{"Signatur": "CH_VB_008", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2007-02-26", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_008_150000041_2007-02-26.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000041.pdf?ID=150000041", "Checksum": "63a6727d68487b3a960742d3e001e3c4"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000041"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat 26.02.2007 150000041"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Conseil fédéral 26.02.2007 150000041"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Consiglio federale 26.02.2007 150000041"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Conseil fédéral"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Consiglio federale"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:19:45", "Checksum": "ca981b033ef44958abcf733265228135", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesrat 26.02.2007 150000041\n\n Grundbegriffe, Rz. 29 ff.\n88\nLIENHARD/HÄSLER, Grundlagen, Rz. 6.\n89\nZum Begriff der inneren Sicherheit Botschaft BWIS, BBl 1994 II 1129, 1137 ff.; SIPOL B 2000,\nBBl 1999 7657, 7730; GEORG ENGELI, Die innere Sicherheit in der Schweiz, Basel 1987, Basel\n1987, S. 8; KURT EICHENBERGER, in: AUBERT et el., Kommentar aBV, Art. 102 Rz. 150; LIENHARD,\nInnere Sicherheit, S. 125; URS PFANDER, Garantie innerer Sicherheit, Chur/Zürich 1991, S. 8; vgl.\ndazu SCHWEIZER/ SUTTER/WIDMER, Grundbegriffe, Rz. 29 ff.\n90\nStrafverfolgung durch das Bundesamt für Polizei (Art. 9 ff. OV-EJPD) und die Bundesanwaltschaft (Art. 25 ff. OV-EJPD), Rechtsprechung durch das Bundesstrafgericht (Art. 26 und 28\nSGG).\n91\nArt. 340 und 340bis StGB; vgl. hierzu die Botschaft über die Änderung des Strafgesetzbuches, der\nBundesstrafrechtspflege und des Verwaltungsstrafrechtsgesetzes (Massnahmen zur Verbesserung der Effizienz und der Rechtsstaatlichkeit in der Strafverfolgung) vom 28. Januar 1998, BBl\n1998 1529.\n92\nArt. 2 BWIS; zu den Revisionsprojekten vgl. Änderung vom 24. März 2006 des Bundesgesetzes\nüber Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (Gewaltpropaganda/Gewalt, BWIS I), AS\n2006 3703; Bundesgesetz über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS), Vorentwurf fedpol vom 31.01.2006, Erläuterungen zum Vorentwurf vom 31.01.2006 (BWIS II).\n93\nArt. 7 BWIS; Art. 9 Abs. 2 Bst. c OV-EJPD.\n94\nArt. 22 BWIS; Art. 9 Abs. 1 Bst. d OV-EJPD.\n95\nArt. 8 BWIS; Art. 9 Abs. 1 Bst. e OV-EJPD.\n96\nVgl. Ziff. a hiervor.\n97\nIngress BWIS, Vgl. Botschaft BWIS, BBl 1994 II 1127, 1141 f. Nach SCHWEIZER/KÜPFER, in: EH-\nRENZELLER et al., St. Galler Kommentar, Vorbemerkungen zu Art. 57–61 Rz. 10, liegt eine paralle-\n\nVPB/JAAC/GAAC/PAAF 2007 30\nGutachten\n\nDiese allgemeine Zuständigkeit des Bundes zur Wahrung der äusseren und inneren Sicherheit\ngründet letztlich auf dem Bundesstaatsprinzip: Auch wenn die Kantone grundsätzlich für die innere\nSicherheit zuständig sind, gibt es Bereiche, die zwingend einer einheitlichen Regelung bedürfen\n(Art. 42 Abs. 2 BV)98. Und es gibt Belange, wo die Sicherheit des Bundes auf dem Spiel steht99. In\ndiesen beiden Fällen ist der Bund originär zuständig, Regelungen zu erlassen und zu vollziehen.\nDiese Zuständigkeit im Bereich der Sicherheit gilt darum als Bundeskompetenz kraft föderativen\nStaatsaufbaus100. Sie widerspiegelt sich in Art. 57 Abs. 1 BV, entspringt diesem jedoch nicht.\n\nMit der Neugestaltung des Finanzausgleichs (NFA) wird ein neuer Art. 43a BV in Kraft treten101.\nNach dessen Abs. 1 übernimmt der Bund nur die Aufgaben, welche die Kraft der Kantone übersteigen oder einer einheitlichen Regelung durch den Bund bedürfen. Er präzisiert und ersetzt Art.\n42 Abs. 2 BV im Sinne der oben dargelegten Grundsätze. Neue Bundeskompetenzen begründet er\njedoch keine.\n\nDie genaue Abgrenzung der Kompetenzverteilung zwischen Bund und Kantonen bereitet allerdings\nzuweilen Schwierigkeiten und ist Gegenstand der politischen Auseinandersetzung: So besteht Uneinigkeit darüber, wie weit die Armee zur Wahrung der inneren Sicherheit herangezogen werden\ndarf102. Ein Einsatz im Rahmen des Ordnungsdienstes oder als Assistenzdienst in besonderen\nLagen ist verfassungsrechtlich unbedenklich103. Die Übernahme von ständigen Polizeiaufgaben\nerscheint dagegen heikler. Soweit Truppen zum Schutz von Botschaften eingesetzt werden, kann\ndie Zuständigkeit des Bundes aus seinen völkerrechtlichen Schutzpflichten abgeleitet werden104.\n\nle Kompetenz vor, die auf Seiten des Bundes bloss fragmentarischer Natur ist.\n98\nDie Bestimmung ist programmatischen Inhalts und ist im Zusammenhang mit dem Subsidiaritätsprinzip zu verstehen; vgl. SCHWEIZER, in: EHRENZELLER et al., St. Galler Kommentar, Art. 42 Rz.\n7f.\n99\nSo die Bedrohung an der Landesgrenze oder im Luftraum.\n100\nEine Art der stillschweigenden Bundeskompetenzen, auch inhärent power genannt. Sie grenzt\nsich von der Zuständigkeit kraft Sachzusammenhangs (implied power) ab. Vgl. Botschaft BWIS\nBBl 1994 II 1127, 1173; nach TSCHANNEN, Staatsrecht, § 20 Rz. 14 gehört die erwähnte Zuständigkeit mittlerweile nicht mehr zu den stillschweigenden Bundeskompetenzen, sondern wird jetzt\nausdrücklich durch Art. 57 Abs. 1 BV erwähnt.\n101\nBundesbeschluss zur Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen\nBund und Kantonen vom 3. Oktober 2003 (NFA), BBl 2003 6591; Botschaft zur Neugestaltung\ndes Finanzausgleichs und der Aufgaben zwischen Bund und Kantonen vom 14. November 2001\n(NFA), BBl 2001 2291, 2458; das Inkrafttreten der Verfassungsbestimmungen ist auf den 1. Januar 2008 geplant; Zu Art. 43a BV vgl. MOHLER, Vernetzung, Rz. 203, 206.\n102\nVgl. Ip. 06.3285 (NR BANGA BORIS), Innere Sicherheit. Verfassungsrechtliche Ordnung und Kompetenzaufteilung zwischen Bund und Kantonen im Bereich Polizeirecht; Ip. 04.3007 (NR LANG\nJOSEF), Militarisierung der inneren Sicherheit; vgl. auch USIS I, S. 11; USIS III, S. 9 ff.; USIS IV,\nS. 26 ff.\n103\nVgl. Art. 76 ff. und 83 MG; Botschaft A XXI, BBl 2002 858, 895; RENÉ RHINOW, Zur Rechtmässigkeit des Armeeeinsatzes im Rahmen der inneren Sicherheit, in: SUTTER-SOMM et al., Risiko und\nRecht, S. 361 ff.; vgl. WIEGANDT, Einsatz der Armee.\n104\nArt. 40 des Wiener Übereinkommens über konsularische Beziehungen vom 24. April 1963\n(SR 0.1910.02), Art. 22 und 24 BWIS, USIS III, S. 4; USIS IV, S. 21.\n\nVPB/JAAC/GAAC/PAAF 2007 31\nGutachten\n\n"}