{"Signatur": "CH_VB_003", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1986-06-03", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_003_JAAC-51-27--_1986-06-03.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000404.pdf?ID=150000404", "Checksum": "f2346ec63a59d34b8fe5af675b9103a0"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 51.27 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 03.06.1986 JAAC 51.27 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ 03.06.1986 JAAC 51.27 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG 03.06.1986 JAAC 51.27 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:35:09", "Checksum": "5b5a7b2a2cf79a14646839146b4881ba", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 03.06.1986 JAAC 51.27 \r\n\n JAAC 51.27\n\nBundesamt für Justiz, 3. Juni 1986\n\nDéfense générale à l’échelon cantonal. Femmes de profession médicale.\nIl est compatible avec la Constitution fédérale de leur imposer une\nobligation de servir, pour autant qu’elle réponde à une nécessité, doive\nêtre accomplie en dehors de l’armée et de la protection civile et qu’elle\nse fonde sur une base claire dans une loi formelle, qui règle également le\nstatut des personnes astreintes.\n\nGesamtverteidigung auf kantonaler Ebene. Frauen mit\nMedizinalberufen. Mit der Bundesverfassung vereinbar ist deren\nVerpflichtung zur Dienstleistung, soweit sie einer Notwendigkeit\nentspricht, ausserhalb von Armee und Zivilschutz erfüllt werden soll\nund auf einer klaren formell gesetzlichen Grundlage basiert, welche\nauch die Rechtsstellung der verpflichteten Personen regelt.\n\nDifesa integrata a livello cantonale. Donne con professioni mediche.\nCompatibile con la Costituzione federale è imporre loro l’obbligo di\nservire, sempre che questo risponda a una necessità, debba essere\ncompiuto al di fuori dell’esercito e della protezione civile e si fondi su\nuna base chiara in una legge formale che regola anche lo statuto delle\npersone astrette.\n\nAm 5. Februar 1986 gelangten die Sozialdemokratischen Frauen der Schweiz\nmit folgender Eingabe an die Studiengruppe «Mitwirkung der Frau in der\nGesamtverteidigung»:\n\n1\nDas Bundesamt für Justiz, dem diese verfassungsrechtlichen Probleme zur\nBegutachtung weitergeleitet wurden, antwortete folgendermassen:\n«Die Gesetzgebung über das Heerwesen ist gemäss Art. 20 BV Sache des\nBundes. Unter den heutigen Gegebenheiten umfasst das Heerwesen auch die\nGesamtverteidigung. Deshalb der Hinweis von Herrn Bundesrat Delamuraz,\nschon für eine obligatorische Vorbereitung der Frauen wäre eine Revision der\nBundesverfassung notwendig. Es muss daher juristisch verlässlich abgeklärt\nwerden, ob es Art. 20 BV nicht widerspricht, wenn Kantone Gesetze über eine\nDienstpflicht von Frauen im Rahmen der Gesamtverteidigung erlassen.\nNach den vorliegenden kantonalen Gesetzen sollen nur Frauen bestimmter\nBerufe, namentlich das medizinisch-therapeutische, medizinisch-technische\nund administrative Personal zur Dienstleistung verpflichtet werden. In diesem\nZusammenhang stellt sich die Frage, ob ein Teilobligatorium für Frauen mit\nArt. 4 BV vereinbar ist.»\n\nI. Vorbemerkungen\n\n- Die Sozialdemokratischen Frauen gehen offenbar davon aus, dass\ndie sogenannten Militärartikel der Bundesverfassung (Art. 18-22)\ndie verfassungsrechtliche Grundlage für sämtliche Bereiche der\nGesamtverteidigung abgeben («Unter den heutigen Gegebenheiten umfasst das\nHeerwesen auch die Gesamtverteidigung»). Das ist indessen nicht der Fall: Das\nHeerwesen bildet nur einen Teil der Gesamtverteidigung.\nWeitere Bereiche sind zum Beispiel: Der Zivilschutz, dessen\nverfassungsrechtliche Grundlage Art. 22bis BV bildet; die Aussenpolitik, deren\nFührung praktisch ausschliesslich in der Hand des Bundes liegt (den Kantonen\nbleibt nur im engen Rahmen von Art. 9 BV die Möglichkeit, über bestimmte\nGegenstände Verträge mit dem Ausland abzuschliessen); die wirtschaftliche\nLandesverteidigung, für die Art. 31bis Abs. 3 Bst. e BV die verfassungsrechtliche\nGrundlage abgibt; und das Gesundheitswesen, welches zur Hauptsache in den\nKompetenzbereich der Kantone fällt (s. dazu den Bericht des Bundesrates an\ndie Bundesversammlung über die Sicherheitspolitik der Schweiz [Konzeption\nder Gesamtverteidigung] vom 27. Juni 1973, BBl 1973 II 112 ff.).\nAuf weitere Beispiele und Hinweise soll hier verzichtet werden. Die\nFeststellung mag vorläufig genügen, dass die gestellte Frage nicht nur mit\nBlick auf die Art. 18-22 BV beantwortet werden kann.\n- Zu erwähnen ist zudem: Eine obligatorische Dienstpflicht würde nicht\nnur Frauen, sondern grundsätzlich auch Männer mit Medizinalberufen\ntreffen, soweit diese nicht anderweitig zum Dienst in der Gesamtverteidigung\nverpflichtet sind.\n\nII. Bereiche der Gesamtverteidigung, in denen ein\nobligatorischer Dienst für Frauen mit Medizinalberufen denkbar\nwäre\n\nFaktisch möglich ist der Einsatz von Frauen mit Medizinalberufen:\n\n2\na. im Sanitätsdienst der Armee,\nb. im Rahmen der Zivilschutzorganisationen und\nc. ausserhalb von Armee und Zivilschutzorganisationen im Bereich des\nöffentlichen Gesundheitswesens generell, namentlich im Spitalwesen.\n\nIII. Verfassungsrechtliche Grundlagen für die Bereiche Armee,\nZivilschutz und Sanität\n\n1. Armeesanitätsdienst\n\n"}