{"Signatur": "CH_VB_006", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2008-03-27", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_006_150000182_2008-03-27.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000182.pdf?ID=150000182", "Checksum": "e97526973bde4642ab12fa286b6ab727"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000182"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 27.03.2008 150000182"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public 27.03.2008 150000182"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP) 27.03.2008 150000182"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP)"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:19:17", "Checksum": "e88d25b01e3688f8ed1c08925ead273c", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 27.03.2008 150000182\n\n Bundeskanzlei BK\nVerwaltungspraxis der Bundesbehörden VPB\nJurisprudence des autorités administratives de la Confédération JAAC\nGiurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione GAAC\n\nVPB 2/2009 vom 10. Juni 2009\n\n2009.3 (S. 14-25)\nDie steuerliche Behandlung der Kosten für die Aus- und Weiterbildung\nAnalyse des Handlungsbedarfs, der Anreiz- und Verteilungswirkung sowie anderen Effekten von Massnahmen zur Förderung der Aus- und Weiterbildung in\nder Schweiz\nProf. Dr. Stefan C. Wolter, Universtät Bern\nGutachten vom 27. März 2008\n\nStichwörter: Steuerliche Abzugsfähigkeit der Weiterbildungskosten, staatliche Förderung von Weiterbildungsanstrengungen, Besteuerung von Weiterbildungsaktivitäten.\n\nMots clés: Déduction fiscale des frais de perfectionnement, encouragement de l’Etat au perfectionnement. imposition des activités de perfectionnement.\n\nTermini chiave: Deducibilità fiscale dei costi di perfezionamento, promozione statale di sforzi per il\nperfezionamento, imposizione di attività di perfezionamento.\n\nRegeste:\nDas Gutachten führt unter anderem zum Schluss, dass es für eine flächendeckende staatliche Unterstützung von Weiterbildungsanstrengungen keine ausreichende Begründung gibt, sondern dass diese\nnur für spezifische Gruppen von Personen und dabei auch nur für spezifische Formen der Weiterbildung geboten ist.\n\nRegeste:\nL’expertise arrive notamment à la conclusion qu’un soutien généralisé de l’Etat au perfectionnement\nne se justifie pas, celui-ci devant être réservé à des groupes particuliers de personnes et uniquement\nà certaines formes spécifiques de perfectionnement.\n\nRegesto:\nLa perizia giunge alla conclusione che non esistono sufficienti argomentazioni a favore di un sostegno\nstatale generalizzato agli sforzi per il perfezionamento. Questo sostegno dovrebbe essere offerto unicamente a gruppi specifici di persone e solo per forme specifiche di perfezionamento.\n\nRechtliche Grundlagen: Art. 127 BV (SR 101); Art. 26 Abs. 1 Bst. d und 34 Bst. b DBG (SR 642.11)\n\nBase juridique: Art. 127 Cst. (RS 101); art. 26, al. 1 let. d et 34 let. b LIFD (RS 642.11)\n\nBasi legali: Art. 127 Cost. (RS 101); Art. 26 cpv. 1 lett. d e 34 cpv. b LIFD RS (642.11)\n\nVPB/JAAC/GAAC 2009, Ausgabe vom 10. Juni 2009 14\nGutachten Stefan C. Wolter\n\nInhaltsübersicht\n\n1. Staatliche Finanzierung von Weiterbildung.......................................................................... 15\n2. Besteuerung von Weiterbildungsaktivitäten ........................................................................ 17\n2.1 Abzugsfähigkeit und die Effizienz des Steuersystems ............................................................. 17\n2.2 Abzugsfähigkeit und die Verteilungswirkung des Steuersystems ............................................ 18\n2.3 Abzugsfähigkeit und die Anreizwirkung auf Weiterbildungsaktivitäten ..................................... 19\n3. Vergleich mit anderen Finanzierungsinstrumenten ............................................................ 21\n4. Schlussfolgerungen ................................................................................................................ 22\n\n1. Staatliche Finanzierung von Weiterbildung\n\nÖkonomisch betrachtet (siehe dazu ausführlich: Wolter 2001) ist eine staatliche Finanzierung von\nBildung einerseits dann gerechtfertigt, wenn Bildung positive Externalitäten verursacht, die dazu führen, dass bei einer rein privaten Finanzierung Bildung nur suboptimal nachgefragt würde. Andererseits\nkönnen auch Verteilungsüberlegungen eine staatliche Finanzierung begründen, dann nämlich, wenn\nsich nicht alle Bürger/innen Bildung leisten können und es keinen funktionierenden Kreditmarkt gibt,\nwelcher für diese Bedürfnisse beansprucht werden kann. Das Fehlen eines funktionierenden Kreditmarktes gerade in der Finanzierung der Weiterbildung ist häufig zu beobachten, weil Weiterbildungsinvestitionen mit hohen Ausfall- und Ertragsrisiken verbunden sind, was ein Entstehen eines funktionierenden privaten Kreditmarktes erschwert. Dabei ist zu beachten, dass falls Bildung rein private\nErträge generiert, die Verteilungsgerechtigkeit dadurch erreicht werden kann, dass der Staat mit Darlehen den fehlenden Kreditmarkt ersetzt, d.h. die Bildungsausgaben lediglich vorfinanziert und nicht\nsubventioniert. Mit anderen Worten dürften in diesem Fall die Darlehen auch nicht zinsfrei an die Weiterbildungsteilnehmer/innen abgegeben werden. Eine staatliche Finanzierung der Bildung ist demnach\nerst dann gerechtfertigt, wenn das Marktergebnis zu einer suboptimalen Nachfrage nach Bildung führen würde.\nPositive Externalitäten oder auch soziale Erträge von Bildung begründen vor allem die staatliche Finanzierung der obligatorischen Schule. Weit umstrittener ist die Finanzierung aller nachfolgenden\nAusbildungen, da davon ausgegangen wird, dass mit jeder höheren Bildungsstufe vor allem die privaten und weniger die sozialen Erträge von Bildung gesteigert werden. Dies trifft in den Augen vieler\nÖkonomen/innen auf die Weiterbildung in besonderem Masse zu (siehe dazu Wolter 2001 & 2005).\nEmpirisch kann weder das eine noch das andere belegt werden, da soziale Erträge schwer ausbildungsspezifisch berechnet werden können.\n\n"}