{"Signatur": "CH_VB_004", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2016-04-11", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_004_150000338_2016-04-11.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000338.pdf?ID=150000338", "Checksum": "6c0ca77dba853e2a395764603c04e1cd"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000338"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) BK, Sektion Recht 11.04.2016 150000338"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  ChF, section du droit 11.04.2016 150000338"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) CaF, Sezione del diritto 11.04.2016 150000338"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) BK, Sektion Recht"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  ChF, section du droit"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) CaF, Sezione del diritto"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:16:47", "Checksum": "ed3d070f3bb5ec2f1a94c83e96aa772e", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) BK, Sektion Recht 11.04.2016 150000338\n\nII. Rechtliches\n5. Gemäss Art. 31 der Regierungs- und Verwaltungsorganisationsverordnung vom 25. November\n1998 (RVOV; SR 172.010.1) entscheiden die Departemente und die Bundeskanzlei in ihren Bereichen über Bewilligungen nach Art. 271 Ziff. 1 StGB zur Vornahme von Handlungen für einen\nfremden Staat. Fälle von politischer oder anderer grundsätzlicher Bedeutung sind gemäss Art. 31\nAbs. 2 RVOV dem Bundesrat zu unterbreiten. Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) ist folglich für die vorliegend beantragte Bewilligung zuständig.\n6. Nach Art. 271 Ziff. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe, in schweren\nFällen mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft, wer auf schweizerischem Gebiet ohne\nBewilligung für einen fremden Staat Handlungen vornimmt, die einer Behörde oder einem Beamten zukommen (Abs. 1). Ferner wird bestraft, wer solche Handlungen für eine ausländische Partei\noder eine andere Organisation des Auslandes vornimmt (Abs. 2) und wer solchen Handlungen\nVorschub leistet (Abs. 3).\n7. Von Art. 271 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfasst werden Handlungen auf Schweizer Boden, die einer\nschweizerischen Behörde vorbehalten sind. Die betreffende Handlung muss sich «ihrem Wesen\nnach, also materiell, als Amtstätigkeit charakterisieren». «Entscheidend für die Qualifizierung als\nAmtstätigkeit ist die schweizerische Rechtsauffassung» (MARKUS HUSMANN, in: Basler Kommentar Strafrecht II, 3. Aufl., Basel 2013, N 13 zu Art. 271 StGB mit. Hinw. auf Rechtsprechung und\nLiteratur). Die Einreichung von Unterlagen in einem ausländischen Zivilverfahren durch eine Prozesspartei ist grundsätzlich keine Handlung, die einer schweizerischen Behörde vorbehalten ist\nbzw. die materiell als amtliches Handeln qualifiziert werden muss. Aufgrund der Praxis verschiedener Bundesbehörden zu Art. 271 StGB kommt allerdings in besonderen Konstellationen eine\nStrafbarkeit nach Art. 271 Ziff. 1 Abs. 1 StGB dennoch in Betracht (vgl. zum Ganzen VPB 2016.4,\nS. 42 f., und 2016.3, S. 35, je m. Hinw.; lediglich eine Strafbarkeit nach Art. 271 Ziff. 1 Abs. 3\nStGB [Tatbestand des Vorschubleistens] in Betracht ziehend allerdings das Bundesstrafgericht\nin RR.2015.196-198 vom 18. November 2015, E. 2.2.2).\n\nVPB/JAAC/GAAC/PAAF 2016, Ausgabe vom 30. Juni 2016 59\nGesuch um Erteilung einer Bewilligung EJPD, Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement\n\n"}