{"Signatur": "CH_VB_003", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2010-04-16", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_003_150000257_2010-04-16.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000257.pdf?ID=150000257", "Checksum": "b1aa87777d47bb0be0992306a7d57e5b"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000257"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 16.04.2010 150000257"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ 16.04.2010 150000257"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG 16.04.2010 150000257"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "DFJP, Office fédéral de la justice"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:18:41", "Checksum": "daab1e2a3dc1b4f62a323223df09f6b8", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 16.04.2010 150000257\n\nWir empfehlen Ihnen, zur Sanierung der Rechtslage folgenden Lösungsansatz zu verfolgen:\nGesetzesebene:\n– Das BÜPF sollte im Rahmen der Totalrevision um eine Delegationsnorm ergänzt werden, wonach der Bundesrat die Überwachungstypen im Detail festlegt und dabei die technische und finanzielle Belastung für die Fernmeldedienst-Anbieterinnen berücksichtigt sowie sich am technischen Aufwand orientiert, den die Anbieterinnen privatautonom für ihre Kunden erbringen.\nDas Gesetz sollte vorsehen, dass der Bundesrat den Bereich der Überwachungsmassnahmen,\ndie strafprozessual zulässig sind, weiter ziehen kann als den Kreis der technischen Massnahmen, zu denen die Anbieterinnen verpflichtet werden. Der technische Aufwand, zu dem die\nAnbieterinnen nicht verpflichtet würden, müsste dann natürlich vom Staat übernommen oder\nauf vertraglich zu verpflichtende Drittunternehmen ausgelagert werden. Dies scheint sinnvoll,\num auf technische Entwicklungen reagieren zu können, ohne die berechtigten Interessen der\nAnbieterinnen zu verletzen.\n– Die Verfügungsbefugnis des Dienstes ÜPF sollte auch für die präventive Anordnung technischer Aufrüstungsmassnahmen ausdrücklich verankert werden.\n– Es ist zu prüfen, ob gesetzliche Grundlagen für Zwangsmassnahmen gegenüber renitenten\nAnbieterinnen notwendig sind.\n– Es ist zu prüfen, wie die Bundesbehörden die richtige und einheitliche Anwendung der Gesetzgebung sicherstellen können (siehe Ziffer 8).\nVerordnungsebene:\n– Die VÜPF sollte auf den aktuellen technischen Stand gebracht werden55.\nNach der Ansicht des BJ erlaubt bereits das geltende Gesetz mit seinem weiten und unpräzisen\nArtikel 15 Absatz 1 und der Delegationsnorm in Absatz 6, dass der Bundesrat die zulässigen\nÜberwachungstypen im Detail definiert und die Anbieterinnen verpflichtet, den Behörden\nDienstleistungen im Umfang der privatautonom erbrachten Dienstleistungen zu erbringen. Die\nAktualisierung der VÜPF sollte daher mit höchster Priorität vorangetrieben werden.\n– Die TarifV sollte ebenfalls auf den aktuellen technischen Stand gebracht werden. Da offenbar\nauch andere als die in Artikel 24 VÜPF aufgezählten Internet-Überwachungstypen standardisiert durchgeführt werden sollen, sollten dafür Ansätze festgelegt werden. Zudem sollten für allfällige im Einzelfall zu bemessende Beträge möglichst Ansätze (etwa Stundenansätze) festgesetzt werden.\nDem Umstand, dass an einem Kommunikationsvorgang im Internet oft die verschiedensten Anbieterinnen von Teil-Leistungen beteiligt sind, ist stets besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Es muss\nklar geregelt werden, welche Anbieterin welche Leistungen zugunsten der Behörden erbringen müssen.\nDie Abgrenzung der Verantwortlichkeiten des Bundes beziehungsweise des Dienstes ÜPF und der\nKantone muss im Auge behalten werden.\nSchliesslich sind die Artikel 20 und 21 der Cybercrime-Konvention des Europarats56 zu berücksichtigen, wonach sich die Mitgliedstaaten verpflichten, verschiedene Massnahmen zur Überwachung des\nInternet-Verkehrs zu ergreifen.\n\n55 Vgl. bereits die bei Jean Treccani, Interceptions électroniques, in: Ursula Cassani u.a. [Hrsg.], Mehr Sicherheit – weniger\nFreiheit, Chur/Zürich 2003, Fn. 37 S. 237 genannte Resolution der Conférence des autorités de poursuite pénale de la\nSuisse romande et du Tessin vom Herbst 2002.\n56 European Treaty Series No. 185, http://conventions.coe.int > Full list > 185; von der Schweiz signiert, aber noch nicht\nratifiziert. Von März bis Juni 2009 wurde dazu eine Vernehmlassung durchgeführt, siehe www.bj.admin.ch > Themen >\nKriminalität > Gesetzgebung > Cybercrime\n\nVPB/JAAC/GAAC/PAAF 2012, Ausgabe vom 1. Mai 2012 54\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 2012.3 - Überwachung des Fernmeldeverkehrs – Pflichten der Dienstanbieterinnen\nbei Überwachungsmassnahmen im Internet\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 2012\nAnnée\nAnno\n\nBand -\nVolume\nVolume\n\nSeite 28-54\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 000 257\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}