{"Signatur": "CH_VB_006", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2009-06-30", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_006_150000173_2009-06-30.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000173.pdf?ID=150000173", "Checksum": "eb545584514055dab6f9e3e733b1e4e2"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000173"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 30.06.2009 150000173"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public 30.06.2009 150000173"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP) 30.06.2009 150000173"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP)"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "DFJP, l’Office fédéral de la justice et Direction du droit international public du DFAE"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:18:53", "Checksum": "37589498f198c6d3544dd2c24a33b637", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 30.06.2009 150000173\n\n173\nDie Vereinigungsfreiheit umfasst auch die Betätigungsfreiheit (dazu näher GIOVANNI BIAGGINI, Vereinigungsfreiheit und Koalitionsfreiheit, in: Detlef Merten/Hans-Jürgen Papier, Hrsg., Handbuch der Grundrechte in\nDeutschland und Europa, Band VII/2, Heidelberg usw. 2007, 594). Als geschützt gilt u.a. das Geldsammeln im\nRahmen des Vereinszwecks (vgl. MÜLLER/SCHEFER, Grundrechte, 598).\n174\nBei der Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 BV) gilt dies mit gewissen Abstrichen.\n175\nStellvertretung im Sinne von Art. 22 RVOG (anderes Mitglied des Bundesrates) ist möglich. – Auch wenn (anders als in Art. 18e Abs. 2 in fine E-BWIS) eine Delegation nicht ausdrücklich ausgeschlossen wird, muss die\ngewählte Formulierung so verstanden werden, dass eine Weiterübertragung der Befugnis an eine nachgeordnete Stelle im Departement (z.B. Generalsekretär, Amtsdirektor) nicht zulässig ist. Eine entsprechende Verdeutlichung im Gesetz (nach dem Muster von Art. 18e Abs. 2 E-BWIS) erscheint wünschenswert.\n176\nVgl. auch Botschaft «BWIS II», BBl 2007 5111. – Zu den genannten Verfassungsbestimmungen vgl.\nTHÜRER/TRUONG/SCHWENDIMANN, St. Galler Kommentar, N. 17 ff. zu Art. 184 BV; SAXER, St. Galler Kommentar,\nN. 34 ff. zu Art. 185 BV; BIAGGINI, Komm. BV, N 11 zu Art. 184 und N 9 ff. zu Art. 185 (je mit weiteren Hinweisen).\n\nVPB/JAAC/GAAC 2009, Ausgabe vom 2. Dezember 2009 286\nGutachten Giovanni Biaggini\n\n- Zuständigkeit (Departementsvorsteher/in statt Bundesratskollegium);\n- zwingende Befristung (im Falle von Art. 184 bzw. Art. 185 Abs. 3 BV: nur für Verordnungen, nicht\naber für Verfügungen ausdrücklich vorgesehen).\n- ausdrückliche Verpflichtung zu regelmässiger Überprüfung (Art. 18n E-BWIS);\n- enger gefasster Anwendungsbereich (Art. 18n E-BWIS: nur im Zusammenhang mit terroristischen\noder gewaltextremistischen Umtrieben);\n- etwas weniger strenge Umschreibung der Voraussetzungen (Art. 18n E-BWIS: konkrete Gefährdung und mittelbare Förderung; Art. 185 Abs. 3 BV: eingetretene oder unmittelbar drohende\nschwere Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicherheit);\n- ausdrückliche Nennung der potenziellen Adressaten eines Verbots (Art. 18n E-BWIS: Person, Organisation oder Gruppierung); 177\n- ordentlicher Rechtsschutz (Verfügungen des Bundesrates, die sich auf Art. 184 Abs. 3 bzw. Art.\n185 Abs. 3 BV stützen: grundsätzlich keine Beschwerdemöglichkeit); 178\n- Pflicht, die Geschäftsprüfungsdelegation zu informieren (Art. 27 Abs. 1bis E-BWIS).\n\nIm Unterschied zu Art. 184 bzw. 185 BV bildet Art. 18n E-BWIS keine Grundlage für das Verbot einer\nOrganisation. 179\n\nc. Überprüfungskriterien\nDie möglicherweise berührten Grundrechte (vgl. vorne a.) gelten nicht absolut. Einschränkungen sind\nzulässig, sofern sie den in Art. 36 BV bzw. in den einschlägigen Bestimmungen der EMRK (Art. 8 ff.,\nje Abs. 2) normierten Anforderungen genügen. 180 Je nach Grundrecht und Art des Eingriffs können\ndiese Anforderungen strenger oder weniger streng sein.\n\nBei einer «abstrakten» Überprüfung (Gesetzesentwurf als solcher, losgelöst von einem konkreten\nEinzelfall; vgl. vorne I.3.) stehen im Vordergrund:\n- die Anforderungen an die gesetzliche Grundlage (insbesondere unter dem Aspekt des Bestimmtheitsgebotes; vgl. vorne I.4.b.),\n- die Anforderungen aus dem Verhältnismässigkeitsprinzip (vgl. vorneI.4.e.), soweit sie nicht einzelfallspezifisch sind.\n\nDas Erfordernis des öffentlichen Interesses (Art. 36 Abs. 2 BV) und das Gebot der Wahrung grundrechtlicher Kerngehalte (Art. 36 Abs. 4 BV) geben hier keinen Anlass zu einer detaillierteren Prüfung.\nDie mit Art. 18n E-BWIS verfolgten Ziele repräsentieren ein grundsätzlich legitimes öffentliches Interesse. Der Erlass einer Norm mit dem geplanten Inhalt bewirkt nicht selbst schon einen Eingriff in\nunantastbare grundrechtliche Kerngehalte.\n\n177\nBei der redaktionellen Überprüfung des Gesetzesentwurfs sollte auf eine kohärente Verwendung des Begriffs\n«Person» geachtet werden. Der Begriff «Person» in Art. 13c E-BWIS meint offenkundig sowohl natürliche als\nauch juristische Personen. In Art. 18n E-BWIS scheint dies anders zu sein.\n178\nArt. 33 VGG und Art. 86 BGG e contrario. Vgl. auch Botschaft «BWIS II», BBl 2007 5111. – Auf Umwegen\nkann es bei Massnahmen, die sich auf Art. 184 oder 185 BV stützen, gleichwohl zu einer gerichtlichen\nÜberprüfung bestimmter Fragen kommen. Vgl. z.B. BGE 132 I 229 ff. (Mobutu).\n179\nDas Verbot der Gruppierung «Al-Qaïda» und verwandter Organisationen erging in Form der gleichnamigen\nVerordnung (SR 122) des Bundesrates am 7. November 2001 (ursprünglich befristet bis Ende 2003, seither\nmehrfach verlängert). – Zur Problematik dieses Regelungsansatzes vgl. BIAGGINI, Komm. BV, N 10 zu Art. 185.\nVgl. auch DERS., «Al-Qaïda»-Verordnung, in: ius.full, 2002, 22 ff.; MICHAEL GUERY, Wie weiter mit dem schweizerischen Al-Qaïda-Verbot?, Anwaltsrevue 2005, 427 ff.\n180\nDie Kriterien gemäss Art. 36 BV passen nach hergebrachter Auffassung nicht auf den Fall des Rechtsgleichheitsgebotes gemäss Art. 8 BV (oder doch nicht ohne weiteres). Art. 18n E-BWIS ist einer rechtsgleichheitskonformen Auslegung und Anwendung grundsätzlich zugänglich. Daher kann hier davon abgesehen werden,\ndiesen besonders gelagerten Fall weiter zu vertiefen.\n\nVPB/JAAC/GAAC 2009, Ausgabe vom 2. Dezember 2009 287\nGutachten Giovanni Biaggini\n\n"}