{"Signatur": "CH_VB_007", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2013-08-21", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_007_150000290_2013-08-21.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000290.pdf?ID=150000290", "Checksum": "8bbd2c7ecbdf3fb9a5b563c1393a3c29"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000290"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) ETH-Beschwerdekommission 21.08.2013 150000290"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours interne des EPF 21.08.2013 150000290"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso dei PF 21.08.2013 150000290"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) ETH-Beschwerdekommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours interne des EPF"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso dei PF"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission de recours interne des EPF (CRIEPF)"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:17:35", "Checksum": "684230e4eb4fe9015ecc088a3c4b970a", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) ETH-Beschwerdekommission 21.08.2013 150000290\n\n51. Unter Hinweis auf LUZIUS WILDHABER48 verifizieren HANGARTNER/KLEY49 ihre dogmatischen Überlegungen (vgl. Rz. 47 hiervor) auch anhand der Normen internationaler Übereinkommen, die von der\nSchweiz ratifiziert wurden: «Gemäss Art. 3 des von der Schweiz nicht ratifizierten ersten Zusatzprotokolls zur EMRK verpflichten sich die Vertragsstaaten, Wahlen abzuhalten, welche die freie Äusserung\nder Meinung des Volkes bei der Wahl der gesetzgebenden Körperschaften gewährleisten. Weil der\nStänderat dem Nationalrat völlig gleichberechtigt ist, würde sich diese Bestimmung auch auf seine\nWahl beziehen. Da sowohl die direkte als auch die indirekte Volkswahl zulässig sind50, müssen die\nMitglieder des Ständerates nach der Regelung der EMRK entweder von den Stimmberechtigten des\nKantons oder von der kantonalen Volksvertretung gewählt werden.»51\n52. Unter Hinweis auf NOWAK52 konstatieren HANGARTNER/KLEY hinsichtlich des UNO-Paktes II: «Zum\ngleichen Ergebnis führt Art. 25 Bst. a des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte der UNO. Die Bestimmung räumt den Staatsbürgern das Recht ein, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter teilzunehmen. In der gewaltenteiligen Demokratie beschränkt sich dieses Recht auf die Wahl der gesetzgebenden Körperschaften.\nDaraus ergibt sich, dass der Ständerat unmittelbar oder mittelbar volksgewählt und damit direkt oder\nindirekt demokratisch legitimiert sein muss.»53\n53. Auf der einen Seite darf selbst ein Staat, der das erste Zusatzprotokoll zur Europäischen Menschenrechtskonvention EMRK ratifiziert hat, auch vor dessen Art. 3 für die Verleihung des Stimmrechts den Wohnsitz im Wahlgebiet vorschreiben.54\n\n46 KLEY: Art. 39 S. 763 Rz. 11. Die versehentliche Erwähnung von OW im Zusammenhang der Kritik wird in der 3. Auflage\ndes Kommentars getilgt.\n47 RUCH, S. 941 Rz. 7 unter Verweis u.a. auf WIEDERKEHR, 629.\n48 WILDHABER: Erstes Zusatzprotokoll Art. 3 Rz. 61.\n49 HANGARTNER/KLEY, SS. 604f Rzz. 1496f.\n50 HANGARTNER/KLEY, S. 605 Rz. 1496 Fn. 20 verweisen hierfür auch auf VAN DIJK/VAN HOOF, 480.\n51 HANGARTNER/KLEY, SS. 604f Rz. 1496. Dies unterscheidet die Schweiz seit 1913 gerade von der Bundesverfassung der\nUSA (Amendment XVII): vgl. Rz. 47 Fn. 43 hiervor.\n52 NOWAK, Rzz. 12 und 15 zu Art. 25 des International Covenant on Civil and Political Rights.\n53 HANGARTNER/KLEY, S. 605 Rz. 1497.\n54 VILLIGER, SS. 447-449 Rzz. 679-681, hier: SS. 448f Rz. 681 betr. das von der Schweiz nicht ratifizierte Zusatzprotokoll\nNr. 1 Art. 3 zum Wahlrecht: «Die Bestimmung schliesst nicht aus, dass der Wohnsitz im Wahlgebiet bestehen muss (…).»\nmit den Entscheidbelegen ebd., Fn. 37: «Vgl. Nrn. 35385/97, Luksch c. Deutschland, DR 89-B S. 175; X. und Y. c. Italien,\nDR 90-A S. 5; 27120/95, Clerfayt c. Belgien, DR 90-B S. 35; 9914/82, X. c. Niederlande, DR 33 S. 242; 7566/76, X. c.\nGrossbritannien, DR 9 S. 121; 15404/89, Purcell c. Irland, HRLJ 12, 1991, S. 260f. (…).»\n\nVPB/JAAC/GAAC/PAAF 2014, Ausgabe vom 6. März 2014 23\nGutachten Bundeskanzlei\n\n54. Anderseits ist aber dort, wo es eingeräumt wurde, das «Stimmrecht der Auslandschweizer (…)\nvölkerrechtlich nicht zu beanstanden, denn es handelt sich um einen Ausdruck des Personalitätsprinzips.»55\n55. Aus diesen Gründen gelangt HANGARTNER56 nach einem Rechtsvergleich mit europäischen Staaten, insbesondere der Bundesrepublik Deutschland, zur Beurteilung: «Im Rechtsvergleich darf die\nLösung des Bundes und jener Kantone, die das Auslandschweizer-Stimmrecht kennen, als grosszügig\nbezeichnet werden, insbesondere seitdem die briefliche Stimmabgabe vom Ausland her zugelassen\nist.»\n\n3 Kantonale politische Rechte der Auslandschweizerinnen und -schweizer\n(u.a. BV Art. 150 Abs. 3)\n\n"}