{"Signatur": "CH_VB_006", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2008-09-25", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_006_150000134_2008-09-25.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000134.pdf?ID=150000134", "Checksum": "9603231b74b3dee78cd6355a1063949b"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000134"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 25.09.2008 150000134"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public 25.09.2008 150000134"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP) 25.09.2008 150000134"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFAE, Direction du droit international public"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) DFAE Direzione del diritto internazionale pubblico (DDIP)"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:19:08", "Checksum": "8c137799fcbb871bec3d93c180bf9c36", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) EDA, Direktion für Völkerrecht (DV) 25.09.2008 150000134\n\nDie UNO hat seit ihrem Bestehen ein vielfältiges Instrumentarium zur Friedensförderung entwickelt.\nDieses basiert auf der UNO-Charta, auch wenn die Vielfältigkeit sich nicht im Detail darin widerspie-\n5\ngelt. Die Frage, was unter einem UNO-Mandat für Friedensförderung zu verstehen ist, lässt sich deshalb am besten auf Grundlage der Praxis der UNO seit ihrem Bestehen beantworten. Für die vorliegende Fragestellung ist es dabei sinnvoll, die bisherigen Friedensförderungsmissionen der UNO, an\ndenen militärisches Personal beteiligt war oder noch ist, in vier Typen zu unterscheiden:\n\n1) Friedenssicherungseinsätze unter Führung der UNO;\n\n1\nStänderat, Herbstsession, Dritte Sitzung, 18.09.2002, Revision der Militärgesetzgebung: Ständerat stimmt in\neiner Differenzbereinigung dem Nationalrat zu: «Friedensförderung ist der umfassende Begriff, der sowohl friedensunterstützende Operationen als auch die Krisenbewältigung beinhaltet»\nwww.parlament.ch/ab/frameset/d/s/4615/64119/d_s_4615_64119_64215.htm\n2\nSIPOL B 2000, BBl 1999 , S. 7702\n3\nVgl. A. Weniger / V. Maurer (2004): «Die Schweiz und friedensunterstützende Operationen: Eine verteidigungspolitische Herausforderung mit strategischer Dimension, Bulletin 2004 zur schweizerischen Sicherheitspolitik,\nS. 10; Botschaft über die Weiterführung von Massnahmen zur zivilen Friedensförderung und Stärkung der\nMenschenrechte, BBl 2007 4733, S. 4753 f.; R. Murphy / K. Mansson (2008), Peace Operations and Human\nRights, London / New York, S. 1\n4\nBBl 2000 I, S. 483\n5\nVgl. A. Orakhelashvili (2007), «The Legal Basis of the United Nations Peace-Keeping Operations», in: B. Kondoch (2007), International Peacekeeping, Hampshire; N. D. White (2007), «The UN Charter and Peacekeeping\nForces: Constitutional Issues», in B. Kondoch (2007)\n\nVPB/JAAC/GAAC 2008, Ausgabe vom 3. Dezember 2008 423\nGutachten EDA/Direktion für Völkerrecht\n\n2) Friedenssicherungseinsätze, die nicht selbst von der UNO geführt, von der UNO aber an Mitgliedstaaten delegiert werden;\n\n3) «Hybride» Friedenssicherungseinsätze: sowohl unter der Führung der UNO als auch unter der\nFührung einer regionalen Organisation;\n\n4) Politische Missionen zur Friedensförderung, an denen auch Militärpersonal beteiligt ist.\n\n3.1 Friedenssicherungseinsätze unter Führung der UNO\n\nSolche Friedenssicherungseinsätze werden unter dem Begriff United Nations Peacekeeping zusammengefasst. Seit 1948 hat die UNO 62 solcher Missionen eingesetzt, 45 davon seit 1991. Zur Zeit\nhaben die Staaten der UNO rund 75'000 Armeeangehörige in Truppenverbänden, 2'500 Militärbeobachter und 11'500 Polizisten für UN-geführte Friedenssicherungseinsätze zur Verfügung gestellt.\n\nDie Errichtung einer United Nations Peacekeeping Mission erfolgt im Normalfall auf der Grundlage\neiner Resolution des UNO-Sicherheitsrats, in welcher dieser die Mission beschliesst («decides» in\nfrüheren Fällen auch «recommends»). Sie beruhen auf Kapitel VI und/oder Kapitel VII der Charta. 6\n\nDer Sicherheitsrat beauftragt gleichzeitig den Generalsekretär mit der praktischen Umsetzung. Wenn\nder Generalsekretär für die Mission militärisches Personal (oder Polizeipersonal) einsetzen muss,\nwendet er sich an die Mitgliedstaaten. Die Sicherheitsratsresolution beinhaltet meist keinen direkten\nAufruf an die Mitgliedstaaten, dem Generalsekretär militärisches Personal zu Verfügung zu stellen. 7\nJüngste Resolutionen des Sicherheitsrats beziffern meistens die Obergrenze, wie viel militärisches\nPersonal bzw. Polizeipersonal bei einer solchen Mission eingesetzt werden dürfen. 8 Die Planung und\nOrganisation der Mission, inkl. die Vorbereitung und der Abschluss des status-of-forces agreement,\ndas die militärische Präsenz vor Ort regelt, erfolgt über das dem Generalsekretär unterstellte Departement of Peacekeeping Operation. Wenn Mitgliedstaaten einer solchen Mission militärisches Personal und Ausrüstung zur Verfügung stellen, werden sie hierfür über das UNO-Budget «Friedenssicherungseinsätze» entschädigt. Ein Memorandum of Understanding (MoU) zwischen den Mitgliedstaaten\nund der UNO (über Department of Peace Keeping / Department of Field Support) regelt vor jedem\nEinsatz die entsprechenden Details. 9\n\n"}