG. Wahrung der Frist zur Leistung eines\nKostenvorschusses bei Benutzung des Sammelauftragsdienstes der PTT.\nDas Verhalten von Hilfspersonen - hier einer Bank - ist dem\nVorschusspflichtigen zuzurechnen. Das Nichteintreten auf eine\nBeschwerde wegen verspäteter Leistung des Kostenvorschusses\nverstösst nicht gegen das Verbot des überspitzten Formalismus (Art. 4\nBV).\n\nArt. 63 cpv. 4 PA. Rispetto del termine per fornire un’anticipazione dei\ncosti in caso di utilizzazione del servizio postagiro a lista delle PTT.\nIl comportamento di ausiliari - nel caso presente di una banca - è\nimputabile alla persona obbligata a fornire l’anticipazione. Il rifiuto\ndi entrare nel merito a causa del pagamento tardivo dell’anticipazione\ndei costi non viola il divieto dell’eccessivo formalismo (art. 4 Cost.).\n\n1\nDer Beschwerdedienst des EJPD hat sein Nichteintreten damit begründet,\nder Kostenvorschuss sei nicht rechtzeitig geleistet worden. Gemäss\nbundesgerichtlicher Rechtsprechung wird die Frist zur Leistung\neines Kostenvorschusses nur durch Einzahlung bei der betreffenden\nGerichtsbehörde oder bei der Schweizerischen Post gewahrt, nicht aber durch\nden Zahlungsauftrag an eine Bank oder irgendwelche Buchungsmassnahmen\nderselben (BGE 114 Ib 68, BGE 96 I 472). Hat der Vorschusspflichtige mit\nanderen Worten eine Bank mit der Bezahlung beauftragt, muss auch deren\nZahlung innert angesetzter Frist an die Gerichtsbehörde oder die Post erfolgen.\nBedient sie sich dabei des Sammelauftragsdienstes gemäss Art. 133d der\nV(1) vom 1. September 1967 zum Postverkehrsgesetz (PVV, SR 783.01), muss\njeder einzelne Zahlungsauftrag ein Fälligkeitsdatum aufweisen, worunter bei\nÜberweisung der Tag der Gutschrift auf dem Empfängerkonto zu verstehen ist\n(BGE 114 Ib 68). Während beim herkömmlichen Giromandat die Postaufgabe\nam letzten Tag der Frist genügt (BGE 104 II 63 E. 2), setzt die Fristwahrung\nbei Benutzung des Sammelauftragsdienstes voraus, dass als Fälligkeitsdatum\nspätestens der letzte Tag der Frist eingesetzt und der Datenträger so rechtzeitig\nder Post übergeben wird, dass die Gutschrift auf dem Empfängerkonto nach\ndem ordentlichen postalischen Gang spätestens am bezeichneten Tag erfolgen\nkann (BGE 114 Ib 68 f., BGE 110 V 219 f.). Dabei ist das Verhalten der Bank dem\nVorschusspflichtigen zuzurechnen (BGE 114 Ib 69 E. 2 und 3). Entgegen der\nAuffassung des Beschwerdeführers genügt es daher nicht, dass die Gutschrift\nrechtzeitig hätte erfolgen können, sondern es bedarf zudem der Angabe des\nFälligkeitstermins.\nDa weder der Beschwerdeführer in seinem Vergütungsauftrag an die\nBank, noch dieselbe im Zahlungsauftrag an die Post den Fälligkeitstermin\nangegeben haben, ist die verspätete Gutschrift nicht auf das interne\nBuchungsverfahren der PTT, sondern auf eine Unterlassung des\nBeschwerdeführers zurückzuführen.\nUnter Berufung auf Jörg Paul Müller (Grundrechte: besonderer Teil, Bern\n1985), macht der Beschwerdeführer ausserdem geltend, es verstosse\ngegen das Verbot des überspitzten Formalismus, bei Nichtleistung eines\nKostenvorschusses ohne weiteres nicht auf das Rechtsmittel einzutreten.\nDem Vorschusspflichtigen sei unter Androhung der Folgen bei Nichtleistung\neine Nachfrist anzusetzen. Wie aus der zugehörigen Fussnote hervorgeht,\nbezieht sich Müller indes auf BGE 96 I 521 ff. und BGE 95 I 5, worin das\nBGer im Gegenteil festgehalten hat, dass grundsätzlich kein überspitzter\nFormalismus vorliegt, wenn die Gültigkeit eines Rechtsmittels gestützt\nauf eine ausdrückliche Vorschrift von der rechtzeitigen Leistung eines\nKostenvorschusses abhängig gemacht wird, vorausgesetzt, der Betroffene\nwird auf die Höhe des Vorschusses, die Zahlungsfrist und die Folgen der\nNichtleistung in angemessener Weise aufmerksam gemacht. Dies hat der\nBeschwerdedienst des EJPD in seiner verfahrensleitenden Verfügung vom\n12. April 1989 gestützt auf Art. 63 Abs. 4 und Art. 23 VwVG getan.\nDie angesetzte Frist von 14 Tagen war den Verhältnissen angemessen und\njedenfalls nicht so kurz, dass sie von vornherein nicht rechtzeitig hätte\ngewahrt werden können. Im übrigen hätte der Beschwerdeführer ja beim\nVorliegen zureichender Gründe um Fristerstreckung ersuchen können (Art. 22\nAbs. 2 VwVG).\n\n2\nDer beanstandete Nichteintretensentscheid verstösst somit nicht gegen das\nVerbot des überspitzten Formalismus. Ein Einschreiten der Aufsichtsbehörde\nrechtfertigt sich daher nicht.\n\n3\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 54.25 - Entscheid des Bundesrates vom 13. September 1989\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1990\nAnnée\nAnno\n\nBand 54\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 001 169\n\n"}