{"Signatur": "CH_VB_006", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2008-03-27", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_006_150000182_2008-03-27.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000182.pdf?ID=150000182", "Checksum": "e97526973bde4642ab12fa286b6ab727"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000182"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 27.03.2008 150000182"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public 27.03.2008 150000182"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP) 27.03.2008 150000182"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP)"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:19:17", "Checksum": "e88d25b01e3688f8ed1c08925ead273c", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 27.03.2008 150000182\n\nEin indirekter Hinweis darauf, dass ein Marktversagen vorliegt, wäre die Beobachtung, dass die Weiterbildungsbeteiligung generell oder bei gewissen Gruppen von Personen zu tief ist. Eine solche, zu\ntiefe Weiterbildungsbeteiligung ist jedoch schwierig nachzuweisen, da man kein Mass für die richtige\nHöhe der Weiterbildungsbeteiligung kennt. Auch internationale Vergleiche der Weiterbildungsbeteiligungsquoten nützen hierzu wenig (siehe SKBF 2006), da man auch davon ausgehen kann, dass es\nineffizient hohe Quoten an Weiterbildung gibt. Ein durchgängiges Muster der Weiterbildungsbeteiligung kann jedoch in allen Ländern unabhängig von der gesamten Höhe der Weiterbildungsbeteiligung\nbeobachtet werden. Die Weiterbildungsbeteiligung hängt positiv vom höchsten formalen Ausbildungsabschluss ab und nimmt i.d.R. ab einer Alterspanne zwischen 40 und 50 stetig ab (siehe bspw. Bassanini et al. 2005). Diese unterschiedlichen Beteiligungsquoten sagen aber noch nichts darüber aus,\nob sich nun formal weniger gut Gebildete oder ältere Personen deshalb weniger an Weiterbildung\nbeteiligen, weil sie a) Kreditrestriktionen unterliegen, b) zu kleine private Erträge erwarten1 oder c)\nnicht-monetäre Faktoren sie von Weiterbildung abhalten.\n\n1\nHierzu sei noch erwähnt, dass bei den niedrigen, erwarteten privaten Erträgen zwischen tatsächlich niedrigen\nErträgen und fälschlicherweise zu niedrig eingeschätzten niedrigen Erträgen unterschieden werden muss. Erwartungsfehler bezüglich der Rentabilität von Bildung sind zwar gerade bei formal schlechter ausgebildeten Personen plausibel, begründen aber ebenso wenig einen staatlichen Eingriff, wie tatsächlich tiefe Erträge, wenn es\nneben den privaten Erträgen keine sozialen Erträge gäbe.\n\nVPB/JAAC/GAAC 2009, Ausgabe vom 10. Juni 2009 15\nGutachten Stefan C. Wolter\n\nDass schlechter ausgebildete Personen mit dementsprechend tieferem Erwerbseinkommen eher Kreditrestriktionen unterliegen, ist zwar plausibel, wird aber in der Literatur als Grund für eine zu tiefe\nWeiterbildungsbeteiligung von namhaften Wissenschaftler/innen auch angezweifelt (siehe Brunello &\nDe Paola 2004). Wichtig ist hierbei jedoch die Feststellung, dass sich bei Personen mit tiefen Einkommen während der Weiterbildung weniger die direkten Kosten der Bildung als die entgangenen\nErwerbseinkommen negativ auswirken (siehe bspw. Wolter & Weber 1999 oder OECD 2004a), d.h.\nsie können es sich nicht leisten, zeitlich beanspruchende Weiterbildungen zu besuchen und dabei auf\nEinkommen verzichten zu müssen.\n\nSind die Erträge aus Weiterbildung für gewisse Gruppen von Personen tatsächlich sehr tief, dann\nkönnten unterschiedliche Weiterbildungsquoten durchaus ökonomisch effizient sein.2 Eine grosse\nBildungsinvestition rechnet sich i.d.R. nur dann, wenn damit ein dauerhaft höherer Einkommensstrom\ngeneriert werden kann. Wenn nun Personen ab einem gewissen Alter diese Investition nicht mehr zu\ntätigen bereit sind, weil die bis zur Rente verbleibende Amortisierungszeit zu kurz ist, so kann ein solches Verhalten sowohl rational wie ökonomisch sinnvoll sein.3\n\nNicht-monetäre Kosten der Bildung sind ebenso plausibel. Es ist nahe liegend, dass diese Kosten bei\nweniger gebildeten Personen höher ausfallen als bei gut ausgebildeten Personen und die Weiterbildungsbeteiligung deshalb so unterschiedlich ausfällt.4 In diesem Fall könnte eine gleichmässigere\nWeiterbildungsquote zwar über stärkere finanzielle Anreize angestrebt werden, es fragt sich aber, ob\nnicht andere Massnahmen hierfür effektiver und effizienter wären.\n\n"}