{"Signatur": "CH_VB_008", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1989-04-05", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_008_JAAC-54-1--_1989-04-05.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001151.pdf?ID=150001151", "Checksum": "0e1a363cac34a59cc5627f6a281f6aa5"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 54.1 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat 05.04.1989 JAAC 54.1 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Conseil fédéral 05.04.1989 JAAC 54.1 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Consiglio federale 05.04.1989 JAAC 54.1 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Conseil fédéral"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Consiglio federale"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:33:22", "Checksum": "fb61313cb19d4c6b39b99cbb14350a66", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat 05.04.1989 JAAC 54.1 \r\n\n JAAC 54.1\n\nAuszug aus einem Entscheid des Bundesrates vom 5.\nApril 1989\n\nArt. 4 Cst. Retard injustifié.\nDes durées relativement longues de la procédure en matière de droit\nd’asile sont rendues excusables par des circonstances extraordinaires\nauxquelles, malgré de notables efforts du Conseil fédéral et du\nParlement, il n’est pas possible de remédier sans autre.\n\nArt. 4 BV Rechtsverzögerung.\nRelativ lange Verfahrensdauern im Bereiche des Asylrechts werden\ndurch ausserordentliche Umstände entschuldigt, denen trotz grossen\nAnstrengungen von Bundesrat und Parlament nicht ohne weiteres\nbeizukommen ist.\n\nArt. 4 Cost. Ritardo giustificato.\nProcedure relativamente lunghe nell’ambito del diritto d’asilo sono\nscusabili, considerate le particolari circostanze cui non è possibile\naltrimenti far fronte nonostante gli sforzi notevoli del Consiglio\nfederale e del Parlamento.\n\n11. Was als angemessene Frist im Sinne von Art. 4 BV zu betrachten ist, kann\nnur im Einzelfall beantwortet werden, wobei nur objektive Gegebenheiten zu\nberücksichtigen sind (siehe BGE 103 V 195, BGE 107 Ib 165). Grundsätzlich\nnicht vereinbar mit dem Verbot der Rechtsverzögerung ist nach der\n\n1\nRechtsprechung des Bundesgerichts eine durch gestiegene Geschäftslast und\nPersonalmangel verursachte Verlängerung der Verfahrensdauer (siehe BGE\n107 Ib 165, BGE 103 V 198), und insoweit geht die Berufung der Vorinstanz auf\nden Entscheid BGE 103 V 190 ff. fehl.\nWie der Bundesrat indessen in einem Entscheid vom 4. Oktober 1983 (VPB\n47.39) festgehalten hat, bestehen grosse Unterschiede zwischen beispielsweise\nMängeln im Konkurswesen, wo eine (beschränkte) Zunahme von Konkursen\nvoraussehbar und durch einen vernünftigen Ausbau des Personalbestandes\nohne weiteres zu verkraften ist und dem Bereich des Asylrechts, wo die\nBundesbehörden, vor allem bedingt durch das plötzliche Auftauchen von\npolitischen und ökonomischen Krisenherden, von Gesuchen und Beschwerden\nseit Beginn der 80er Jahre völlig unerwarteterweise überflutet werden.\nBundesrat und Parlament haben die zumutbaren und geeigneten Massnahmen\nzur Beseitigung der entstandenen Engpässe getroffen; so wurde das Verfahren\ndurch die am 1. Januar 1988 in Kraft getretene Revision des Asylgesetzes vom\n5. Oktober 1979 (AS 1987 1674) und die Änderung vom 3. Oktober 1988 der\nAsylverordnung (AS 1988 1558), das «Verfahren 88», beschleunigt, und es\nwurden zusätzliche Stellen für die Behandlung von Asylsachen geschaffen. Es\nversteht sich von selbst, dass diese Massnahmen keine Wunder bewirken und\nden übergrossen Pendenzenberg von einem Tag auf den andern verschwinden\nlassen, insbesondere auch deshalb nicht, weil der ausserordentlich starke\nZustrom von Asylgesuchen und -beschwerden bis heute andauert.\nUm die Lage etwas zu entschärfen, wurde für die Behandlung der hängigen\nBeschwerden eine Prioritätenordnung nach der Dringlichkeit der zu\nbearbeitenden Fälle aufgestellt, wobei auch humanitäre Gesichtspunkte, das\nheisst die möglichen Konsequenzen für die betroffenen Beschwerdeführer, für\ndie Reihenfolge ausschlaggebend waren.\nAus den vorangegangenen Erörterungen geht hervor, dass die relativ\nlange Verfahrensdauer bei Asylbeschwerden nicht auf Untätigkeit der\nBehörden, sondern auf die aussergewöhnlichen Umstände im Bereich des\nAsylrechts zurückzuführen ist, denen trotz den grossen Anstrengungen von\nBundesrat und Parlament nicht ohne weiteres beizukommen ist. Aufgrund\ndieser ausserordentlichen Umstände ist eine gewisse Verzögerung des\nBeschwerdeverfahrens im Bereich des Asylrechts unvermeidlich und daher\nentschuldbar, so dass selbst bei relativ langer Verfahrensdauer nicht von einer\nVerletzung von Art. 4 BV gesprochen werden kann. Eine solche läge in diesem\nZusammenhang nur vor, wenn die Verzögerung über das durch die gewaltige\nGeschäftslast begründete Mass hinaus ginge und ein Beschwerdeentscheid\nim Vergleich mit andern, der gleichen Prioritätsstufe angehörenden Fällen\nerheblich länger auf sich warten liesse. Dies trifft hier nicht zu, weshalb die\nBeschwerde abzuweisen ist.\n\n2\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 54.1 - Auszug aus einem Entscheid des Bundesrates vom 5. April 1989\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1990\nAnnée\nAnno\n\nBand 54\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 001 151\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}