{"Signatur": "CH_VB_006", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1992-01-31", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_006_JAAC-56-49--_1992-01-31.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001610.pdf?ID=150001610", "Checksum": "cb93996e03e2f692d4c767fca1fca73e"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 56.49 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 31.01.1992 JAAC 56.49 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public 31.01.1992 JAAC 56.49 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP) 31.01.1992 JAAC 56.49 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP)"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Direction du droit international public & Office fédéral de la justice"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:31:41", "Checksum": "ac4be5cd6a0a0ccdd6d5912cef9f2f0a", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 31.01.1992 JAAC 56.49 \r\n\nArt. 85 Ziff. 3 BV kommt heute nicht mehr dieselbe Bedeutung zu, wie zur Zeit\nder Gründung des Bundesstaates. Durch den Erlass des Beamtengesetzes\nund die parlamentarischen Massnahmen zur Stellenplafonierung wie\nauch durch die Budgetkompetenz hat das Parlament seine aus dieser\nVerfassungsbestimmung fliessenden Befugnisse zur Kontrolle des Bestandes\nder Verwaltung in effizienter und umfassender Weise wahrgenommen.\nArt. 85 Ziff. 3 BV verlangt demnach keine Mitwirkung des Parlaments bei\nder Eröffnung neuer Botschaften.\nEs hat sich keine gewohnheitsrechtliche Praxis entwickelt, gemäss welcher die\nBundesversammlung bei der Eröffnung neuer Botschaften direkt mitzuwirken\nhat. Die Praxis war in dieser Hinsicht zu wenig eindeutig und beruhte auf\nkeiner gründlichen Abklärung der Rechtslage.\n\n12\nAufgrund der Bundesverfassung liegt es soweit nahe, dass der Bundesrat\ngrundsätzlich zuständig ist, in eigener Kompetenz über die Eröffnung neuer\ndiplomatischer Missionen zu entscheiden. Die Bundesversammlung hat die\nMöglichkeit, sich zu den grossen Linien und der allgemeinen Ausrichtung des\nNetzes unserer diplomatischen Vertretungen auszusprechen. Ferner können\ndie Räte im Rahmen des Budgetbeschlusses, konkret zu den finanziellen und\npersonellen Konsequenzen einer Botschaftseröffnung Stellung nehmen.\nDieses rechtliche Ergebnis entspricht auch den Anforderungen an eine\nmoderne und effiziente Aussenpolitik in einer im starkem Wandel\nbefindlichen Welt; es erlaubt dem Bundesrat, rasch und flexibel auf die\nbedeutenden Entwicklungen in der Staatenwelt zu reagieren und allfällige\nMöglichkeiten, für unser Land dadurch besonderen Goodwill zu schaffen,\noptimal auszunützen. Schliesslich entspricht die dargestellte Lösung\nim Resultat weitgehend der Praxis, wie sie aufgrund der verschiedenen\nErmächtigungsgesetze seit 1960 für die Eröffnung der grossen Mehrheit der\nneuen diplomatischen Missionen galt.\n[1] SR 172.211.231.\n[2] SR 172.211.232-234.\n[3] Vgl. Borer Thomas G., Das Legalitätsprinzip und die auswärtigen\nAngelegenheiten, Diss. Basel 1986, S. 395, mit weiteren Literaturhinweisen.\n[4] Borer (Anm. 3), S. 396.\n[5] Vgl. hierzu Moeri Jacqueline Beatrice, Die Kompetenzen der\nschweizerischen Bundesversammlung in den auswärtigen Angelegenheiten,\nDiss. St. Gallen 1990, S. 17, und Borer (Anm. 3), S. 378 f. Beide jeweils mit\nweiterführenden Literaturhinweisen.\n[6] Zu den Kompetenzen der Bundesversammlung vgl. die ausführliche\nDarstellung in der Dissertation von Moeri (Anm. 5).\n[7] Art. 85 Ziff. 1 BV.\n[13] Vgl. Häfelin Ulrich / Haller Walter, Schweizerisches Bundesstaatsrecht,\n2. Aufl., Zürich 1984, Rz. 724 ff. und 838 ff.\n[14] Vgl. Bst. c hiernach.\n[15] Vgl. etwa die Darstellung bei Diez Emanuel, Die Kommission für\nauswärtige Angelegenheiten als Bindeglied zwischen Bundesrat und\nBundesversammlung, in: Festschrift für Walther Hofer, Bern 1980, S. 433\nund 434 f. Er kommt zum Schluss, dass in den auswärtigen Angelegenheiten\nerst mit «der Wende von 1945» ein Vertrauensverhältnis und echter Dialog\nzwischen Regierung und Parlament entstanden sei.\n[16] So etwa Aubert Jean-François, Traité de droit constitutionnel suisse,\nNeuenburg 1967, Bd. II, N. 1317 ff.\n[17] Bericht der Kommission zur Parlamentarischen Initiative\n«Parlamentsreform», BBl 1991 III 648 ff.\n[18] BBl 1991 III 648.\n[19] In diesem Sinne hält etwa Diez (Anm. 15), S. 434 fest: Regierung und\nParlament müssten die grossen Linien des Aussenpolitik gemeinsam gestalten,\nwährend eine Einflussnahme auf konkrete Geschäfte abzulehnen sei, wobei\nselbstverständlich das der Bundesversammlung zukommende Aufsichtsrecht\nvorbehalten bleibe.\n[20] Vgl. Diez (Anm. 15), S. 433 f. Nach den völkerrechtlichen Regeln\nrepräsentieren und verpflichten die Staatsoberhäupter den Staat nach aussen.\n[21] Vgl. Diez (Anm. 15), S. 433 f.\n\n"}