{"Signatur": "CH_VB_008", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1989-01-18", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_008_JAAC-53-36--_1989-01-18.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000995.pdf?ID=150000995", "Checksum": "ac7850128b65ab236914fb4eeed46300"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 53.36 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat 18.01.1989 JAAC 53.36 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Conseil fédéral 18.01.1989 JAAC 53.36 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Consiglio federale 18.01.1989 JAAC 53.36 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Conseil fédéral"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Consiglio federale"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:33:38", "Checksum": "9f095844c118a7f279c9b91f636ddaf5", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat 18.01.1989 JAAC 53.36 \r\n\n 2\nabgewiesen, soweit darauf eingetreten werden konnte; ferner hat es am\n21. Juni 1988 auch ein Revisionsgesuch gegen dieses Urteil abgewiesen (s.\noben D).\nb. Die Sachzuständigkeit des Bundesrates ist eine Restkompetenz; für eine\nVerwaltungsbeschwerde ist erst dann Raum, wenn eine Streitsache aus\ndem Bundesverwaltungsrecht nicht mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde\ndem Bundesgericht vorgelegt werden kann (VPB 45.46; Gygi Fritz\nBundesverwaltungsrechtspflege, Bern 1983, S. 112 ff.). Ferner hat der\nBundesrat auch Verwaltungsbeschwerden an die Hand zu nehmen, wenn\nsie gemäss dem in Art. 73 Abs. 1 Bst. a VwVG enthaltenen Katalog die Funktion\neiner staatsrechtlichen Beschwerde haben, wie zum Beispiel bei Streitigkeiten\nüber Begräbnisplätze (Art. 53 Abs. 2 BV; Gygi, a. a. O., S. 113; Häfelin Ulrich /\nHaller Walter, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 2. Aufl., Zürich 1988, S. 376).\nc. Das Bundesgericht hat vorliegend im Rahmen der staatsrechtlichen\nBeschwerde nicht nur die nach kantonalem Recht erteilte Baubewilligung\nüberprüft, sondern darüber hinaus auch geprüft, ob Grundsatzbestimmungen\nvon Bundesgesetzen, wie zum Beispiel des BG vom 8. Oktober 1971 über\nden Schutz der Gewässer gegen Verunreinigungen (GSchG, SR 814.20)\nmissachtet worden sind (Kuttler Alfred, Umweltschutz und Raumplanung,\nSchweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl], Bd. 89,\nZürich 1988, S. 252). Ausserdem hätte das Bundesgericht in diesem Verfahren\nkraft Kompetenzattraktion auch prüfen können, ob und inwieweit das\nverfassungsmässige Individualrecht auf schickliche Bestattung (Art. 53 Abs. 2\nBV) verletzt worden ist (Gygi, a. a. O., S. 95 f.). Dazu bestand aber kein Anlass,\nweil der Beschwerdeführer diese Rüge damals nicht erhoben hat.\nDer Beschwerdeführer übersieht, dass eine nochmalige Prüfung der vom\nBundesgericht beurteilten Fragen durch den Bundesrat unzulässig ist\n(Art. 21 OG; VPB 37.3; Gygi, a. a. O., S. 119). Das Bundesgericht ist in seiner\nrichterlichen Tätigkeit unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen\n(Birchmeier Wilhelm, Handbuch des Bundesgesetzes über die Organisation der\nBundesrechtspflege, Zürich 1950, S. 22 f.). Dem Beschwerdeführer bleibt somit\nnichts anderes übrig, als sich mit dem Urteil des Bundesgerichts abzufinden,\nzumal auch sein Revisionsgesuch vom Bundesgericht abgewiesen worden\nist. Übrigens hat der Beschwerdeführer, wieder Erwägungen des Urteils des\nBundesgerichts vom 1. Dezember 1987 zu entnehmen ist, seinen Einwand über\ndie Trockenlegung der Gräber schon im kantonalen Verfahren fallen lassen, so\ndass auch von diesem Gesichtspunkt her ein Zurückkommen auf diesen Punkt\nnicht mehr möglich ist (Gygi, a. a. O., S. 95 f.). Daraus ergibt sich, dass auf die\nVerwaltungsbeschwerde mangels Zuständigkeit nicht einzutreten ist.\nd. Selbst wenn die Zuständigkeit des Bundesrates gegeben wäre, hätte\nauf die vorliegende Beschwerde nicht eingetreten werden können, da die\nBeschwerdefrist von 30 Tagen gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des\nKantons vom 4. Mai 1987 nicht eingehalten ist (Art. 50 VwVG).\n2. Die vorliegende Beschwerde kann auch nicht als Aufsichtsbeschwerde\nan die Hand genommen werden. Gemäss ständiger Praxis tritt eine\nAufsichtsbehörde auf eine Anzeige nur ein, wenn der Beschwerdeführer\ndie geltend gemachte Verletzung von Bundesrecht mit keinem ordentlichen\noder ausserordentlichen Rechtsmittel rügen kann (Gygi, a. a. O., S. 221 ff.;\nGrisel André, Traité de droit administratif, Neuenburg 1984, Bd. 2, S. 951 f.;\n\n3\nImboden Max / Rhinow René A., Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung,\nBd. 2, Basel/Stuttgart 1976, Nr. 145; VPB 46.41 mit Hinweisen; BGE 112 Ia 189\nE. 3d).\nDer Beschwerdeführer übersieht, dass die für die Erstellung einer\nFriedhofanlage erteilte Baubewilligung sowohl von einer kantonalen\nBeschwerdeinstanz, dem Verwaltungsgericht des Kantons, als auch vom\nBundesgericht im Rahmen einer staatsrechtlichen Beschwerde geprüft worden\nist. Folglich ist kein Raum mehr vorhanden, dieselben Fragen nachträglich\nnoch einmal unter dem Gesichtswinkel einer Aufsichtsbeschwerde zu\nprüfen, und zwar um so weniger, als das Bundesgericht am 21. Juni 1988\nein Revisionsgesuch in derselben Sache abgewiesen hat. Sogar wenn der\nBundesrat die eingereichte Beschwerde dennoch als Aufsichtsbeschwerde\nprüfen würde, so hätte dies keinen Einfluss auf das materielle Ergebnis;\ndas Bundesamt für Umweltschutz hat in seiner Vernehmlassung vom\n19. September 1988 klar zu erkennen gegeben, dass im kantonalen\nBaubewilligungsverfahren kein Bundesrecht verletzt worden sei. Es\ndrängen sich daher keine zusätzlichen Massnahmen zum Schutze des\nGrundwassers auf, da der Bundesrat keinen Anlass hat, die vom Bundesamt\nfür Umweltschutz vertretene Auffassung in Zweifel zu ziehen.\n3. Es ist somit weder auf die Verwaltungsbeschwerde noch auf die\nAufsichtsbeschwerde einzutreten.\n\n4\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 53.36 - Entscheid des Bundesrates vom 18. Januar 1989\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1989\nAnnée\nAnno\n\nBand 53\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 000 995\n\n"}