{"Signatur": "CH_VB_006", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1992-10-08", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_006_JAAC-57-80--_1992-10-08.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001934.pdf?ID=150001934", "Checksum": "c10b134a444a6f9681dd333a89ce8842"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 57.80 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 08.10.1992 JAAC 57.80 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public 08.10.1992 JAAC 57.80 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP) 08.10.1992 JAAC 57.80 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP)"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:31:22", "Checksum": "f4807e223689a2663ffdb115e3b20e64", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 08.10.1992 JAAC 57.80 \r\n\n JAAC 57.80\n\nDirektion für Völkerrecht, 8. Oktober 1992; traduction\nfrançaise dans «Pratique suisse 1992», N° 7.3, Revue\nsuisse de droit international et de droit européen\n5/1993\n\nProtection des consulats. Conditions de fermeture d’un poste consulaire\npar l’Etat de résidence.\nArt. 4 et 31 Conv. sur les relations consulaires.\n- La fermeture d’un consulat est subordonnée à une impérieuse\nnécessité.\n- L’Etat de résidence doit faire tout ce qu’on peut attendre de lui, compte\ntenu des circonstances, pour garantir la sécurité des consulats; ce\ndevoir implique pour les cantons l’obligation d’entretenir une force de\npolice adéquate et suffisamment équipée.\n\nSchutz der Konsulate. Voraussetzungen der Schliessung eines\nkonsularischen Postens durch den Empfangsstaat.\nArt. 4 und 31 Übereink. über konsularische Beziehungen.\n- Die Schliessung eines Konsulats setzt zwingende Gründe voraus.\n- Der Empfangsstaat muss alles unter den gegebenen Umständen\nZumutbare vorkehren, um die Sicherheit des Konsulats zu\ngewährleisten; damit sind die Kantone verpflichtet, genügende\nPolizeikräfte zu unterhalten und entsprechend auszurüsten.\n\n1\nProtezione dei consolati. Condizioni per la chiusura di un posto\nconsolare da parte dello Stato di residenza.\nArt. 4 e 31 Conv. sulle relazioni consolari.\n- La chiusura di un consolato presuppone motivi cogenti.\n- Lo Stato di residenza deve intraprendere tutto quanto è ragionevole\nattendersi, date le circostanze, per garantire la sicurezza del consolato;\npertanto i Cantoni sono obbligati a mantenere e ad equipaggiare\nadeguatamente sufficienti forze di polizia.\n\nAuf Anfrage des Sicherheitsdiensts einer Stadtpolizei prüfte die Direktion\nfür Völkerrecht, ob der Empfangsstaat die Schliessung eines konsularischen\nPostens verlangen kann und welche Sicherheitsmassnahmen er zugunsten\nausländischer Konsulate treffen muss.\n\n1. Möglichkeit der Schliessung eines Konsulats durch den\nEmpfangsstaat\n\nDie Rechtsstellung von Konsulaten auf schweizerischem Hoheitsgebiet\nwird in erster Linie durch das Wiener Übereinkommen vom 24. April\n1963 über konsularische Beziehungen (SR 0.191.02) bestimmt. Art. 4 dieses\nÜbereinkommens sieht vor, dass die Errichtung eines konsularischen Postens\nund dessen Sitz der Genehmigung des Empfangsstaates (in casu also der\nEidgenossenschaft) untersteht. Über einen Entzug dieser Genehmigung\nspricht sich das Übereinkommen nicht aus. Auch die uns bekannte Literatur\nbehandelt diese Eventualität nicht. Immerhin ist festzustellen, dass\nweder die Konvention noch die Literatur irgendwelche Hinweise auf eine\nUnwiderrufbarkeit der Genehmigung enthalten. Aus dem blossen Schweigen\nder Konvention eine derart gravierende Einschränkung der Souveränität des\nEmpfangsstaates ableiten zu wollen, wäre zweifelsohne unangemessen.\nIm letzten Absatz der Präambel des vorerwähnten Übereinkommens wird\nausdrücklich festgehalten, dass die Regeln des Völkergewohnheitsrechts\n«auch weiterhin für alle Fragen gelten, die nicht ausdrücklich in diesem\nÜbereinkommen geregelt sind».\nAbgesehen davon, dass konkrete Fälle bekannt sind, in denen ein\nEmpfangsstaat die Schliessung eines Konsulats in einer bestimmten\nStadt verlangt hat, ohne gleich die konsularischen Beziehungen mit dem\nbetreffenden Entsendestaat abzubrechen (Beispiel ungarisches Konsulat in\nCluj, Rumänien), liesse sich hier die völkergewohnheitsrechtliche Regel der\nclausula rebus sic stantibus ins Feld führen, welche für den Fall grundsätzlich\nveränderter Verhältnisse oder Umstände die Auflösung beziehungsweise\nModifikation völkerrechtlicher Bindungen vorsieht, selbst solcher, die\ngrundsätzlich unkündbar sind.\n\n2\nWir gelangen somit zum Ergebnis, dass dem Empfangsstaat grundsätzlich das\nRecht zusteht, auch ohne die konsularischen Beziehungen abzubrechen, die\nSchliessung eines bestimmten konsularischen Postens zu verlangen.\n\n2. Gründe für die Schliessung eines konsularischen Postens\n\n"}