{"Signatur": "CH_VB_008", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1984-01-11", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_008_JAAC-51-7--_1984-01-11.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000584.pdf?ID=150000584", "Checksum": "0ce9489821a7910892a0704c71c66fa3"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 51.7 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat 11.01.1984 JAAC 51.7 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Conseil fédéral 11.01.1984 JAAC 51.7 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Consiglio federale 11.01.1984 JAAC 51.7 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Conseil fédéral"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Consiglio federale"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:36:05", "Checksum": "ae97e164de0380e8fef52d4ea2b6915e", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat 11.01.1984 JAAC 51.7 \r\n\n 5\nArt. 27 Abs. 2 und 3 BV sind wörtlich in Art. 3 Abs. 1 und 2 KV übernommen\nworden (s. ferner Art. 4 und 98 KV). Insoweit steht die rechtliche Ordnung\ndes st. gallischen Schulwesens offensichtlich mit der Bundesverfassung in\nEinklang. Sinn und Zweck dieser Vorschriften besteht darin, den Besuch\naller öffentlichen Schulen, insbesondere aber der Volksschulen, ohne\nBeeinträchtigung der Glaubens- und Gewissensfreiheit zu ermöglichen. Vor\nallem darf der Besuch des Religionsunterrichtes in irgendeiner Form nicht\nerzwungen werden (Entscheid des Bundesrates vom 15. März 1982 [VPB 47.32],\nvon der Bundesversammlung am 17. /18. März 1983 bestätigt, Amtl. Bull. N\n1983 555, S 1983 154). Gegenstand des Schutzes von Art. 27 Abs. 3 BV sind die\nreligiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen eines jeden, der sich, sei es\naus rechtlicher Verpflichtung oder aus freiem Willen, dem Unterricht an einer\nöffentlichen Lehranstalt anvertraut. Die Bestimmung entzieht einen innersten\nBereich geistiger Freiheit - die individuelle religiöse Überzeugung - jeder\nstaatlichen, insbesondere schulrechtlichen Disposition. Sie lässt aber Raum für\ndie Wahrnehmung legitimer Interessen der Gemeinwesen, die Nachkommen\nihrer Glieder zu «lebensbejahenden, tüchtigen und gemeinschaftsfähigen\nMenschen» erziehen zu lassen. Dass eine solche Erziehung - soll sie von den\nBürgern hingenommen werden - überaus stark im Herkommen wurzelt\nund dieses in der Schweiz noch immer durch christliches Gedankengut\ngeprägt ist, ist nicht zu bestreiten, auch wenn anzuerkennen ist, dass heute\nwissenschaftliche und pluralistische Anschauungen die religiöse Weltsicht in\nunterschiedlichem Masse verdrängt haben.\nEin Vergleich mit den gesetzlichen Regelungen anderer Kantone zeigt\nzudem, dass auch andernorts dem christlichen Gedankengut, vor allem aber\ndessen Einfluss auf die ethische Seite der Schulbildung, nicht unerhebliche\nBedeutung beigemessen wird, ohne dass es deswegen zu Misshelligkeiten\ngekommen wäre. Beschwerden aus solchen Anlässen sind dem Bundesrat\nseit Jahrzehnten nicht mehr vorgebracht worden (s. dazu: Antwort des\nBundesrates auf eine Motion Zwygart, Amtl. Bull. N 1972 1563, S 1972 773;\nSchulordnung des Kantons Uri vom 21. April 1971/20. April 1977, Art. 16;\nV über die Volksschulen des Kantons Schwyz vom 25. Januar 1973, Art. l;\nGesetz über das Volksschulwesen des Kantons Appenzell Inner-Rhoden vom\n15. April 1964, Art. 14; Gesetz für die Volksschulen des Kantons Graubünden\nvom 19. November 1961, Art. l; Unterrichtsgesetz des Kantons Thurgau vom\n15. November 1978, § 2 Abs. 2; Gesetz über das öffentliche Unterrichtswesen\ndes Kantons Wallis vom 4. Juli 1962, Art. 3 Abs. 3. Von besonderem Interesse\nin diesem Zusammenhang: Gesetz über die Primarschule des Kantons Bern\nvom 2. Dezember 1951: «Die Erziehung in der Schule soll dazu beitragen, die\nEhrfurcht vor Gott und in christlichem Sinne den Willen zu gewissenhaftem\nHandeln gegenüber den Mitmenschen zu wecken.» Dazu auch Art. 83 und 87\nAbs. 5 der bernischen Kantonsverfassung, SR 131.212; ganz ähnlich Loi sur\nl’école primaire du Canton du Jura, du 9 novembre 1978, art. 1er al. 3. Ferner\ndie Zusammenstellung von Bräm, a.a.O., S. 107 f.).\n4. Die Beschwerdeführer halten offenbar dafür, die in der Bundes- und\nin der Kantonsverfassung ausdrücklich formulierten Grundsätze seien\ndurch den zweiten Satz von Art. 3 Abs. l des Volksschulgesetzes in Frage\ngestellt. Sie befürchten, kirchliche Stellen könnten unter Berufung darauf,\ndass die Schule nach christlichen Grundsätzen zu führen sei, als besonders\n«fachkundige» Behörden massgeblichen Einfluss auf Schulunterricht, Auswahl\n\n"}