{"Signatur": "CH_VB_006", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2009-06-30", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_006_150000173_2009-06-30.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000173.pdf?ID=150000173", "Checksum": "eb545584514055dab6f9e3e733b1e4e2"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000173"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 30.06.2009 150000173"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public 30.06.2009 150000173"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP) 30.06.2009 150000173"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP)"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "DFJP, l’Office fédéral de la justice et Direction du droit international public du DFAE"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:18:53", "Checksum": "37589498f198c6d3544dd2c24a33b637", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 30.06.2009 150000173\n\n238\nVgl. zur Problematik des Sicherheitsbegriffs statt vieler RUCH, Sicherheit in der Demokratie, in: SBVR III, 21 ff.;\nSCHWEIZER/SUTTER/WIDMER, Grundbegriffe, in: SBVR III/1, 86 ff.; MOHLER/GÄTTELIN/MÜLLER, in: AJP 2007, 825\nf.\n239\nVgl. aus der staatsrechtlichen Literatur etwa KURT EICHENBERGER, Komm. aBV, Art. 102 Ziff. 10, N 150. – Zu\nden Begriffen «innere und äussere Sicherheit» vgl. auch die bundesrätliche Botschaft zum Bundesgesetz über\nMassnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit und zur Volksinitiative «S.o.S. Schweiz ohne Schnüffelpolizei» vom 7. März 1994, BBl 1994 II 1137 ff.\n240\nVgl. z.B. SCHWEIZER/KÜPFER, St. Galler Kommentar, Vorbemerkungen zur Sicherheitsverfassung, N. 4 (mit\nweiteren Hinweisen).\n241\nMarginal in Art. 57 Abs. 2 BV und Art. 58 Abs. 2 BV.\n242\nNicht zu erörtern ist hier die Frage, ob es opportun (ja ob es überhaupt möglich) ist, eine Legaldefinition der\nBegriffe «innere und äussere Sicherheit» in die Verfassung aufzunehmen.\n243\nIn der geltenden Fassung: Art. 2 Abs. 4 Bst. b; Art. 4; Art. 5 Abs. 1; Art. 10; Art. 11 Abs. 2 Bst. b; Art. 12; Art.\n13 Abs. 2 und 3; Art. 15 Abs. 6 Bst. a; Art. 17 Abs. 1; Art. 18 Abs. 6; Art. 19 Abs. 1; Art. 20 Abs. 1; Art. 29\n\nVPB/JAAC/GAAC 2009, Ausgabe vom 2. Dezember 2009 302\nGutachten Giovanni Biaggini\n\n(dazu sogleich). Ob es gelingen kann, eine Begriffsumschreibung zu finden, die präzis ist und zugleich\nallen Bedürfnissen gerecht wird, ist alles andere als sicher. Eine begrenzte Legaldefinition – mit Wirkung nur für die hier interessierenden Bestimmungen (Art. 13a und 18a E-BWIS) – erscheint aus gesetzgebungsmethodischer Sicht wenig empfehlenswert.\n\ndd. Damit ist nicht gesagt, dass es im Bereich der Art. 13a und 18a E-BWIS keine Präzisierungsbedürfnisse und Konkretisierungsmöglichkeiten gäbe. Bei näherem Hinsehen zeigt sich allerdings, dass\neine Legaldefinition oder eine Präzisierung der Begriffe «innere und äussere Sicherheit» nicht der\ngeeignete Ansatzpunkt für die Behebung entsprechender Defizite ist.\n\nDie Präzisierungsbedürfnisse und Konkretisierungsmöglichkeiten sind besser zu erkennen, wenn man\nsich klar macht, welche Funktion(en) die Bezugnahme auf die Begriffe «innere und äussere Sicherheit» im Rahmen der Staatsschutzgesetzgebung des Bundes, insbesondere in der «BWIS II»-Vorlage,\nhat. Im Vordergrund stehen zwei Funktionen. Der Passus «innere und äussere Sicherheit» kann\n- erstens dazu dienen, Aufgaben oder Kompetenzen zu umschreiben oder abzugrenzen (vgl. z.B.\nArt. 4 BWIS);\n- zweitens das handlungsleitende öffentliche Interesse bezeichnen, welches das staatliche Handeln\n– mit Blick auf die Grundrechte (Art. 36 BV) oder generell (Art. 5 BV) – legitimeren soll (vgl. z.B.\nArt. 17 Abs. 1 oder Art. 18 Abs. 6 BWIS; ähnlich Art. 18i Bst. b E-BWIS).\n\nJe nach Verwendungszusammenhang steht die Kompetenz-Dimension oder die grundrechtliche Funktion im Vordergrund. Nicht selten sind gleichzeitig beide (und mitunter auch noch weitere) Funktionen\nim Spiel.\n\nEin Beispiel dafür ist Art. 18n E-BWIS (Verbot von Tätigkeiten; vgl. vorne III.). Der Passus «die innere\noder äussere Sicherheit der Schweiz konkret gefährdet» – eine den beiden Voraussetzungen für ein\nTätigkeitsverbot – beinhaltet zwei Aussagen:\n- kompetenzbezogen: Ein Tätigkeitsverbot ist nur zulässig, wenn es um die innere Sicherheit der\nSchweiz (d.h. des ganzen Landes) geht, nicht bei Bedrohungen mit bloss lokaler Dimension;\n- grundrechtsbezogen: Ein Tätigkeitsverbot ist nur zulässig, wenn bestimmte, hinreichend gewichtige\nSicherheitsinteressen betroffen sind.\n\nAus bundesstaatsrechtlicher Sicht gilt: Der Gesetzgeber kann die kompetenzielle Dimension in der\njeweiligen Bestimmung des BWIS ansprechen (wie er dies in Art. 18n E-BWIS getan hat). Er kann\naber auch davon absehen, wenn und soweit die entsprechenden kompetenzbedingten Handlungsgrenzen bereits hinreichend klar aus den allgemeinen Bestimmungen des Gesetzes (vgl. Art. 2 BWIS)\nbzw. aus der verfassungsrechtlichen Kompetenzordnung hervorgehen. Ein Vergleich der geltenden\nFassung von Art. 13 Abs. 3 BWIS mit der Fassung, die im Rahmen der «BWIS II»-Vorlage vorgeschlagen wird, mag dies veranschaulichen (Hervorhebung hinzugefügt).\n- Art. 13 Abs. 3 BWIS (geltende Fassung): «Der Bundesrat kann [...] zu denjenigen Meldungen und Auskünften verpflichten, die zum Erkennen und Abwehren einer konkreten Gefahr für die innere oder die äussere\nSicherheit der Schweiz notwendig sind.»\n- Art. 13 Abs. 3 E-BWIS: «[...] zum Erkennen und Abwehren einer konkreten, von gewalttätigem Extremismus oder verbotenem wirtschaftlichen Nachrichtendienst ausgehenden Gefahr für die innere oder die äussere\nSicherheit notwendig sind.»\n\nDass es auch in Art. 13 Abs. 3 E-BWIS um die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz geht, ergibt sich aus der Fassung gemäss «BWIS II»-Vorlage nur noch implizit aus der allgemeinen Kompe-\ntenz- und Aufgabenteilung (vgl. Art. 2 BWIS).\n\nBWIS; in der «BWIS II»-Vorlage: Art. 10a Abs. 1; Art. 13 Abs. 3; Art. 13a Abs. 1 und 4; Art. 13c; Art. 17 Abs. 3\nBst. e; Art. 18a; Art. 18b; Art. 18i Abs. 2 Bst. b; Art. 18n Abs. 1 E-BWIS.\n\nVPB/JAAC/GAAC 2009, Ausgabe vom 2. Dezember 2009 303\nGutachten Giovanni Biaggini\n\n"}