{"Signatur": "CH_VB_006", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1992-03-19", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_006_JAAC-57-54--_1992-03-19.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001847.pdf?ID=150001847", "Checksum": "109b332cb9ea639c585e07aac3895fff"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 57.54 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 19.03.1992 JAAC 57.54 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public 19.03.1992 JAAC 57.54 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP) 19.03.1992 JAAC 57.54 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP)"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:31:40", "Checksum": "7dec8b277dd4e027d5db3b34400a63a4", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 19.03.1992 JAAC 57.54 \r\n\n JAAC 57.54\n\nDirektion für Völkerrecht, 19. März 1992; traduction\nfrançaise dans «Pratique suisse 1992», N° 1.2, Revue\nsuisse de droit international et de droit européen\n5/1993\n\nArt. 85 ch. 5 Cst. Conclusion de traités internationaux.\nUn traité prévoyant que la Suisse accueille annuellement une centaine\nde stagiaires d’un certain Etat n’est pas d’importance mineure et doit\npar conséquent être approuvé par les Chambres fédérales.\n\nArt. 85 Ziff. 5 BV Abschluss von Staatsverträgen.\nEin Staatsvertrag, der vorsieht, dass die Schweiz jährlich rund\n100 Stagiaires aus einem bestimmten Staat aufnimmt, ist kein\nBagatellvertrag und muss folglich von den eidgenössischen Räten\ngenehmigt werden.\n\nArt. 85 n. 5 Cost. Conclusione di trattati internazionali.\nUn trattato internazionale giusta il quale la Svizzera accoglie\nannualmente circa 100 praticanti di un determinato Stato non è un\ntrattato di importanza irrilevante e deve quindi essere approvato dalle\nCamere federali.\n\n1\nIm Hinblick auf den Abschluss eines Abkommens, nach welchem die Schweiz\nsich verpflichten würde, jährlich 100 Stagiaires aus dem Staat X aufzunehmen,\nführte die Direktion für Völkerrecht zur Frage der Abschlusskompetenz\nfolgendes aus:\n1. Grundsätzlich ist der Abschluss von Staatsverträgen aufgrund der\nVerfassung (Art. 85 Ziff. 5 BV) Sache des Parlaments. In der Praxis haben\nsich jedoch verschiedene Kategorien von Verträgen herausgebildet, die\nvom Bundesrat selbständig abgeschlossen werden können. Abgesehen\nvon dringlichen Verträgen, die provisorisch anwendbar erklärt werden\nkönnen, handelt es sich dabei im wesentlichen um Verträge, zu deren\nAbschluss das Parlament den Bundesrat ermächtigt hat und um sogenannte\nBagatelleverträge. Der Bundesrat entscheidet zudem in alleiniger\nKompetenz über verschiedene neuere, völkerrechtlich nicht bindende\nInstrumente internationaler Zusammenarbeit wie Absichtserklärungen,\nGentleman’s Agreements, Memoranda of Understanding, Agreed Minutes\nund Verhaltenskodizes, soweit die Textanalyse nicht ergibt, dass diese\nobligatorische Rechtsfolgen bewirken. Die Departemente sind grundsätzlich\nnur aufgrund einer ausdrücklichen bundesrätlichen Delegation befugt,\nVerträge abzuschliessen (vgl. dazu ausführlich VPB 51.58 [1987], S. 370-385).\n2. Das vorliegende Abkommen ist nicht dringlich. Auch scheint keine\nAbschlussermächtigung des Bundesrates oder des Departements zu existieren.\nEs bleibt somit zu prüfen, ob es als Bagatellvertrag oder als rechtlich\nunverbindliches Instrument der internationalen Zusammenarbeit erachtet\nwerden kann; andernfalls es den Eidgenössischen Räte zur Genehmigung\nvorgelegt werden müsste.\n3. Ein Bagatellvertrag regelt administrativ-technische Angelegenheiten von\nbeschränkter Tragweite, richtet sich in erster Linie an Behörden, erfordert\nkeine Gesetzesänderungen, greift nicht in die Interessen von Individuen\nein und verursacht keine bedeutenden finanziellen Aufwendungen (vgl.\nVPB 51.58 [1987], S. 383). Er sollte darüber hinaus kurzfristig kündbar\nsein. Der Begriff der beschränkten Tragweite wird in der Praxis der\nBundesbehörden recht eng ausgelegt. In Absprache mit dem Bundesamt\nfür Justiz scheint es der Direktion für Völkerrecht, dass die bindende Zusage\ngegenüber dem Staat X, jährlich rund 100 Stagiaires aufzunehmen, nicht\nmehr als «Bagatelle» im Sinne der geltenden Praxis qualifiziert werden\nkann. Aus der innerstaatlichen Kompetenz der zuständigen Bundesbehörden\nund namentlich der Grössenordnung der in ihrem Rahmen erteilten\nBewilligungen lässt sich nichts ableiten, denn mit dem Abschluss einer\ninternationalen Übereinkunft begibt sich die Schweiz ihrer Handlungsfreiheit\nund Flexibilität und verpflichtet sich auf feste Kontingente, unabhängig von\nder Arbeitsmarktlage.\n…\n\n2\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 57.54 - Direktion für Völkerrecht, 19. März 1992; traduction française dans\n«Pratique suisse 1992», N° 1.2, Revue suisse de droit international et de droit européen\n5/1993\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1993\nAnnée\nAnno\n\nBand 57\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 001 847\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}