{"Signatur": "CH_VB_006", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2009-06-30", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_006_150000173_2009-06-30.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000173.pdf?ID=150000173", "Checksum": "eb545584514055dab6f9e3e733b1e4e2"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000173"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 30.06.2009 150000173"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public 30.06.2009 150000173"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP) 30.06.2009 150000173"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP)"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "DFJP, l’Office fédéral de la justice et Direction du droit international public du DFAE"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:18:53", "Checksum": "37589498f198c6d3544dd2c24a33b637", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 30.06.2009 150000173\n\n Verwaltungspraxis der Bundesbehörden VPB\nJurisprudence des autorités administratives de la Confédération JAAC\nGiurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione GAAC\n\nVPB 4/2009 vom 2. Dezember 2009\n\n2009.14 (S. 238-330)\nVerfassungsrechtliche Abklärung betreffend die Teilrevision des\nBundesgesetzes über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (Vorlage »BWIS»)\nProf. Dr. Giovanni Biaggini, Ordinarius für Staats-, Verwaltungs- und Europarecht an\nder Universität Zürich\nGutachten vom Juni 2009\n\nStichwörter: Auskunftspflicht der Verwaltung, Auskunftspflicht gewerblicher Transporteure, Äussere\nSicherheit, Beobachten, Berufsgeheimnis, Bewilligung, Brief-, Post- und Fernmeldeverkehr, Datenverarbeitungssystem, Funkaufklärung, Innere Sicherheit, Militärischer Nachrichtendienst, Nachrichtendienst, Politischer Nachrichtendienst, Proliferation, Staatsschutz, Überwachungsgerät, vergleichendes\nRecht, Waffenhandel, Tarnidentität, Technologietransfer, Terrorismus, Verkehrsunternehmen, Zufallsfund\n\nMots clefs: Devoir de renseigner incombant aux autorités, devoir de renseigner incombant aux transporteurs commerciaux, sûreté extérieure, surveillance, secret professionnel, autorisation, correspondance par poste ou télécommunication, système informatique, exploration radio, sûreté intérieure,\nservice de renseignements militaires, service de renseignements, service de renseignements politiques, prolifération, protection de l'Etat, appareil technique de surveillance, droit comparé, commerce\nd'armes, identité d'emprunt, transfert de technologie, terrorisme, entreprise de transport, découverte\nfortuite.\n\nTermini chiave: Obbligo d'informazione dell'amministrazione, obbligo d’informazione dei trasportatori\ncommerciali, sicurezza esterna, osservazione, segreto professionale, autorizzazione, corrispondenza\npostale ed epistolare nonché traffico delle telecomunicazioni, sistema per l'elaborazione di dati, esplorazione radio, sicurezza interna, spionaggio militare, spionaggio, spionaggio politico, proliferazione,\nprotezione dello Stato, apparecchi di sorveglianza, diritto comparato, commercio di armi, identità fittizia, trasferimento di tecnologia, terrorismo, imprese di trasporto, scoperte casuali\n\nRegeste:\nDas Gutachten gelangt zum Schluss, dass übergeordnetes Recht (BV, EMRK) dem Revisionsanliegen nicht prinzipiell entgegensteht.\n\nIn Bezug auf die Besonderen Mittel der Informationsbeschaffung (Art. 18a ff. E-BWIS) genügt der\nGesetzesentwurf den Anforderungen an eine grundrechtskonforme Ausgestaltung der Mittel noch\nnicht in jeder Hinsicht. Eine Nachbesserung ist insbesondere in folgenden Punkten geboten:\n• Spezifizierung der Schutzgüter, die einen schwer wiegenden Grundrechtseingriff zu rechtfertigen vermögen bzw. den Eingriff als zumutbar erscheinen lassen;\n• Sicherstellung eines wirksamen Schutzes von Grundrechten Dritter, insbesondere in Bezug\nauf Berufsgeheimnisse;\n• Sicherstellung eines wirksamen Kerngehaltsschutzes;\n• Eingrenzung und Klarstellung der Weitergabemöglichkeiten in Bezug auf mit besonderen Mitteln der Informationsbeschaffung gewonnenen Personendaten.\nVPB/JAAC/GAAC 2009, Ausgabe vom 2. Dezember 2009 238\nGutachten Giovanni Biaggini\n\nUnklarheiten (nicht aber Verfassungs- oder Konventionsverletzungen) ortet das Rechtsgutachten weiter beim Anordnungs- und Genehmigungsverfahren, beim Dringlichkeitsverfahren, bei der Mitteilungspflicht sowie bei der Berichterstattung.\n\nIn Bezug auf das Verbot von Tätigkeiten (Art. 18n E-BWIS) wird festgehalten, dass der Entwurf die\nbundesstaatliche Kompetenzordnung respektiert und einer grundrechtskonformen Auslegung und\nAnwendung zugänglich ist. Die Norm bildet weder Grundlage für ein Verbot von Organisationen noch\nfür eine Umkehr der Beweislast.\n\nSowohl die besondere Auskunftspflicht der Behörden (Art. 13a E-BWIS) als auch die Auskunftspflicht\ngewerblicher Transporteure (Art. 13c E-BWIS) sind im Wesentlichen verfassungskonform. Bemängelt\nwird das Fehlen hinreichend klarer gesetzlicher Leitplanken für die Weitergabe von Personendaten.\n\nDie geplanten Regelungen betreffend die Funkaufklärung (Art. 14a E-BWIS) weisen noch gewisse\nDefizite auf. Dies gilt sowohl für den Bereich der dem Fernmeldegeheimnis unterliegenden Ausstrahlung aus dem Inland (unklare Verweiskette) als auch für die übrigen Ausstrahlungen (zu offene Delegation an den Bundesrat betr. Organisation, Verfahren und Funkaufklärung im Einzelnen).\n\nDie Verwendung der Begriffe «innere und äussere Sicherheit» sowie «Terrorismus», «verbotener\npolitischer oder militärischer Nachrichtendienst», «verbotener Handel mit Waffen oder radioaktiven\nMaterialien sowie verbotenem Technologietransfer» ist verfassungskonform.\n\nEine Konkretisierung oder Legaldefinition der Begriffe «innere und äussere Sicherheit» ist verfassungsrechtlich nicht geboten. Da es sich um Begriffe aus der Verfassung handelt, wäre grundsätzlich\nder Verfassungsgeber (und nicht der Gesetzgeber) für eine Präzisierung zuständig.\n\nEine Konkretisierung oder Legaldefinition der Begriffe «Terrorismus», «verbotener politischer oder\nmilitärischer Nachrichtendienst», «verbotener Handel mit Waffen oder radioaktiven Materialien sowie\nverbotenem Technologietransfer» ist möglich, aber ebenfalls verfassungsrechtlich nicht geboten (für\ndie Beurteilung der massgebenden grundrechtlichen Abwägungen sind im konkreten Einzelfall andere\nKriterien weit wichtiger).\n\n"}