{"Signatur": "CH_VB_003", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2010-04-16", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_003_150000257_2010-04-16.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000257.pdf?ID=150000257", "Checksum": "b1aa87777d47bb0be0992306a7d57e5b"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000257"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 16.04.2010 150000257"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ 16.04.2010 150000257"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG 16.04.2010 150000257"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "DFJP, Office fédéral de la justice"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:18:41", "Checksum": "daab1e2a3dc1b4f62a323223df09f6b8", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 16.04.2010 150000257\n\n46 Entscheid des Bundesstrafgerichts BB.2009.4 vom 22. Juli 2009, E. 2.2.2; wohl auch Entscheid des Bundesgerichts\n1A.255/2006 vom 20. März 2007, E. 3; Entscheid der REKO INUM J-2005-268 vom 25. Oktober 2006, E. 12.\n47 Entscheid des Bundesstrafgerichts BB.2009.4 vom 22. Juli 2009, E. 2.4.2, mit Hinweisen.\n48 Botschaft zum BÜPF, BBl 1998 IV 4241, 4280.\n\nVPB/JAAC/GAAC/PAAF 2012, Ausgabe vom 1. Mai 2012 51\nGutachten EJPD/Bundesamt für Justiz\n\n6 Frage 3:\n«Zertifizierung», «Compliance-Prozess»\nDer Begriff «Zertifizierung» sollte vermieden werden, wo es darum geht, dass Private unfrei-willig von\neiner Behörde daraufhin kontrolliert werden, ob sie die Anforderungen der Gesetz-gebung erfüllen,\noder wo die Behörde Privaten verbindliche Anweisungen gibt, wie sie gesetzliche Pflichten umzusetzen haben.\nWir interpretieren die Ausführungen des Dienstes ÜPF so, dass er beabsichtigt:\n– allen oder zumindest den wichtigen Fernmeldedienst-Anbieterinnen verbindliche Anweisungen\nzur Umsetzung der Vorbereitungspflicht (oben Frage 1 b) zu geben; und\n– ein Prüfungsprogramm durchzuführen, um sicherzustellen, dass überall die Voraussetzungen\ngegeben sind, um Überwachungen jeder Art (nicht nur im Internet) durchführen zu können.\nZur Zulässigkeit dieses Vorhabens sind auf der aktuellen Abstraktionsstufe nur relativ allgemeine\nAussagen möglich.\nZu Frage 1 (b) wurde ausgeführt, dass nach der Ansicht des BJ eine Pflicht der Anbieterinnen besteht,\nsich innerhalb der von der VÜPF gedeckten Bereiche technisch auf Überwachungen vorzubereiten,\nund dass auch konkretisierende Verfügungen über diese Vorbereitungspflicht zulässig sind. Ausserhalb der entsprechenden Kataloge49 hält das BJ dies für unzulässig.\nZur Vollstreckung von Verfügungen stünden sodann die Massnahmen von Artikel 41 VwVG50 zur Ver-\nfügung51, wobei die Ersatzvornahme und die Androhung von Ungehorsamsstrafen nach Artikel 292\nStGB im Vordergrund stehen dürften (Art. 41 Abs. 1 Bst. a und d VwVG).\nDies deckt zumindest die zentralen Elemente des «Compliance-Prozesses» – aber eben nur im Rahmen der Kataloge in der VÜPF.\nDas BJ empfiehlt daher, das «Compliance»-Projekt auf die Kataloge der VÜPF zu beschränken, es\nbis zum Inkrafttreten der oben empfohlenen VÜPF-Revision aufzuschieben oder es auf freiwilliger\nBasis weiterzuführen.\n\n7 Exkurs: Beschwerdeberechtigung der Anbieterinnen\nMit Blick auf die Praxis sind hier noch Bemerkungen zur Beschwerdeberechtigung der Anbieterinnen\nanzubringen. Das Bundesgericht hat den Anbieterinnen ein Beschwerderecht gegen Anordnungen\ndes Dienstes ÜPF in konkreten Überwachungsfällen nur in einem sehr engen Rahmen zuerkannt:\n«Les fournisseurs de services ne sont donc pas habilités à contester une décision du Service des tâches\nspéciales qui les oblige à transmettre des données couvertes par un ordre de surveillance dûment\napprouvé par l’autorité pénale compétente, en remettant en cause la légalité de cet ordre. Le recours institué en leur faveur à l’art. 32 OSCPT ne saurait donc porter sur ce point, mais uniquement sur des questions d’ordre technique ou organisationnel liées à l’exécution de la mesure de surveillance qui leur est\ndemandée.\nPour le surplus, la question de savoir si les recherches par champ d’antennes sont ou non couvertes par\nla loi et son ordonnance d’application a trait à la légalité de la mesure de surveillance, dont l’examen ressortit à la compétence exclusive de l’autorité habilitée à autoriser la surveillance. Elle échappe ainsi au\ncontrôle du Service des tâches spéciales et ne saurait être soumise à la cognition de la Commission de\nrecours par le biais du recours prévu à l’art. 32 OSCPT, dans la mesure où les recourantes ne prétendent pas que ce type de surveillance exigerait de leur part des connaissances ou des moyens techniques\nqui leur feraient défaut (…).» (BGE 130 II 249 E. 2.2.2, S. 255, Hervorhebungen hinzugefügt)\n\nDas Bundesgericht schloss somit ausdrücklich aus, dass die Anbieterinnen sich darauf berufen könnten, eine angeordnete Überwachungsmassnahme sei nicht zulässig. Dies sei nach der Konzeption\ndes Gesetzes ausschliesslich Gegenstand des Strafprozesses. An diesem aber können sich die\nAnbieterinnen nicht beteiligen. Die Anbieterinnen können laut dem Bundesgerichtsentscheid nur technische und organisatorische Fragen rügen beziehungsweise geltend machen, dass sie nicht in der\n\n49 Art. 12 VÜPF für die Postüberwachung, Art. 16 VÜPF für die Überwachung des Fernmeldeverkehrs mit Ausnahme von\nInternet und Artikel 24 VÜPF für die Überwachung des Internet-Verkehrs.\n50 Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren, SR 172.021.\n51 Siehe auch das Gutachten des BJ vom 31. Januar 2005, BJ-05-01-31, Verwaltungspraxis der Bundesbehörden VPB 70.46,\nZiffer 3.4.2.3.\n\nVPB/JAAC/GAAC/PAAF 2012, Ausgabe vom 1. Mai 2012 52\nGutachten EJPD/Bundesamt für Justiz\n\n"}