{"Signatur": "CH_VB_003", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1985-12-23", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_003_JAAC-51-11--_1985-12-23.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000353.pdf?ID=150000353", "Checksum": "1507206c4a47e29134d4ea913c6f77f4"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 51.11 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 23.12.1985 JAAC 51.11 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ 23.12.1985 JAAC 51.11 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG 23.12.1985 JAAC 51.11 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:35:27", "Checksum": "681635091c896f8b049bc1e5582298c0", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 23.12.1985 JAAC 51.11 \r\n\n JAAC 51.11\n\nBundesamt für Justiz, 23. Dezember 1985\n\nMonopole de l’alcool. Fortune constituée par la Régie fédérale des\nalcools dans son fonds de réserve spécial sous l’empire du droit qui\nconférait aux cantons la moitié des recettes nettes de l’imposition\ndes boissons distillées. Compétence du Conseil fédéral de prévoir par\nordonnance la répartition de cette fortune à raison d’une moitié en\nfaveur des cantons et d’en régler l’utilisation, au titre du comblement\nd’une lacune de la nouvelle loi.\n\nAlkoholmonopol. Vermögen, das die Eidgenössische Alkoholverwaltung\nin ihrem besonderen Reservefonds unter dem alten Recht geäufnet\nhatte, das den Kantonen die Hälfte der Reineinnahmen aus der\nfiskalischen Belastung gebrannter Wasser zusprach. Kompetenz des\nBundesrates, durch Verordnung die Ausscheidung dieses Vermögens zur\nHälfte zugunsten der Kantone vorzusehen und dessen Verwendung zu\nregeln, und zwar im Sinne der Füllung einer Lücke des neuen Gesetzes.\n\nMonopolio dell’alcool. Patrimonio costituito dalla Regia federale\ndegli alcool nel suo fondo di riserva speciale sotto l’impero del\ndiritto anteriore che conferiva ai Cantoni la metà dell’introito\nnetto dell’imposizione delle bevande distillate. Competenza del\nConsiglio federale di prevedere per ordinanza la ripartizione di\nquesto patrimonio in ragione di una metà a favore dei Cantoni e di\ndisciplinarne l’utilizzazione, nel senso di colmare una lacuna del nuovo\ndiritto.\n\n1\n1. Nach Art. 44 Abs. 1 des Alkoholgesetzes vom 21. Juni 1932 (SR 680) in seiner\nursprünglichen Fassung (BS 6 857) wurden die Reineinnahmen der Eidg.\nAlkoholverwaltung (EAV) je zur Hälfte unter Bund und Kantone verteilt. Diese\nRegelung fand in der Zeitspanne vom 1. Januar 1933 bis zum 30. Juni 1980\nmit zwei Ausnahmen (Reduktion um 10 bzw. 15% in den Geschäftsjahren\n1974/75 und 1977/78) Anwendung. Seit dem Geschäftsjahr 1980/81 wurden den\nKantonen gestützt auf den BB vom 20. Juni 1980 zum Alkoholgesetz (AS 1981\n169) bloss noch 5% der Reineinnahmen der EAV ausgerichtet. - Vom Anteil,\nder ihnen zustand, hatten die Kantone gemäss Art. 45 Abs. 2 Alkoholgesetz\nwenigstens 10% zur Bekämpfung des Alkoholismus in seinen Ursachen und\nWirkungen zu verwenden.\nDiese Regelung wurde durch eine neue Ordnung ersetzt (Änderung der BV und\ndes Alkoholgesetzes durch BB vom 5. Oktober 1984; AS 1985 1025 und 1965):\nNach Art. 44 Abs. 2 Alkoholgesetz geht der Reinertrag der Alkoholverwaltung\nzu 10% an die Kantone, und nach Art. 45 Abs. 2 ist der Anteil der Kantone\nzur Bekämpfung des Alkoholismus, des Suchtmittel-, Betäubungsmittel- und\nMedikamentenmissbrauchs in ihren Ursachen und Wirkungen zu verwenden.\nUnter der Geltung des alten Rechts äufnete die EAV im Reservefonds (Art. 44\nAbs. 3 Alkoholgesetz) ein Vermögen von insgesamt Fr. 222 962 601,58. Im\nHinblick auf eine Senkung der Kantonsanteile gelangte die Konferenz\nder kantonalen Finanzdirektoren am 26. Januar 1981 an das Eidg.\nFinanzdepartement (EFD) mit dem Begehren, den Kantonen die Hälfte\ndieses Vermögens auszurichten. Die Finanzdirektorenkonferenz begründete\nihre Forderung damit, dass das fragliche Vermögen durch Verzicht auf\nReingewinnausschüttung gebildet worden sei.\nDas EFD verschloss sich diesem Anliegen nicht. Es wies plausibel nach, dass es\nsich beim geäufneten Vermögen um Reineinnahmen handelt, auf welche die\nKantone nach Art. 44 Abs. 1 Alkoholgesetz in seiner alten Fassung tatsächlich\neinen hälftigen Anspruch gehabt hätten. Die EAV legte denn auch den Entwurf\neiner Bundesratsverordnung vor, nach der die nach altem Recht vorgesehene,\nwährend dessen Geltungsdauer jedoch unterlassene Ausschüttung von 50%\nder Reineinnahmen nachträglich noch vorgenommen werden sollte. Der\nEntwurf setzte zudem die Höhe der Zweckbindung nach altem Recht fest\n(10% der Auszahlungen); er schrieb indessen vor, dass die zweckgebundenen\nAuszahlungen nach neuem Recht verwendet werden müssen (Verwendung\nder Mittel zur Bekämpfung nicht nur des Alkoholismus, sondern auch des\nSuchtmittel-, Betäubungsmittel- und Medikamentenmissbrauchs).\n2. Ist eine Vorschrift, wonach die Reineinnahmen nach altem Recht (zu 50%)\nnachträglich an die Kantone ausgeschüttet werden, zulässig?\n2.1. Würde streng nach dem Buchstaben des Gesetzes verfahren, so bliebe das\nGeld, auf das die Kantone nach altem Recht zu 50% Anspruch haben, im Fonds.\nIm Fall, dass die Mittel aus dem Fonds zur Sicherung eines gleichmässigen\nReinertrags ausgeschüttet werden müssten, könnten die Kantone bloss 10%\nerhalten. Ein solches Resultat wäre indessen stossend. Es liegt insofern nach\ntraditioneller Umschreibung eine sogenannte unechte Lücke vor.\nNach herrschender Lehre und Praxis kann der Bundesrat sogenannte echte\nLücken mit einer Verordnung schliessen (s. dazu statt vieler Knapp Blaise,\nGrundlagen des Verwaltungsrechts, Basel/Frankfurt a.M. 1983, S. 55 Nr. 212,\n\n"}