{"Signatur": "CH_VB_008", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1989-09-18", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_008_JAAC-54-19--_1989-09-18.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001148.pdf?ID=150001148", "Checksum": "b5f639654304a5574b57325d9d363b93"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 54.19 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat 18.09.1989 JAAC 54.19 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Conseil fédéral 18.09.1989 JAAC 54.19 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Consiglio federale 18.09.1989 JAAC 54.19 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Conseil fédéral"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Consiglio federale"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:33:35", "Checksum": "d95dcfcd704ca42237bfd2c4682ebc21", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat 18.09.1989 JAAC 54.19 \r\n\n JAAC 54.19\n\nEntscheid des Bundesrates vom 18. September 1989\n\nInterdictions d’entrée à l’égard d’étrangers qui compromettent la sûreté\nintérieure ou extérieure de la Suisse.\nArt. 70 Cst. et 19 ch. 2 ACF sur la compétence des départements et de\nleurs services de régler certaines affaires.\nLe principe de la proportionnalité exige la levée d’une interdiction\nd’entrée fondée sur le risque d’une activité d’espionnage lorsque cette\ninterdiction, après examen de toutes les circonstances de l’espèce, ne se\njustifie plus au bout de trois ans.\nArt. 8 § 1 et 2 CEDH. En l’espèce, l’ingérence dans la vie privée et\nfamiliale de l’épouse suisse et des enfants suisses de celle-ci que\nconstitue l’interdiction d’entrée n’est pas nécessaire, faute d’un intérêt\nprépondérant de l’Etat à l’éloignement de l’étranger.\n\nEinreisesperren gegenüber Ausländern, die die innere oder äussere\nSicherheit der Eidgenossenschaft gefährden.\nArt. 70 BV und 19 Ziff. 2 BRB über die Zuständigkeit der Departemente\nund ihrer Amtsstellen zur selbständigen Erledigung von Geschäften.\nDas Verhältnismässigkeitsprinzip verlangt die Aufhebung einer mit der\nGefahr nachrichtendienstlicher Tätigkeit begründeten Einreisesperre,\nwelche sich unter Berücksichtigung aller Umstände nach drei Jahren\nnicht mehr rechtfertigt.\nArt. 8 § 1 und 2 EMRK. Vorliegend erweist sich die Einreisesperre als\nein Eingriff in das Privat- und Familienleben der schweizerischen\nEhefrau und Stiefkinder, der mangels eines überwiegenden Interesses\ndes Staates an der Fernhaltung des Ausländers nicht notwendig ist.\n\n1\nDivieto d’entrata per gli stranieri che mettono in pericolo la sicurezza\ninterna o esterna della Confederazione.\nArt. 70 Cost. e 19 n. 2 del DCF sulla competenza dei Dipartimenti e degli\nuffici che ne dipendono a sbrigare da sé certi affari.\nIl principio della proporzionalità esige di togliere il divieto d’entrata\nfondato sul rischio di un’attività spionistica se detto divieto,\nconsiderate tutte le circostanze, dopo tre anni non è più giustificabile.\nArt. 8 § 1 e 2 CEDU. In casu, il divieto d’entrata costituisce un’ingerenza\nnella vita privata e familiare della moglie svizzera e dei figli svizzeri,\ningerenza non più necessaria dacché manca un interesse preponderante\ndello Stato all’allontanamento dello straniero.\n\nI\n\nA. Nachdem sich der Beschwerdeführer seit Mitte April 1984 ohne\nentsprechende Bewilligung in der Schweiz aufgehalten hatte, erkundigte\ner sich im März 1986 bei einer ausländischen Botschaft in Bern nach den\nMöglichkeiten eines Studiums in dem Land, aus dem sein Vater abstammte.\nDanach kam es zu einigen Kontakten mit einem Botschaftsfunktionär, der von\nden schweizerischen Behörden als Nachrichtendienstoffizier erkannt worden\nwar. Dieser versuchte, den Beschwerdeführer für eine nachrichtendienstliche\nTätigkeit zu gewinnen, stellte ihm entsprechende Testaufgaben und\n«schenkte» ihm auch bereits einen Betrag von Fr. 500.-. Nicht zutreffend\nist dagegen die Feststellung der Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe\nnachrichtendienstliche Aufträge ausgeführt.\nB. Mit der Begründung, der in finanziellen Schwierigkeiten steckende\nBeschwerdeführer stelle ein Sicherheitsrisiko dar, verfügte die\nBundesanwaltschaft am 27. Oktober 1986 eine unbefristete Einreisesperre, die\nin Rechtskraft erwuchs.\nC. Am 25. Februar 1988 stellte der Beschwerdeführer bei der\nBundesanwaltschaft das Gesuch um Aufhebung der Einreisesperre. Er machte\nhauptsächlich die beabsichtigte Heirat mit seiner hier wohnenden Schweizer\nFreundin geltend, die im Dezember 1987 während der Schwangerschaft ein\ngemeinsames Kind verloren hatte. Zudem habe ihm nie Spionagetätigkeit oder\ndie Absicht dazu nachgewiesen werden können, so dass die Einreisesperre\nschon von Anfang an unverhältnismässig gewesen sei.\nD. Am 4. März 1988 wurde der Beschwerdeführer wegen Verweisungsbruch,\nbegangen zwischen Anfang Januar und Anfang März 1988, zu 25 Tagen\nGefängnis bedingt verurteilt.\nE. Am 14. März 1988 wies die Bundesanwaltschaft das Gesuch um\nAufhebung der Einreisesperre ab. Zur Begründung wurde im wesentlichen\nausgeführt, die beabsichtigte Heirat mit einer Schweizerin vermöchte\ndie Sicherheitsbedenken nicht zu beseitigen und im weitern sei es seiner\n\n2\nzukünftigen Frau zumutbar, ihm ins Ausland zu folgen. Ferner beweise der\nbegangene Verweisungsbruch, dass der Beschwerdeführer nicht bereit sei,\nbehördliche Anordnungen zu befolgen.\nF. Am 30. März 1988 vermählte sich der Beschwerdeführer in London mit\nseiner Schweizer Freundin, die zwei Kinder von ihrem ersten Ehemann mit in\ndie Ehe brachte.\nG. Am 14. April 1988 erhob der Beschwerdeführer gegen den abweisenden\nEntscheid der Bundesanwaltschaft Beschwerde beim EJPD, die mit Entscheid\nvom 23. November 1988 abgewiesen wurde. Gegen diesen negativen\nRekursentscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde an den Bundesrat\nvom 27. Dezember 1988 mit den Anträgen auf Aufhebung der Einreisesperre\nund Erteilung einer Einreisebewilligung.\nH. …\nI. Am 27. April 1989 ersuchte der Beschwerdeführer um sofortige Aufhebung\nder Einreisesperre, eventuell um provisorische Aufhebung für mindestens\nsechs Monate wegen der bevorstehenden Niederkunft seiner Ehegattin mit\ndem gemeinsamen ehelichen Kind.\nJ. Mit Verfügung vom 12. Mai 1989 hat das EFD als Instruktionsbehörde\nnach Art. 75 Abs. 2 und 3 VwVG und in Anwendung von Art. 54 VwVG die\nprovisorische, auf sechs Monate befristete Aufhebung der Einreisesperre vom\n27. Oktober 1986 angeordnet.\n…\n\nII\n\n"}