{"Signatur": "CH_VB_006", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2009-06-30", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_006_150000173_2009-06-30.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000173.pdf?ID=150000173", "Checksum": "eb545584514055dab6f9e3e733b1e4e2"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000173"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 30.06.2009 150000173"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public 30.06.2009 150000173"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP) 30.06.2009 150000173"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP)"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "DFJP, l’Office fédéral de la justice et Direction du droit international public du DFAE"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:18:53", "Checksum": "37589498f198c6d3544dd2c24a33b637", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 30.06.2009 150000173\n\n158\nVgl. Anhang 2 der bundesrätlichen Verordnung vom 27. Juni 2001 über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (VWIS; SR 120.2), Ziffer 5 (Weitergabe an: «schweizerische Strafverfolgungsbehörden zur\nVerhütung und Verfolgung strafbarer Handlungen»).\n159\nAuch die Ausführungen in der bundesrätlichen Botschaft bieten diesbezüglich keine klaren Anhaltspunkte (vgl.\nBotschaft zum Bundesgesetz über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit und zur Volksinitiative\n«S.o.S. Schweiz ohne Schnüffelpolizei» vom 7. März 1994, BBl 1994 II 1183).\n160\nGemäss Art. 17 Abs. 3 BWIS kann der DAP im Einzelfall Personendaten an Sicherheitsorgane von Staaten\nweitergeben, mit denen die Schweiz diplomatische Beziehungen pflegt, wenn ein Gesetz oder eine genehmigte\nzwischenstaatliche Vereinbarung es vorsieht oder wenn «a. die Information benötigt wird, um ein auch in der\nSchweiz strafbares Verbrechen oder Vergehen zu verhindern oder aufzuklären [...]». – Vgl. auch Art. 20 und\n20a VWIS.\n161\nDazu etwa NIKLAUS SCHMID, Strafprozessrecht, 4. Aufl. Zürich 2004, 4.\n162\nAus rechtsstaatlich-grundrechtlicher Sicht ist es nicht nur problematisch, wenn Erkenntnisse aus Überwachungsmassnahmen im Rahmen gerichtspolizeilicher Ermittlungen auch für staatsschützerisch-präventive\nBedürfnisse verwendet werden (dazu Bericht PUK EJPD vom 22.11.1989, BBl 1990 I 637 ff., Ziff. V.6.4.), sondern auch, wenn dies ungehindert in entgegengesetzter Richtung geschieht.\n163\nKlarzustellen ist dabei auch, inwieweit der DAP zur Weitergabe bloss) befugt, inwieweit er dazu gegebenenfalls (sogar) verpflichtet ist. Die heutige Formulierung (Art. 17 Abs. 1 Satz 2 BWIS) ist in dieser Hinsicht zu wenig klar.\n164\nVgl. zur Problematik BVerfGE 100, 313 – Telekommunikationsüberwachung (Urteil vom 14. Juli 1999); GEORG\nHERMES, in: Horst Dreier (Hrsg.), Grundgesetz. Kommentar, 2. Aufl., Tübingen 2004, Art. 10, Rz. 79; LIS-\nKEN/DENNINGER, C 122 ff.\n\nVPB/JAAC/GAAC 2009, Ausgabe vom 2. Dezember 2009 282\nGutachten Giovanni Biaggini\n\n- das Verhältnismässigkeitsprinzip und allenfalls berührte grundrechtliche Kerngehalte gewahrt werden (vgl. Art. 36 BV).\n\nZu verlangen ist aus grundrechtlicher Sicht auch, dass der Gesetzgeber dafür sorgt, dass die Einhaltung der Vorgaben wirksam gesichert wird:\n- durch (verwaltungs)interne und externe Kontrollen des Einsatzes;\n- durch wirksame Vorkehren gegen eine unrechtmässige Weiterverwendung der gewonnenen personenbezogenen Daten;\n- durch wirksame Rechtsschutzmöglichkeiten.\n\nDiesen Anforderungen genügt die «BWIS II»-Vorlage in der Fassung der bundesrätlichen Botschaft\nvom 15. Juni 2007 noch nicht in jeder Hinsicht.\n\nEine Nachbesserung der in Art. 18a ff. E-BWIS enthaltenen Regelungen ist insbesondere in folgenden\nPunkten verfassungsrechtlich geboten:\n- Spezifizierung der Schutzgüter, die der Gesetzgeber als derart gewichtig einstuft, dass sie einen\nschwer wiegenden Grundrechtseingriff zu rechtfertigen vermögen bzw. den Eingriff als zumutbar\nerscheinen lassen (Art. 18b Bst. b E-BWIS). (Vgl. vorne II.4.a. und c.)\n- Sicherstellung eines wirksamen Schutzes von Grundrechten Dritter (insb. in Bezug auf Berufsgeheimnisse). (Vgl. vorne II.4.b.dd. und ee.)\n- Sicherstellung eines wirksamen Kerngehaltsschutzes. (Vgl. vorne II.4.b.)\n- Eingrenzung und Klarstellung der Weitergabemöglichkeiten in Bezug auf Personendaten, die mit\nbesonderen Mitteln der Informationsbeschaffung gewonnen wurden. (Vgl. vorne II.4.k.)\n\nIm Rahmen der vorliegenden Abklärungen sind bei verschiedenen Bestimmungen des Gesetzesentwurfes Unklarheiten, Mängel und Lücken zutage getreten, die nicht oder jedenfalls nicht zwingend als\nVerfassungs- oder Konventionsverletzung einzustufen sind, die aber gleichwohl eine entsprechende\nÜberarbeitung und Anpassung wünschenswert erscheinen lassen. Es betrifft dies insbesondere die\nfolgenden Punkte:\n- Genehmigungsverfahren (Art. 18d E-BWIS): Klarstellung verschiedener Verfahrensfragen (Bundesverwaltungsgericht). Anpassung des VGG. Vgl. vorne II.4.e.\n- Genehmigungsverfahren (Art. 18d E-BWIS): Überprüfungsmassstab (Rechtmässigkeit). Vgl. vorne\nII.4.e.\n- Anordnungsverfahren (Art. 18e E-BWIS): Rechtliche Qualifikation des Entscheids. Vgl. vorne II.4.f.\n- Dringlichkeitsverfahren (Art. 18f E-BWIS): Ausdrückliche Verpflichtung zu sofortiger Benachrichtigung. Vgl. vorne II.4.g.\n- Mitteilungspflicht (Art. 18i E-BWIS): Befristung als Regelfall. Vgl. vorne II.4.i.\n- Berichterstattung (Art. 27 Abs. 1bis E-BWIS): Verschiedene Präzisierungen. Vgl. vorne II.4.g. und i.\n\nWeitere Hinweise finden sich unter II.4. im Text sowie in den Fussnoten.\n\nMit der «BWIS II»-Vorlage wird neu die Gliederungsebene «Kapitel» eingeführt. 165 Aus gesetzesredaktioneller Sicht stellt sich die Frage, ob man bei dieser Gelegenheit nicht gleich die Kapitel neu\ndurchnummerieren soll, statt (ausgehend von der alten Abschnitts-Struktur) mit Einschüben – z.B.\nKapitel 3a, Kapitel 3b usw. – zu arbeiten.\n\n165\nVgl. Botschaft «BWIS II», BBl 2007 5139.\n\nVPB/JAAC/GAAC 2009, Ausgabe vom 2. Dezember 2009 283\nGutachten Giovanni Biaggini\n\n"}