{"Signatur": "CH_VB_003", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2006-12-28", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_003_150000260_2006-12-28.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000260.pdf?ID=150000260", "Checksum": "79c8285cb3621269adb97ec903ebb2c3"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000260"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 28.12.2006 150000260"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ 28.12.2006 150000260"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG 28.12.2006 150000260"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "DFJP, Office fédéral de la justice"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:19:46", "Checksum": "4ad0bafd6c6a602632cebea1bc288ff8", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 28.12.2006 150000260\n\n3 Geltendes Recht (de lege lata)\n3.1 Nachführung der Bundesverfassung und Volksrechtsreform\n3.1.1 Undurchführbarkeit\n3.1.1.1 Haltung des Bundesrates\nDer Bundesrat äussert sich in seiner Botschaft vom 20. November 1996 über eine neue Bundesverfassung (im Folgenden: Botschaft 1996) zum Kriterium der Undurchführbarkeit folgendermassen:\n«Bisher ist einzig die offensichtliche faktische Undurchführbarkeit einer Initiative als ungeschriebene\nmaterielle Schranke der Verfassungsrevision anerkannt worden, was als selbstverständlich gelten\nkann» 3. Der Bundesrat führt als Beispiel die Ungültigerklärung der Chevallier-Initiative im Jahre 1955\nan, die «die Kürzung von Ausgaben in Rechnungsjahren [verlangte], die nach Inkrafttreten der Bestimmung bereits abgelaufen gewesen wären» 4. Wir werden weiter unten auf diese Initiative zurückkommen.\nDie Ausführungen des Bundesrates zu diesem Punkt in der Botschaft zur Nachführung der Bundesverfassung zeigen klar auf, dass es sich bei der Undurchführbarkeit um eine offensichtliche faktische\nUndurchführbarkeit handeln muss.\nIn der Vorlage B «Reform der Volksrechte», die Teil derselben Botschaft 1996 ist, wird ein ganzes\nKapitel den materiellen Schranken der Verfassungsrevision gewidmet.\nZur Undurchführbarkeit finden sich folgende Erwägungen:\n«Die Bundesbehörden haben lange Zeit einzig die faktische Undurchführbarkeit einer Initiative als\nungeschriebene materielle Schranke der Verfassungsrevision anerkannt. Stellt eine Initiative ein\nBegehren, das unmöglich ist und somit nicht erfüllt werden kann, ist es materiell gegenstandslos und\ndarf nicht der Abstimmung unterbreitet werden» 5.\nDer Bundesrat fügt an, dass das Erfordernis, dass eine Initiative durchführbar sein muss, derart\nselbstverständlich ist, dass es nicht ausdrücklich in der Verfassung verankert werden muss.\n\n3.1.1.2 Haltung der eidgenössischen Räte\nBei der Beratung der Nachführung der Bundesverfassung haben sich die eidgenössischen Räte im\nZusammenhang mit dem Kriterium der Undurchführbarkeit von Volksinitiativen diskussionslos der\nHaltung des Bundesrates angeschlossen.\n\n2 Zwingendem Völkerrecht kommt gemäss der Botschaft vom 20. November 1996 über eine neue Bundesverfassung\n(BBl 1997 I 1) im Zusammenhang mit Volksinitiativen auf Totalrevision nur eine geringe Bedeutung zu, denn diese sind auf\ndie Form der allgemeinen Anregung beschränkt, was es der Bundesversammlung erlaubt, die Totalrevision in Übereinstimmung mit den zwingenden Bestimmungen des Völkerrechts auszuarbeiten (S. 432).\n3 Botschaft 1996, S. 433.\n4 Botschaft 1996, S. 433, Fn. 11.\n5 Botschaft 1996, S. 445.\n\nVPB/JAAC/GAAC/PAAF 2012, Ausgabe vom 1. Mai 2012 58\nBericht EJPD/Bundesamt für Justiz\n\nDas Thema wurde in der Folge nicht mehr diskutiert. Insbesondere wurde es bei den Arbeiten zur\nparlamentarischen Initiative «Beseitigung von Mängeln der Volksrechte» nicht behandelt 6.\n\n"}