{"Signatur": "CH_VB_008", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1989-08-23", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_008_JAAC-54-24--_1989-08-23.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001166.pdf?ID=150001166", "Checksum": "11284209918cea794cc4a9f52f12cd57"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 54.24 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat 23.08.1989 JAAC 54.24 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Conseil fédéral 23.08.1989 JAAC 54.24 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Consiglio federale 23.08.1989 JAAC 54.24 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Conseil fédéral"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Consiglio federale"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:33:21", "Checksum": "cdf08e0b8577c181fc7329caef69cf84", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat 23.08.1989 JAAC 54.24 \r\n\n JAAC 54.24\n\nAuszug aus einem Entscheid des Bundesrates vom 23.\nAugust 1989\n\nException au principe du non-refoulement.\nArt. 45 al. 2 LA et art. 33 al. 2 de la Conv. sur le statut des réfugiés.\n- Un irresponsable ne peut pas invoquer le principe du non-refoulement\nlorsqu’un jugement passé en force constate qu’il a commis un crime ou\nun délit particulièrement grave sur le plan objectif mais que, faute de\nresponsabilité pénale, il n’a pas été condamné (interprétation contraire\nà la lettre).\n- Une expulsion de force est subordonnée à une pesée entre les intérêts\nde la Suisse et l’intérêt personnel de l’intéressé à être protégé d’une\npersécution.\n\nAusnahme vom Grundsatz der Nichtrückschiebung.\nArt. 45 Abs. 2 AsylG und Art. 33 Abs. 2 des Abk. über die Rechtsstellung\nder Flüchtlinge.\n- Ein Unzurechnungsfähiger kann sich nicht auf den Grundsatz der\nNichtrückschiebung berufen, wenn aufgrund eines rechtskräftigen\nUrteils feststeht, dass er ein objektiv schweres Verbrechen oder\nVergehen begangen hat, die Verurteilung aber mangels Schuldfähigkeit\nunterblieben ist (Auslegung gegen den Wortlaut).\n- Die zwangsweise Ausschaffung setzt eine Interessenabwägung\nzwischen den Interessen der Schweiz und dem persönlichen Interesse\ndes Betroffenen am Schutz vor Verfolgung voraus.\n\n1\nEccezione al principio dell’esclusione del respingimento.\nArt. 45 cpv. 2 legge sull’asilo e art. 33 cpv. 2 Convenzione sullo statuto dei\nrifugiati.\n- Un incapace di intendere e di volere non può invocare il principio\ndell’esclusione del respingimento se, in base a una sentenza passata\nin giudicato, si constata che ha commesso un crimine o un delitto\nparticolarmente e oggettivamente grave, ma non vi è stata condanna\nin assenza di imputabilità (interpretazione contro il tenore del testo).\n- Un’espulsione coatta presuppone una ponderazione fra gli interessi\ndella Svizzera e quelli personali della persona colpita ad essere protetta\ndalla persecuzione.\n\nAnlässlich einer Aufsichtsbeschwerde betreffend eine Wegweisungsverfügung\ngegenüber einem Mann, der eine junge Frau getötet hat, wegen\nUnzurechnungsfähigkeit indessen von der Anklage der vorsätzlichen Tötung\ngemäss Art. 10 StGB freigesprochen wurde, zog der Bundesrat in Erwägung:\nb. …\nDer Zweck von Art. 45 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 5. Oktober 1979 (AsylG,\nSR 142.31) beziehungsweise Art. 33 Abs. 2 des Abk. vom 28. Juli 1951 über die\nRechtsstellung der Flüchtlinge (Flüchtlingsabkommen, SR 0.142.30) besteht\nim Schutz der Bevölkerung vor gemeingefährlichen Flüchtlingen. Diese\nBestimmungen setzen die rechtskräftige Verurteilung wegen eines besonders\nschweren Verbrechens oder Vergehens voraus, weil sie im Interesse des\nFlüchtlingsschutzes nur sehr restriktiv angewendet werden dürfen; dies\nschliesst indessen eine Auslegung gegen den Wortlaut nicht von vornherein\naus. Der Flüchtling wird in zweifacher Hinsicht gesichert: Das Erfordernis\neines besonders schweren Verbrechens oder Vergehens verhindert, dass\nbeliebige unliebsame Verhaltensweisen zu einer Gefahr für die Allgemeinheit\nempor stilisiert und zum Vorwand für Wegweisungen gemacht werden;\nder Grundsatz des «Non-refoulement» soll nur durchbrochen werden bei\nAngriffen gegen Rechtsgüter, die aufgrund ihrer strafrechtlichen Einordnung\nobjektiv als besonders gravierend gelten. Die Bedingung der rechtskräftigen\nVerurteilung anderseits stellt sicher, dass das Prinzip des «Non-refoulement»\nzurückzutreten hat, wenn eine entsprechende Tat des Flüchtlings gerichtlich\ndefinitiv festgestellt ist und eine Ausschaffung aufgrund eines blossen\nVerdachts ausgeschlossen ist.\nDie Begehung einer objektiv schwerwiegenden Straftat durch einen\nUnzurechnungsfähigen stellt einen Sonderfall dar. Dabei kann die erwähnte\ndoppelte Sicherung auch ohne rechtskräftige Verurteilung gewährleistet sein,\nnämlich dann, wenn wie vorliegend die objektive Tatbegehung unbestritten\nund durch rechtskräftiges Urteil festgestellt ist und eine Verurteilung nur\nausblieb, weil der Täter unzurechnungsfähig war.\nNach dem Zweck von Art. 45 Abs. 2 AsylG und Art. 33 Abs. 2 des\nFlüchtlingsabkommens, muss davon ausgegangen werden, dass\nbei der Formulierung dieser Bestimmungen der Fall eines wegen\n\n"}