{"Signatur": "CH_VB_006", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2009-09-05", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_006_150000218_2009-09-05.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000218.pdf?ID=150000218", "Checksum": "c6347ae24ec8eb9659bd6ff463adadb5"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000218"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 05.09.2009 150000218"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public 05.09.2009 150000218"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP) 05.09.2009 150000218"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP)"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:18:51", "Checksum": "4314e55c3d826f5c2505c48b5b5884e6", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 05.09.2009 150000218\n\n6\nThomas Sägesser, Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetz (RVOG) vom 21. März 1972, Stämpfli’s Handkommentar, Bern 2007, Art. 8 N. 6.\n7\nSiehe dazu Jean-François Aubert, in: Jean-François Aubert/Pascal Mahon (Hrsg.), Petit Commentaire de la Constitution\nfédérale de la Confédération suisse du 18 avril 1999, Zürich/Basel/Genf 2003, Art. 164, no 15 ff.; Giovanni Biaggini, Kommentar\nBV, Zürich 2007, Art. 164, N 5 ff., mit Hinweisen; Georg Müller, Elemente einer Rechtssetzungslehre, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 193 ff.; René Rhinow/Markus Schefer, Schweizerisches Verfassungsrecht, 2. Auflage, Basel 2009,\nRz. 2720 ff.; Pierre Tschannen, St. Galler Kommentar zu Art. 164, Rz. 6 ff.\n\nVPB/JAAC/GAAC 2010, Ausgabe vom 15. April 2010 45\nGutachten Georg Müller\n\nOrgans für die Regelung der Organisation der Bundesverwaltung, zwei Gesichtspunkte, die nach dem\nGesagten im Bereich der Organisation der Bundesverwaltung in Art. 178 Abs. 1 Satz 2 eine verfassungsrechtliche Grundlage haben. Die Beurteilung der Wichtigkeit erfordert Bewertungen und Abwägungen, die je nach der zu regelnden Materie unterschiedlich ausfallen. Im Organisationsrecht stehen\ndie Bedeutung für die Ausgestaltung des politischen Systems, die finanziellen Auswirkungen, die Flexibilität der Regelung und die Eignung des Regelungsorgans im Vordergrund; dagegen spielt die Intensität der Regelung für die Betroffenen kaum eine Rolle. Aus diesen Gründen sind die Anforderungen an das Gesetzmässigkeitsprinzip im Allgemeinen weniger streng als im Bereich der Eingriffsver-\n8\nwaltung.\n\nDie Bundesverfassung umschreibt den Inhalt der Bundesgesetze mit dem Begriff der Wichtigkeit nur\nin unbestimmter Weise. Der Gesetzgeber muss deshalb im Rahmen dieses unbestimmten Verfassungsbegriffs darüber befinden, welche Regelungen er selbst treffen und welche er dem Verordnungsgeber überlassen will. Der Gesetzgeber hat zwar alle wichtigen Bestimmungen selbst zu erlassen; nach herrschender Auffassung dürfen aber auch unwichtige Regelungen in das Gesetz aufge-\n9\nnommen werden. Der Bundesrat kann sich also auch im Bereich des Organisationsrechts nicht auf\neine verfassungsunmittelbare Verordnungskompetenz berufen, um den Bundesgesetzgeber daran zu\nhindern, Regelungen zu erlassen, die unwichtig sind oder die sich nicht für die Aufnahme in ein Gesetz eignen.\n\n4. Zuständigkeit des Bundesrates zur Änderung von Organisationsbestimmungen in Bundesgesetzen\n\nNach Art. 43 RVOG sind die Ämter die tragenden Verwaltungseinheiten der Bundesverwaltung; sie\nbesorgen die Verwaltungsgeschäfte (Abs. 1). Der Bundesrat legt durch Verordnung die Gliederung\nder Bundesverwaltung in Ämter fest. Er weist den Ämtern möglichst zusammenhängende Sachbereiche zu und legt ihre Aufgaben fest (Abs. 2). Der Bundesrat teilt die Ämter den Departementen nach\nden Kriterien der Führbarkeit, des Zusammenhangs der Aufgaben sowie der sachlichen und politischen Ausgewogenheit zu. Er kann die Ämter jederzeit neu zuteilen (Abs. 3). Art. 8 Abs. 1 RVOG\nermächtigt den Bundesrat, die zweckmässige Organisation der Bundesverwaltung zu bestimmen und\nsie den Verhältnissen anzupassen. Er kann dabei von Organisationsbestimmungen anderer Bundesgesetze abweichen; ausgenommen sind Fälle, in denen die Bundesversammlung die Organisationskompetenz des Bundesrates ausdrücklich einschränkt.\n\nDas RVOG überträgt also dem Bundesrat einen wesentlichen Teil der Organisationsgewalt. Er kann\ndie Gliederung der Bundesverwaltung und die Zuordnung der Verwaltungseinheiten zu den Departementen in weitem Umfange selbst regeln. Das Verwaltungsorganisationsgesetz vom 19. September\n1978 zählte dagegen noch sämtliche Bundesämter auf und ermächtigte den Bundesrat nur, diese den\nDepartementen zuzuweisen; der entsprechende Beschluss des Bundesrates bedurfte überdies der\n8\nBiaggini (Anm. 7), N 7; Müller (Anm. 7), Rz. 215.\n9\nArt. 22 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Bundesversammlung vom 13. Dezember 2002 (Parlamentsgesetz, ParlG; SR\n171.10); siehe dazu Müller (Anm. 7), Rz. 231 f., mit Hinweisen.\n\nVPB/JAAC/GAAC 2010, Ausgabe vom 15. April 2010 46\nGutachten Georg Müller\n10\nGenehmigung der Bundesversammlung. Die Befugnis des Bundesrates, von Organisationsbestimmungen anderer Bundesgesetze abzuweichen, war in der ursprünglichen Fassung des RVOG nicht\nenthalten. Sie wurde mit dem Bundesgesetz über die Anpassung von Organisationsbestimmungen\n11\ndes Bundesrechts vom 22. März 2002 in Art. 8 Abs. 1 RVOG eingefügt. Bis zum Inkrafttreten dieser\nRevision des Art. 8 RVOG ermächtigte Art. 64 Abs. 1 RVOG den Bundesrat lediglich, im Rahmen\nseiner Organisationskompetenz nach Art. 43 RVOG von den besonderen Organisationsbestimmungen anderer Bundesgesetze zeitlich beschränkt abzuweichen. Nach Abs. 2 dieser Bestimmung hatte\nder Bundesrat der Bundesversammlung innert 4 Jahren nach Inkrafttreten des RVOG die erforderlichen Anpassungen von Bundesgesetzen zu beantragen.\n\n"}