{"Signatur": "CH_VB_007", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2013-08-21", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_007_150000290_2013-08-21.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000290.pdf?ID=150000290", "Checksum": "8bbd2c7ecbdf3fb9a5b563c1393a3c29"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000290"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) ETH-Beschwerdekommission 21.08.2013 150000290"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours interne des EPF 21.08.2013 150000290"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso dei PF 21.08.2013 150000290"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) ETH-Beschwerdekommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission de recours interne des EPF"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso dei PF"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission de recours interne des EPF (CRIEPF)"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:17:35", "Checksum": "684230e4eb4fe9015ecc088a3c4b970a", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) ETH-Beschwerdekommission 21.08.2013 150000290\n\n20. In Europa gilt mittlerweile flächendeckend das kommunale Wahlrecht ausländischer EU-\nBürgerinnen und -Bürger im Residenzstaat; dementsprechend sieht auch der Verhaltenskodex für\nWahlen [CDL-AD (2002) 23]27 der Europäischen Kommission für Demokratie durch Recht (Venedig-\nKommission) in seinen Leitlinien28 in Ziff. I 1.1. Bst. b Ziff. ii folgendes vor:\n\n27 Mitteilung Nr. 190/2002, abrufbar unter http://www.venice.coe.int/docs/2002/CDL-AD(2002)023-ger.pdf.\n28 Angenommen von der Venedig-Kommission auf ihrer 51. Tagung (Venedig, 5.–6. Juli 2002).\n\nVPB/JAAC/GAAC/PAAF 2014, Ausgabe vom 6. März 2014 13\nGutachten Bundeskanzlei\n\n1. Das allgemeine Wahlrecht\n1.1. Regel und Ausnahmen\nDas allgemeine Wahlrecht bedeutet im Prinzip, dass jeder Mensch wahlberechtigt und wählbar\nist. Jedoch können oder müssen bestimmte Bedingungen erfüllt werden:\n…\nb. Bedingung der Staatsangehörigkeit:\ni. die Staatsangehörigkeit kann zur Bedingung gemacht werden;\nii. es ist jedoch wünschenswert, dass Ausländer nach einer bestimmten Ansässigkeitsdauer die Wahlberechtigung auf lokaler Ebene erhalten.\n21. Als Fazit lässt sich ziehen, dass die Europäische Union sich derzeit noch nicht in einem Stadium\neindeutiger Entwicklung hin zu einem Bundesstaat befindet, welcher die einheitliche Verleihung des\nStimmrechts an alle EU-Bürgerinnen und -Bürger unabhängig von ihrem Aufenthaltsort geböte. Dies\nhat seine Bedeutung im Hinblick auf die Analyse des derzeitigen Entwicklungsstandes des Wahlrechts\nim Raum der Europäischen Union.\n\nE Entwicklung im Raum der Europäischen Union\n\n22. Die Charta der Grundrechte der Europäischen Union vom 7. Dezember 2000 (2010/C 83/02)29\nbestimmt hinsichtlich der Teilnahme an der Wahl des Europäischen Parlaments einerseits und hinsichtlich des Wahlrechts auf kommunaler Ebene anderseits:\n\nArtikel 39 Aktives und passives Wahlrecht bei den Wahlen zum Europäischen Parlament\n(1) Die Unionsbürgerinnen und Unionsbürger besitzen in dem Mitgliedstaat, in dem sie ihren\nWohnsitz haben, das aktive und passive Wahlrecht bei den Wahlen zum Europäischen Parlament\nunter denselben Bedingungen wie die Angehörigen des betreffenden Mitgliedstaats.\n(2) Die Mitglieder des Europäischen Parlaments werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier und\ngeheimer Wahl gewählt.\n\nArtikel 40 Aktives und passives Wahlrecht bei den Kommunalwahlen\nDie Unionsbürgerinnen und Unionsbürger besitzen in dem Mitgliedstaat, in dem sie ihren Wohnsitz\nhaben, das aktive und passive Wahlrecht bei Kommunalwahlen unter denselben Bedingungen wie\ndie Angehörigen des betreffenden Mitgliedstaats.\n23. In manchen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist dieser Grundsatz gesetzlich, aber zumindest in folgenden Mitgliedstaaten sogar als Verfassungsnorm festgelegt:\na. Bulgarien: Verfassung Art. 42 Abs. 3;\nb. Bundesrepublik Deutschland: Grundgesetz Art. 28 Abs. 1 dritter Satz;\nc. Estland: Verfassung § 156 Abs. 3;\nd. Finnland: Grundgesetz § 14 Abs. 2 und § 121 Abs.1;\ne. Frankreich: Verfassung Art. 88-3;\nf. Italien: Verfassung Art. 51 Abs. 2;\ng. Österreich: Bundes-Verfassungsgesetz Art. 117 Abs. 2 fünfter Satz;\nh. Portugal: Verfassung Art. 8 Abs. 3 und 4, Art. 263 Abs. 1, Art. 264 Abs. 2 und Art. 265 Abs. 1\nBst. b;\ni. Polen: Verfassung Art. 169 und Art. 170;\nj. Rumänien: Verfassung Art. 16 Abs. 4;\n\n29 ABl. C 83 vom 30. März 2010, S. 389; ausserdem vgl.\nhttp://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri= OJ:C:2010:083:0389:0403:DE:PDF. Vgl. ausserdem Vertrag über\ndie Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) Art. 22.\n\nVPB/JAAC/GAAC/PAAF 2014, Ausgabe vom 6. März 2014 14\nGutachten Bundeskanzlei\n\n"}